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enden des Humerus in ihrer Stellung zu einander einnehmen
beträgt beim Wedda durchschnittlich 31%, beim Europäer 12°
beim Neger 27%, bei den Anthropoiden 27°; hier würde man
demnach zur Annahme einer Zwischenstellung des Negers
gezwungen sein, Die beim Gorilla und Orang häufigere und
beim Europäer seltenere Durchbohrung der Fossa olecran;
ist beim Wedda eine sehr häufige Erscheinung; die Verfasser
fanden sie in 58%, der Fälle und ähnliche Verhältnisse
kommen nach den Untersuchungen von Vıronow, FLOWER
TurweR bei den Andamanesen, Negritos der Philippinen,
Hottentotten und bei den prähistorischen Knochen in Europa
vor; für die Franzosen gibt Broca im Mittel 4—5°% an.
Bei Betrachtung der Verhältnisse der unteren Extremität
fanden Sarasın ein Ueberwiegen der Länge derselben im Vergleiche
zu den Beinen des Europäers, welcher Umstand die
Bedeutung eines Widerspruches durch die Erwägung erlangt,
dass die Anthropoiden, mit Ausnahme des Hylobates,
insgesammt kurze untere Extremitäten besitzen. Während
der von Broca als „Fömur & pilastre“ beschriebenen Form
des Oberschenkelknochens kaum eine wichtigere Bedeutung
beizulegen ist, selbst wenn sie auch für die Weddas — wie
Yarasın meinen — als charakteristisch gelten mag, so ist
am so höher der Werth ihrer Untersuchungsresultate der
Tibien anzuschlagen, bei denen sie fast in allen Fällen
Platyknemie vorfanden, Vıncnow fand sie bekanntlich bei
den Negritos der Philippinen, MAnouvrıER bei Andamanesen,
Neucaledoniern, Australiern etc, Sarasın stellen hiebei der
Annahme MaAnouvrıer’s, dass die stärkere Entwicklung des
Musculus tibialis posticus als die Ursache der Abflachung
Jes Schienbeines zu betrachten sei, die Ansicht entgegen,
dass sich die Platyknemie aus unbekannten Gründen erblich
übertrage und dass die Gestalt der Tibia von der Lebensweise
unabhängig sel,
Indem Sarasın die Weddas mit ihren unmittelbaren
Nachbarn vergleichen, kommen sie zu dem Schlusse, dass
der Wedda als eine auf der tiefsten Stufe stehende Varietät
ınzusehen sei und dass sich der Singhalese mehr von letzteren
entferne als der Tamil; den Beweis hiefür suchen sie an deı
Hand vergleichend - somatologischer Betrachtungen zu erbringen.
Die Körpergrösse: ist bei den Weddas die kleinste,
bei den Singhalesen die grösste; in der Mitte stehen die
Tamilen. Die Hautfarbe zeigt bei den Weddas dunkle Töne,
welche bei den Tamilen und noch mehr bei den Singhalesen
heller werden; dasselbe Verhalten äussert die Irisfarbe dieser
drei Völker. Das Kopfhaar und der Bart ist schwarz und
wellig (cymotrich), der Gesichtsindex beträgt bei den Weddas
80:7, bei den Tamilen 844, bei den Singhalesen 86:3.
Charakteristische Unterschiede finden sich im Aufbaue der
Nase: bei den Weddas ist der Nasenrücken vertieft, bei den
Tamilen zeigt er schon eine grössere Erhebung und springt
endlich bei den Singhalesen kräftig hervor; auch die Höhe
der knöchernen Nase erscheint beim Wedda am niedrigsten,
beim Singhalesen am höchsten. Während die Schädel dieser
drei Völker insgesammt die dolichocephale Form besitzen,
ist ihre Capacität beim Wedda am kleinsten (1250), beim
Singhalesen am grössten (1345); wenn sich auch alle drei
Gruppen bezüglich der Jochbreite die Wagschale halten, so
findet sich wieder ein Unterschied in der Gesichtsbreite.
