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sowie in der grossen Gräberstätte von Juchnowo
vorgekommen, Unter den Funden des Kreises Bjäloje
(Selce, Ugrjumowo, Prudjanka, Zaozerje) trifft man
nur den Typus @ und bd, wie auch in jenen von
Duchoweyna und GZatsk?). Und doch betrachtet
man auch das Land .am oberen Dnjepr mit Recht
als die Wiege der Slawen!
Unter den zahlreichen Funden im Flussgebiete
der Moskwa bemerkte ich einige S-förmige Ringe
vom Typus a und db, und zwar einen vom Dorfe
Kossino (Kreis Moskau) und mehrere von Obuchowo
(Kreis Bogorod, Gouv. Moskau). Auch aus
dem Gouv. Kaluga kenne ich einige aus den Funder
BuöyLow’s bei Bogoslowije (Kreis Mosal).
Dagegen sah ich unter den zahlreichen Funden des
Flussgebietes der Spa, Oka, der mittleren und unteren
Wolga, also in den Gouvernements von Rjazan,
Wladimir, Jaroslaw, Kostroma, Nowgorod,
Pensa, Tambow, Saratow, Simbirsk, Astrachan
in sämmtlichen russischen Museen nicht
einen einzigen, typisch S-förmigen Schläfenring.
Nur der Typus a und b kommt vor, besonders
häufig der zweite im Gouvernement Jaroslaw (Kreise
Rybinsk, Mologa und Jaroslaw), das wie die Gegend
von Wladimir einst vom Volke der Merjanen bewohnt
war?). Nur aus der Gegend an der oberen
Wolga, aus dem Gouvernement T wer, das dem von
Pskow, Smolensk und Moskau benachbart ist,
stammen wieder einige S-förmige Ringe neben solchen
vom Typus a und bb im Museum zu Twer, und zwar aus
1) In den Berichten über die Kurgane, welche Frau
Önpyörwa am linken Ufer des Dnjepr aufdeckte, wird von
Schläfenringen, welche an Bändern zwischen dem Haare befestigt
waren, gesprochen. Diese Grabhügel sind jedoch
wahrscheinlich nicht von slawischer Herkunft; übrigens weiss
ich nicht genau, um welche Form es sich hier handelt
(Izwjästija ob&cestva ljubitele] jestestvoznanija, antropologiji
y Moskwjä, Bd. 49, Heft 3, S. 14).
?) Grar A. S. Uwarow spricht auch in seinen Berichten
öfter (er hat 7729 Merjan’sche Kurgane durchforscht) von
Schläfenringen (1, 2—8 und mehr an einem Schädel). Siehe
sein Werk: „Merjane i ich byt po kurgannym raskopkam
‚Moskau 1872), S. 102 ff. Ich muss überhaupt bemerken, dass
in den Berichten der russischen Archäologen, so z. B. von
Prof. Wr. Anronowıc, T. Soropiro, A. P. Krısisew, J. A.
Usaxow, L, P. Sanansesew, T, W. KıBaAnGıe, A, S, GacıssKig,
F. D. NersDow, P. Bocpanow, N. G. KErceinLI u. A., häufig die
Rede ist von Ringen, die an den Schädeln aufgefunden wurden.
Aber über die Form wird gewöhnlich nichts Bestimmtes angeführt.
Deshalb unterliess ich es hier ganz, diese Nachrichten
anzuführen. Ich bin aber davon überzeugt, dass auch eine
genauere Nachforschung über die betreffenden Funde nichts
an den hier geschilderten Verhältnissen ändern wird.
Jem Kreise B&Zeck. In Folge dessen wird man auch
in den Funden vom Ural und aus Sibirien vergebens
Jen Typus c erwarten. Nur hie und da erscheinen
lie beiden anderen Typen. Ich war daher sehr überrascht,
als ich in der Petersburger Eremitage unter
Jen Funden von Saraj auch zwei S-förmige Ringe
ausgestellt sah. Bei genauerer Untersuchung ergab
sich jedoch, dass hier ein Irrthum unterlaufen war
und beide Ringe gewiss nicht hieher gehören !).
Uebergehen wir nun zu den Funden im südlichen
Russland. Nur ein einziges Beispiel fand ich in dem
gesammten Inventar, das entschieden skythischen
Ursprunges ist, nämlich einen kleinen Bronzering,
Jessen eines Ende S-förmig gebogen war, aber nicht
.n der Fläche des Ringes, sondern senkrecht darauf.
Derselbe rührt aus dem Kurgan „OpiSljanka“ im
Gouvernement Charkow (vom Jahre 1889) her. Zu
anserem Typus c wird man ihn aber schwerlich der
Form und Datirung nach zurechnen können. Sonst
kamen mir mehrere Ringe vom Typus a und b zu
Augen unter den Funden aus der Krim (Kertsch).
zus Taurien und aus dem Kaukasus.
Aus dem Gesagten geht meiner Meinung nach
genügend klar hervor, dass, je mehr wir vom westichen
Russland nach Norden, Osten und Südsten
vordringen, desto mehr der S-förmige
Typus der Ringe in Abnahme begriffen ist.
Inter den vorhandenen Stücken treten die Typen a
ınd b hervor. Die Form b ist überhaupt in Russ-"and
häufig vertreten, mitunter so gestaltet, dass
ın dem Ringe einige (gewöhnlich drei) verzierte
Kügelchen angebracht sind (Fig. 273). Diese sind
iber ganz Russland verbreitet, von Galizien bis zum
Ural und zum Kaukasus und ausnahmsweise noch
weiter, Dieselbe Verzierung kommt aber zuweilen
uch an dem Typus c vor.
Das Verhältniss zwischen den Typen 6 und €
bietet uns ein interessantes typologisches Problem
Jar. Ist die erste einfachere Form auch
ilter, ursprünglicher als die zweite, wie
neuestens auch Dr. Pic annimmt’), oder sind beide nur
'ocale, von einander unabhängig entstandene Formen?
1) Diese zwei Ringe fanden sich unter den Funden von
Saraj in einer Vitrine der Abtheilung der Sammlungen (im
Arsenal), die im Mai 1893 noch nicht dem Publicum eröffnet
var. Die Etiquette trug die Inschrift „Funde von Saraj und
ınbekannten Fundortes“. Es ist ersichtlich, dass diese Ringe
wahrscheinlich zu jenen Gegenständen gehören, deren Prozenienz
nicht bekannt ist. Der eine, grössere Ring ist mit drei
detallperlen verziert; der zweite ist tordirt, aber ohne Perlen.
2) Pie. Archaeologicky vYyYzkum (Prag 1893). S. LC.