213
Jate of death, age, dignities and virtues of the
deceased. Then this board is erected either by the
side of the road leading to the church, or at cross
roads, or even in the depth of the woods. As the
bases decay, these boards lurch, and the effect by
night or in the evening is startling in the extreme.
One sees near the road ranges of apparently drunken
soldiers, or one comes in the forest suddenly on
figures that one fancies are bandits in waiting. Not
only those who die violent deaths are provided with
these horible backboards and memorials, but every
man, woman and child who dies,-so that there are
literally cerowds of them. At Neukirch (Neukirchen,
Oberpfalz), under the Hohenbogen, where the church
is a mile from the village, the whole way is lined
on both sides with these lurching, staggering „deadboards“.
I can conceive of nothing more trying to
the nerves than a walk between them on a night with
just sufficient light in the sky to show their ontlines,
and illumine their flat, white faces. The artist who
paint the martyr-tables is either some poor man
who takes up the business in adition to his usual
;rade, or, more frequently, it is done by the sculptor
af headstones.“
Wie man sieht, ist diese Schilderung eine vollkommen
sachgemässe; doch hat die Bemerkung
„rudely shaped to the human form“ den Zeichner
der beiden Bilder „Group of dead-boards near Cham“
und „Dead-board“, Herrn A, Farrrax MucKLEYy, Verleitet,
den dargestellten Todtenbrettern leibhafte
Menschengesichter zu verleihen*!). Meines Wissens
kommen, mindestens bei Cham, derartige ganz in
Menschengestalt ausgeschnitzte Leichladen nicht
vor. Dieselben Illustrationen brachte die Familien-Zeitschrift
„Zur guten Stunde“ im 16. Heft des
VI. Jahrganges 1892—1893 (Berlin), S. 114, 118,
zu .welchen Herr Dr. Kart Rırrer v. Hercer in Riva
am Gardasee eine Skizze „Zwischen Feldmoching
und dem Gardasee“ schrieb; auch dieser Schriftsteller
erinnert sich nicht, ähnliche Todtenbretter
zesehen zu haben (nach brieflicher Mittheilung).
Eine gute Abbildung von Todtenbrettern aus dem
Lamer Winkel (Bayern) findet sich als Illustration
zu den Reiseerinnerungen Hans ScHREIBER’'S In
Trautenau: „Kunterbuntes aus der Böhmerwald-1)
Auf eine diesbezügliche Anfrage schrieb Herr A, FArrrAx
Muczuey (Alexandra Villa, Wraysbury Bucks): „The drawings
[ made were not from the places, but from the Rev. S. BArıNG-GouLD’s
sketches and notes. I have not the visited countr
From whence the sketches wer taken.“
Teimath“ in der Zeitschrift „Bayerisch Land und
Volk“, III. Jahrg. 1892 (Augsburg), Nr. 14, S. 109.
Von den vier daselbst (S. 110) aufgezeichneten
Sprüchen ist folgender mir neu:
„Staub ist es, was wir sind auf Erden, ;
Mein Gatte war es ach! zu früh;
Doch er wird dort selig werden,
Die Guten sterben nie.“
Herr SCHREIBER erzählt in seinen Erinnerungen
lie Geschichte eines Wilddiebes, der vom Förster
ırschossen und dessen Geliebte darüber irrsinnig
vurde und täglich vor dem Todtenbrette des Wilderers
zniet und weint.
„Nirgends,“ schrieb mir Herr W. Gruser, Kxyositus
in Hohenwarth bei Kötzting (zwischen Cham
ınd Neukirchen, Niederbayern), „wird man den Gerauch
und so lange Reihen aufgestellter sogenannter
Podtenbretter häufiger finden, als im bayerischen
Nalde; sie sind ein Zeichen der Pietät gegen die
Verstorbenen, an die durch die Bretter, auf denen
Fodte vor der Aussegnung gelegen sind, gedacht
wird, Inmitten einer solchen Reihe von Brettern
teht das Zeichen der Erlösung, das Kreuz mit dem
Sieger über den Tod; es gibt sogenannte heilige
Nege, an welchen mehrfach das Bild des Gecreuzigten
steht. Was die Anfertigung der Todtenretter
selbst betrifft, so ist sie nur ganz gewöhniche
Schreinerarbeit: eine vielfarbige Malerei, Auf-‚chrift
der nöthigen Daten über die Verstorbenen
ınd ganz gewöhnliche Verse. Etwas Besonderes ist
reilich der häufig im Bilde ausgeführte Gedanke: der
Angel senkt die erloschene Lebensfackel zur Erde,
Jlie Sanduhr ist abgelaufen und liegt zertrümmert
uf dem Boden; der Engel führt den Verstorbenen
jufwärts, der mit einem Kreuze auf dem Haupte.
nit gefalteten Händen und schwarz oder, wenn es
ine Jungfrau ist, weiss gekleidet abgebildet wird;
Jer Fussboden ist getäfelt, ähnlich dem Kirchen-»flaster,
und das ganze Bild umgibt ein Kranz.
\ussen steht: Heute mir, morgen dir. Was ich
in, müsst ihr auch bald werden. Oft ist der Gelanke
an ein Wiedersehen im Jenseits ausgedrückt.
Auch K, Gruser, „Marterl und Taferl“ (citirt in
‚, HeıceL, „Zwischen Feldmoching und dem Gardaee“,
S. 117), sagt: „Ganz besonders dicht, zu
Iunderten beisammen, stehen die Leichenbretter im
bayerischen Vorwalde zwischen Straubing und Cham,
As macht einen eigenthümlichen Eindruck, geht man
Nachts durch den Wald und es steht mitten zwischen
Jen Bäumen eine solche Schar bleich und stumm 1m