Ebenso varliren sie im Baue des Kiefers: derjenige des Wedda
ist streng orthognath (95:2). des Tamils und Singhalesen mesoznath
(977 und 99:2); bei Allen findet sich jedoch alveoläre
Prognathie (Prodentie).
Sarasın glauben demnach annehmen zu können, dass die
zrosse Menge der Dravider als eine weitere Entwicklungsstufe
weddaischer Formen angesehen werden müssen, an welchem
Processe sich jedoch auch ausserindische, besonders arische
Zlemente betheiligt haben dürften.
Da sowohl Singhalesen als auch Tamilen weddaische und
arische Elemente in sich aufgenommen haben, würde der
Unterschied zwischen den Singhalesen und Tamilen in dem
zerschiedenen Procentverhältnisse der Beimischung arischen
3lutes zu suchen sein; dies wird auch von der Tradition der
3inghalesen bestätigt, nach welcher das Volk einst aus dem
‚ördlichen Indien nach Ceylon eingewandert sein soll. Indem
Yarasın den von verschiedenen Autoren vermutheten cul-‚nrellen
und. anatomischen Degenerationsprocess der Weddas
;ntschieden bekämpfen, halten sie die letzteren für einen
lie Nachbarvölker weit an Alter übertreffenden Stamm. Die
Annahme hingegen einer Verwandtschaft der Weddas mit
indischen Bergstämmen, welche schon früher von anderen
\utoren ausgesprochen wurde, suchen Sarasın weiter zu
ınterstützen und dehnen sich sogar auf alle kleinwüchsigen
3erg- und Waldstämme Indiens aus, indem sie dieselben
ner einheitlichen, vordravidischen Bevölkerung entstammen
assen; es wären also drei Epochen anzunehmen: eine weddasche,
eine dravidische (respective dravido-australische) und
ine arische. Die dunklen, trübbraunen, in der Literatur zuveilen
als Noirs de l’Inde bezeichneten Stämme, welche in
‚iner sehr frühen Periode ganz Vorderindien und Ceylon be-7ölkert
haben, nehmen Sarasın als weddaisch an; in den
Jravidern vermuthen sie ferner eine autochthone, in loco enttandene
Entwicklungsstufe weddaischer Urformen. Während
Zeste weddaischer Urstämme nirgends ausserhalb Indiens zu
inden sind, haben sich die. Dravider viel weiter ansserhalb
lieser Grenzen ausgebreitet ; so erblicken Sarasın im Australier
ine auf dravidischer Grundlage entwickelte Rasse (Varietät),
yelche sich allerdings in mancher Richtung weiter entwickelt
ıat. Die Arier lassen sie wieder aus der dravido-australischen
3ruppe entstehen, weil alle eine engere Verwandtschaft aufeisen
und die grosse Völkerfamilie der Cymotrichen bilden,
Jurch Vergleichung der Cymotrichen und Ulotrichen gelangen
;ie zum Schlusse, dass diese beiden grossen Familien nach
aäiner gemeinsamen, bisher unbekannten Wurzel convergiren,
in welcher die weddaische eymotriche Form und die ulotrichen
Jegritos als Primärvarietäten zu betrachten wären; als
D>rpimärvarietäten der lissotrichen Form sind sie geneigt,
ziedere malaiische Stämme in Hinterindien und auf den
Yundainseln anzunehmen. Alle drei Urfamilien können aber
zuf Urformen zurückgeführt werden, welche in ihrem Skeletaaue
übereinstimmen und von welchen man annehmen kann,
dass sich aus ihnen durch selbstständige Weiterentwicklung
anthropologischer Merkmale und erbliches Fixiren derselben
lie verschiedenen Untervarietäten ausgebildet haben.
So gelangen Sarasın bis zur Frage über die Wiege des
Menschengeschlechtes, welche sie jedoch nicht weiter behandeln
wollen, indem sie die Auffindung der fraglichen Urwurzel
mit einem neutralen Behaarungszustande der paläontologischen
Forschung anheimstellen. Bezüglich der phylogeneti-;chen
Berührungspunkte zu den Anthropoiden heben sie
ıervor. dass der Schimnanse (Anthropopithecus) der hypotheti-