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Wenn der Satz gilt, der technische Charakter
der paläolithischen Artefacte bestehe darin, dass deı
Mensch dieser Perioden sein Werkzeug ausschliesslich
durch Absprengen oder Absplittern aus einem
gegebenen Steine zu formen bestrebt war, wogegen
das Schleifen, Bohren und die Gewinnung von
Splittern von gewisser Form und zu gewissem Zwecke
schon einen Fortschritt — also archäologisch gesprochen
einen neolithischen Charakter bedeutet —
dann sind die Stücke des Fundes von Miskolez entschieden
paläolithischen Ursprunges, weil sie rein
durch Absprengen und Absplittern hergestellt wurden,
Die beiden hier abgebildeten Stücke tragen, wie
gesagt, sämmtliche Kennzeichen der valäolithischen
Wenn aber nun auch alle bisher erörterten
Kennzeichen auf den paläolithischen Charakter des
Fundes hinweisen, ja den paläolithischen Ursprung
desselben ausser Zweifel stellen, bleibt es doch eine
»ffene Frage, ob der Fund zugleich die Existenz des
9aläolithischen Zeitalters für das ungarische Gebiet
peweise? Und hier ist es, wo die Frage des geo-‚ogischen
Situs in den Vordergrund tritt, weil die
Frage, ob der Fund dem paläolithischen Zeitalter
angehört, für einen gegebenen Punkt
einzig allein durch denselben entschieden werden
kann.
Nach der Zusammenstellung, welche Hörnes*) in
seinem Werke gibt, stammen alle paläolithischen
Fig, 44. Situationsplan von Miskolcz, (Die Fundstelle ist schwarz angegeben.)
Technik an sich und weisen auf eine sehr genaue
Kenntniss des Materiales hin. Auf dem Steinbeile
Fig. 43 gibt es Absprengungen von 10 cm Länge,
Der Arbeiter war bestrebt, vor Allem die gehörige
Dicke der Mitte herzustellen, was durch in die Länge
getriebene Absplitterung erreicht wurde; dann folgten
schwächere Schläge, welche die Ränder. verjüngten
und auch formgebend waren; endlich ganz leichte
Schläge, welche ganz kleine, 4—6 mm? messende
Splitterchen absprengten und die Schneide herstellten.
Die Gestalt der einzelnen Absprengungen zeigt
deutlich den Punkt der Schlagmarke; die Modification
der Schläge dagegen den Gang und die Wirkung deı
sogenannten Retouche. Mithin weist auch die Technik
auf den paläolithischen Ursprung dieses Fundes hin.
Funde, so weit sie bekannt sind, aus ein und derselben
Schichte. Sie liegen unter dem Alluvium,
‘heilweise auch im Diluvium eingebettet, im Thale
der Somme über 4m tief, und zwar durch drei verschiedene
Schichten bedeckt, hier in rund abgeschliffenem
Gerölle. Vom Somme-Thale selbst sagte
schon LyeLL, es sei ein gewöhnliches Thal wie
ıundert andere in Frankreich und England, aber
nerkwürdig durch die Funde aus der Steinzeit,
deren ursprüngliche Lagerung sich auf dem Plateau
der dieses Thal bildenden Höhen befand, von wo
sie mit den Knochenresten der Diluvialzeit herabgeschwemmt
wurden. Dieses sei vorausgeschickt.
ı) Dr. M. Hönrnzs, Die Urgeschichte des Menschen ete.
Wien 18992.