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MascnarT auf Kosten Sr. Durchlaucht des regierenden
Fürsten AnDoLF JOHANN ZU SCHWARZENBERG VOrgenOoMmen,
auf dessen Einladung ich mich nach Postelberg
begab.
Vom Ufer der Eger her wurde bis zu dem ostwärts gelegenen
Wall ein 1m breiter Quergraben von 95m Gesammtlänge
angelegt; seine Tiefe wechselte je nach Bedarf zwischen
1—1:7 m. Das Ufer war durch einen schwachen Erdwall erhöht;
gleich neben demselben, also im Westen, lag zu oberst
eine 04m mächtige Lage Ackererde, unter welcher eine
aschig-lehmige Schichte von 0'3 m Mächtigkeit folgte; unter
dieser breitete sich eine 0'1—0'15 m mächtige Kohlenschichte
aus (in der einige Scherben vorkamen), die auf Sand
ruhte und bis zu 1‘5m Tiefe anhielt. Einige Meter weiter
gegen Osten kam im Graben eine 06m breite Mauer zum
Vorschein, die auf der Kohlenschichte ruhte und von Norden
nach Süden verlief; jedenfalls keine Grundmauer für ein
Gebäude, Weiter ostwärts hielten dieselben Lagen an; nur
ruhte hier die Kohlenschichte auf sandigem Lehm, unter
dem der Sand folgte, der bis zu 17m Tiefe fortsetzte. Die
etwas mächtigere Kohlenlage enthielt hier sehr viele russige
Gefässscherben und ein Eisenmesser. In der Mitte des Feldes
war die Ackererde 0:45 m mächtig, und da hier die Kohlen:
lage fehlte, folgte unter derselben die ebenfalls 0:45 m
mächtige sandige Lehmlage, und unter dieser Sand, Weiter
ostwärts wurde die Ackererde aschig, 0:8 m mächtig, enthielt
einige Scherben und Knochenartefacte, und ruhte auf
Schotter. Vor dem östlichen Walle endlich, der auch aus
Erde aufgeführt war, folgte unter 0:4 m mächtiger Ackererde
sandiger Lehm bis zu 1:7 m Tiefe, und dann Sand,
Hierauf wurde einige Meter südlicher im Osten und im
Westen ein kurzer Quergraben gezogen. Neben dem Walle
lag im Westen unter der Ackererde Schutt bis zu 1m Tiefe,
keine Kohlenlage, sandiger Lehm und darunter Sand bis zu
1:7 m Tiefe, Die im ersten Graben blossgelegte schmale Mauer
wurde auch hier angetroffen. Am östlichen Wallrande war
die Schichtenfolge ganz ähnlich jener des früheren Grabens
Funde. Ich erlaube mir nun, die bei diesen Grabungen
zemachten Funde zu beschreiben, und zwar zunächst jene
vom Jahre 1890, welche auf Parcelle 389/1 vorkamen: Zwei
grössere bronzene Schläfenringe mit einem S-förmigen
und einem stumpfen Ende; Stärke des Drahtes 0:3 cm,
äusserer Durchmesser 5°3 cm ; fünf kleinere bronzeneSchlä fenringe
mit einem S-förmigen Ende, kettenartig aneinanderhängend;
Stärke des Drahtes 0:2 cm, äusserer Durchmesser
verschieden, 2:4—2'8 cm. Ein bronzener Fingerring aus
dünnem, 07cm breitem Blech; die schmäleren Enden sind
ibereinandergebogen und nicht verbunden.
Die angeführten Objecte stammen offenbar aus den heidnischen
Gräbern, in denen auch wellenförmig verzierte (tefässscherben
vorkamen,
Ein Gürtelschluss aus Eisen, einem Uhrzeiger ähnlich
(Fig. 17), auf der unteren am Riemen anliegenden Seite
flach, auf der oberen erhaben in eine Längskante auslaufend.
Der runde Kopf besitzt eine länglich-rechteckige Oeffnung
zum Einhaken des entgegengesetzten Schlussstückes; der
Hals ist schmal und geht in das dolchförmige Befestigungsstück
üher. das am Grunde zwei Nieten und gegen die
Spitze ein Loch für eine dritte Niete zur Befestigung am
Gürtel enthält; Gesammtlänge 9 cm.
Ein starkes Eisenmesser von 358 cm Gesammtlänge;
die 24 cm lange Klinge ist nach der linken Seite flach, so dass
ler dicke Rücken in die schief stehende, rechte Seite übergeht;
der Griff ist rechts vertieft, besitzt drei Löcher am Ende
and vier Löcher nebeneinander nach vorne zu (Fig. 18).
Ein kleines Eisenmesser mit roh bearbeitetem Handzriff
ans Hirschhorn; Gesammtlänge 16°2 cm, Klinge 88 cm;
lazu gehört zweifellos eine zweizinkige kleine Kisengabel
nit abgebrochenem Griff; die Zinken sind viereckig, Länge
zhne Griff 9:2 cm, Eine viereckige Lanzenspitze (Pike) aus
Kisen, 81 cm lang.
Unter mehreren sehr stark verrosteten oder vom Feuer
angeoriffenen kleinen Eisenbestandtheilen befinden sich: Die
Fig. 17. Eiserner Gürtelschluss, 1!/, nat. Or.
Jille einer grossen Lanzenspitze; ein kleines Messerchen mit
zurzem Griff (Länge 9'2 cm); das Fragment eines grösseren
Messers, drei S-förmig gebogene kleine Zierstücke (Thür- oder
7ensterbeschlag), eine vierkantige Lanzenspitze (Pike) und
Takenfragmente.,
Alle die genannten Eisenobjecte sind, vielleicht mit Ausıahme
des Gürtelschlusses, viel jünger als der vorbesprochene
3ronzeschmuck, und dürften in das XII. bis XIV. Jahrhundert
‚eichen, während der Bronzeschmuck und mit ihm die heidnischen
Gräber in das VIII und IX, Jahrhundert reichen
Jürften; hiefür sprechen auch die Thongefässscherben, unter
lenen sich Wandstücke und auswärts gebogene Randstücke
befanden, aus schwärzlichem Lehm, nicht sehr dickwandig,
auf der Töpferscheibe geformt, sehr gut gebrannt, und mit
yroben und feinen eingeritzten Wellenornamenten versehen:
HA
Fig. 18. Eisenmesser, 1/, nat, Gr.
in etwas gröberes Fragment besteht aus graphithältigem
Lehm, hat einen aufrechten verdickten Rand (26 cm) und
schnurförmig aneinandergereihte Fingereindrücke.
Bei den Grabungen auf der Parcelle Nr. 392 wurden im
Jahre 1890 die nachstehenden Objecte vorgefunden:
Fünf Stücke Beinahlen aus Knochenfragmenten vom
Zind und Schaf, mit dem Steinmesser zugeschnitzt; Länge
1'4—13 cm; zwei davon geriethen in Verlust, Zwei Geweih-°ragmente
des Edelhirsches, darunter ein einjähriger Spiess,
38:5 cm lang, vom Schädel abgeschnitten; ferner ein 19 cm
langes Ende, angeschnitten und abgebrochen, Zwei rundliche,
»ohe, unbehauene Steinscheiben mit einem Bohrloche in der
Mitte, Durchmesser 82 und 11‘7 cm, wahrscheinlich Dreschscheiben;
ein Schlittenknochen aus dem Metacarpus
ron Bos taurus L.; ein flacher Wirtel aus einem Scherben.
Jurchmesser 4 em. Dicke (7 cm.