Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 13=23.1893

80

Wenn der Satz gilt, der technische Charakter
der paläolithischen Artefacte bestehe darin, dass deı
Mensch dieser Perioden sein Werkzeug ausschliesslich
 durch Absprengen oder Absplittern aus einem
gegebenen Steine zu formen bestrebt war, wogegen
das Schleifen, Bohren und die Gewinnung von
Splittern von gewisser Form und zu gewissem Zwecke
schon einen Fortschritt — also archäologisch gesprochen
 einen neolithischen Charakter bedeutet —
dann sind die Stücke des Fundes von Miskolez entschieden
 paläolithischen Ursprunges, weil sie rein
durch Absprengen und Absplittern hergestellt wurden,
Die beiden hier abgebildeten Stücke tragen, wie
gesagt, sämmtliche Kennzeichen der valäolithischen

Wenn aber nun auch alle bisher erörterten
Kennzeichen auf den paläolithischen Charakter des
Fundes hinweisen, ja den paläolithischen Ursprung
desselben ausser Zweifel stellen, bleibt es doch eine
»ffene Frage, ob der Fund zugleich die Existenz des
9aläolithischen Zeitalters für das ungarische Gebiet
peweise? Und hier ist es, wo die Frage des geo-‚ogischen
 Situs in den Vordergrund tritt, weil die
Frage, ob der Fund dem paläolithischen Zeitalter
angehört, für einen gegebenen Punkt
einzig allein durch denselben entschieden werden
kann.
Nach der Zusammenstellung, welche Hörnes*) in
seinem Werke gibt, stammen alle paläolithischen

Fig, 44. Situationsplan von Miskolcz, (Die Fundstelle ist schwarz angegeben.)

Technik an sich und weisen auf eine sehr genaue
Kenntniss des Materiales hin. Auf dem Steinbeile
Fig. 43 gibt es Absprengungen von 10 cm Länge,
Der Arbeiter war bestrebt, vor Allem die gehörige
Dicke der Mitte herzustellen, was durch in die Länge
getriebene Absplitterung erreicht wurde; dann folgten
schwächere Schläge, welche die Ränder. verjüngten
und auch formgebend waren; endlich ganz leichte
Schläge, welche ganz kleine, 4—6 mm? messende
Splitterchen absprengten und die Schneide herstellten.
Die Gestalt der einzelnen Absprengungen zeigt
deutlich den Punkt der Schlagmarke; die Modification
der Schläge dagegen den Gang und die Wirkung deı
sogenannten Retouche. Mithin weist auch die Technik
auf den paläolithischen Ursprung dieses Fundes hin.

Funde, so weit sie bekannt sind, aus ein und derselben
 Schichte. Sie liegen unter dem Alluvium,
‘heilweise auch im Diluvium eingebettet, im Thale
der Somme über 4m tief, und zwar durch drei verschiedene
 Schichten bedeckt, hier in rund abgeschliffenem
 Gerölle. Vom Somme-Thale selbst sagte
schon LyeLL, es sei ein gewöhnliches Thal wie
ıundert andere in Frankreich und England, aber
nerkwürdig durch die Funde aus der Steinzeit,
deren ursprüngliche Lagerung sich auf dem Plateau
der dieses Thal bildenden Höhen befand, von wo
sie mit den Knochenresten der Diluvialzeit herabgeschwemmt
 wurden. Dieses sei vorausgeschickt.
ı) Dr. M. Hönrnzs, Die Urgeschichte des Menschen ete.
Wien 18992.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.