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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 13=23.1893

IC

Ein offener Fingerring aus 05cm breitem Bronzeblech
innen Hach und aussen am Rande beiderseits mit einem vorstehenden,
 quer gestrichelten Reifen versehen. Aeussereı
Durchmesser 2 cm.
Ein grosser offener Ring aus 0‘6 cm dickem Bronzedraht,
 welcher mit einer spiralförmig gewundenen Rinne
ringsum verziert ist und gegen die glatten Enden zu sich
verdünnt. Aeusserer, Durchmesser 18'5 cm, schwach patinirt,
in drei Theile gebrochen (Taf. I, Fig. 3, 1/; nat. Gr.).
Gelegentlich der Schachtung eines Hopfengartens bei
Oberklee im Jahre 1887 mit noch vielen anderen Bronzen in
einem sehr grossen Thongefässe vorgefunden:
Ein offener Ring (Spange) aus 0:7 cm dickem Bronzedraht,
glatt, rund und gegen die flachen, kreisförmig umgebogenen
Enden sich verengend; äusserer Durchmesser 14 cm, schön
bläulich-grün patinirt. Derselbe stimmt völlig überein mit
ähnlichen Bronzeringen, die oft in grosser Anzahl beisammen
gefunden wurden und auch am Halse von Skeletten vorkommen.

Ein Paalstab (Flachcelt) aus Bronze, 14 cm lang, an deı
geschweift ausgebogenen, seitlich eckigen Schneide 5‘7 cm.
am Rücken 25cm breit und mit starker grüner Patina versehen,
 Längs der ganzen Seite verläuft beiderseits eine
schwach hervortretende Randleiste. Derselbe ist ähnlich jenem
Paalstahe. welchen ich in meinem dritten Berichte aus Plavnic

Fig. 32 T"hankrno, 1/, nat. Gr.

bei Budweis auf Taf, IX unter Fig. 4 abbildete, nur besitzt
er keinen Ausschnitt am Rücken, welcher hier abgerundet
dreieckig ist.
Das Vorkommen des vorbesprochenen grossen Bronze:
ringes (Spange) mit diesem Paalstab spricht für das hohe
Alter der bezeichneten Ringe, da der Paalstab tief in die
echte Bronzezeit reicht. Schade, dass die übrigen Bronzen
dieses Fundes nicht beisammen blieben.
Auf einem Felde bei Schaab wurde im Jahre 1890 ein
neolithisches Thongefäss ausgegraben, 125 cm hoch, aus
graphitischem, feingeschlemmtem Material aus freier Hand
geformt und schwach gebrannt; der nach aussen umgebogene
Hals ist glatt, die Oeffaung 7 cm im Durchmesser, Die 13 cm
breite Bauchwand, mit einem seitlichen kleinen Henkel, ist
bis nahe zum Boden mit aufrecht länglichen Vertiefungen in
zehn Reihen ringsum gleichmässig verziert. Dieses sowohl
innen wie aussen schwarz gefärbte Gefäss war theilweise
gebrochen und wurde wieder zusammengestellt (Fig, 32).
Im Frühjahre 1888 wurde auf dem Kirchenfelde bei der
ehemaligen St. Wenzelskirche bei Flöhau ein Schläfenring
 ausgegraben, aus 03cm dickem, glattem und etwas
verbogenem Bronzedraht, mit nur einem S-förmigen Ende,
das andere ist abgebrochen. Aeusserer Durchmesser 5 cm,
schwach patinirt. Derselbe gehört der Nach-La Töne-Zeit an.

Vom Rubinberge stammt eine Handmühle, bestehend aus
zwei Steinen, von denen der untere (Laufstein?) vollendeter
arscheint als jener von Kamp in Niederösterreich, mehr dem
Litoradlicer Mahlsteine (siehe meinen ersten Bericht) ähnelt
und an römische Handmühlen mahnt.
Der eine Mühlstein, aus feinkörnigem, festem Sandstein
‘in vier Theile gebrochen), besitzt ein durchbohrtes, 8'5 cm
weites Loch in der Mitte, von welchem nach vier Seiten unvollkommene
 Widerlager auslaufen, Sowohl die obere wie
auch die untere Seite ist concav; am äusseren Rande des
Steines ist ein 45 cm tiefes, kreisrundes Loch angebracht,
Jessen Randdurchmesser 3 cm beträgt. Der Stein hat einen
Jmfang von 134, eine Dicke am Rande von 15 und in der
Mitte von 8 cm. Der Durchmesser auf beiden Seiten beträgt
41 cm.
Der zweite Mühlstein, aus feinkörnigem, grauem und schon
atwas verwittertem Sandstein, ist flach, kreisrund, am Rande
zum Theil etwas ausgebrochen, mit einem durchbohrten,
3 cm weiten Loch in der Mitte; die Dicke des Steines beträgt
33cm, der Umfang 130 cm, der Durchmesser 42 cm; die Oberjeite
 ist abgerundet, die Unterseite unbehauen und fast flach.
Diese beiden Steine passen aufeinander und gehören
ffenbar zusammen,
Da der erstgenannte Mühlstein in dem an der Seite befindlichen
 Loche eine Handhabe zum Drehen besitzen musste,
so war dies wahrscheinlich der Laufstein, auf dem der zweite
Stein ruhte; im Loche mit Widerlager des ersteren befand
sich eine verticale Axe, welche durch das Loch des zweiten
unbeweglichen Steines lief; ob sich auf der Unterseite des
Laufsteines auch noch ein dritter Stein, ähnlich dem zweiten,
vorfand oder ob der Laufstein, nachdem er auf der einen
Seite abgenützt war, umgewendet und dann auf der zweiten
Seite benützt wurde, lässt sich nicht entscheiden,
Jedenfalls reicht diese Handmühle weit über die Handnühlen
 der neolithischen Zeit hinaus in die Metallzeit,
nindestens bis in die La Tene-Zeit, wenn dieselbe nicht noch
jünger ist, Gewiss ist, dass sie jünger ist als der Mühlstein
von Litoradlic oder gar als die Mühlsteine von Kamp in
Niederösterreich.

Diverse Funde aus der Umgebung von Dux im
Budweiser Museum,
Ein grosses Steinbeil mit kreisrundem Loch, 19cm
'ang, unter dem Loche 7°5 cm breit, auf der einen Seite 3:5,
zuf der anderen 4‘5 cm gleichmässig dick, geglättet und aus
grünem Amphibolit. Oben beiderseits wie auch unten rechts-;eitig
 etwas ausgebrochen,
Aus einem angeblich im Jahre 1882 in Dux vorgekommenen
 Funde stammend:
Eine Bronzespirale aus siebenmal aneinander gewundenem,
 innen flachem und nach aussen abgerundetem
Bronzedraht, welcher 03cm breit ist. Die Spirale endet
»ben in einem kreisförmig umgebogenen und unten in einem
ıbgerundeten Ende. Durchmesser der Oeffnung oben 4 cm;
unten 4'5 cm, Höhe resp. Breite 8'1 cm; mit schöner grüner
Patina, unverziert (Taf. I, Fig. 2, 1/, nat. Gr.).
Eine Fibel aus Bronze mit gewölbtem, glattem Bügel;
las verlängerte Schlussstück, welches in eine Rosette ausläuft,
‚st nach rückwärts bis zur Mitte des Bügels umgebosgen., die
            
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