Digitized Materials

Here you will find digitized editions of anthropological journals and monographs. For more information about the digitization project, please visit [here].

Search in

Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 13=23.1893

— 187

absoluten Masse für die grösste Beckenweite sogar die des
Europäers, dessen Becken auch in Bezug auf die Beckenhöhe
demjenigen: des Feuerländers am nächsten steht. Nur in den
vorderen Abschnitten macht sich am feuerländischen Becken
eine Verengerung geltend, womit auch die bedeutendere nach
vorne gerichtete Convergenz der Crista ilei gegenüber dem
Europäer zusammenhängt. Die interessanten Angaben MArtın’s
über die Conjugata stehen ziemlich vereinzelt da, weil über
die anderen südamerikanischen Stämme diesbezügliche Untersuchungen
 leider noch fehlen. An dem etwas abgeflachten
Femur fand sich die sonst nur bei den belgischen Höhlenbewohnern
 der KRenthierzeit vorgefundene Fossa hypotrochanterica.
 Auffallend war die an der etwas platyknemischen
 Tibia vorkommende Retroversion des Tibiakopfes,
wodurch wieder die Fossa poplitea an Tiefe gewinnt. Während
Frairoxt diese Varietät mit dem weniger aufrechten Gang
ler Feuerländer in Zusammenhang zu bringen trachtet, erklärt
 es Martin viel naturgemässer durch das gewohnheitsmässige
 Hocken derselben. Auch die bei Feuerländern am
Jistalen Ende der Tibia neben dem Malleolus oft vorkommende
sogenannte Tibialfacette weist MArTın als pithecoides Merkmal
zurück und bringt sie mit dem früher erwähnten Umstande
in Beziehung.
Einer gründlichen, wenn auch weniger ausführlichen
Untersuchung unterwirft MaArtın in ähnlicher Weise das
Muskel- und Darmsystem, die  Geschlechts- und Sinnesorgane
 etc.
Zum Schlusse gelangt er zu der Anschauung, dass die
von KoLrMmAnNN angenommene Pluralität der amerikanischen
Rasse schon für die prähistorische Periode am meisten Wahrscheinlichkeit
 auch bei den Feuerländern für sich beansprucht,
da einerseits zwar mongoloide, aber besonders auch europäische
Züge unverkennbar sind. Die Monographie bietet uns viel
Neues und Wissenswertes und ist mit einer Anzahl wohlgelungener
 Bilder ausgestattet (nur der kleine Druck macht
sich unangenehm fühlbar); sehr gut angebracht sind die am
Schlusse eines jeden Capitels beigefügten Messungsmethoden,
Hovorka.

LU,
Sergi, G,: Varietä umane mierocefaliche e pigmei
di Europa.
Durch Untersuchungen von mikrocephalen Schädeln ist
Sereı zu der Ansicht gekommen, dass es in Europa, Asien
und Afrika grosse Reihen von Individuen gebe, welche sich
durch kleine Köpfe mit geringer Schädelcapacität und durch
aine kleine Statur auszeichnen,
Er untersuchte hauptsächlich russische und italienische
Zwergschädel und Skelette, und zwar die von ihm so benannten
 Mikrocephalen (Capacität bis 1150 cm3) und Elattocephalen
 (Capacität 1150—1300 cm®), im ganzen 391 Schädel.
Auf Grund dieser Untersuchungen und unter Hinweis auf
die militärische Aushebung nimmt er für Italien ein besonderes
 Pygmäenvolk an. Dem Einwande, es könnte hier
Rhachitis im Spiele sein, begegnet er mit der allerdings
schwach fundirten Bemerkung, dass in Gegenden, wo die
Rhachitis heimisch ist, bei gleichen Lebensbedingungen neben
den Zwergen auch Leute mit hoher Statur vorzukommen
pflegen, so z. B. in Girgenti und Catania. Nach der in seiner

hm eigenthümlichen Art ausgeführten Beschreibung einzelner
Schädel kommt er zu dem Schlusse, dass alle „mikro- und
ılattocephalen“ Zwerge in Europa als Abkömmlinge einer
jesonderen Pygmäenrasse zu betrachten sind, welche von
Afrika in die Mittelmeerländer einst ausgewandert ist, sOdann
 in ganz Europa sich zerstreute und sesshaft machte,
wobei sie mit den anderen Rassen nach und nach verschmolz.
Hovorka.

20.

“ercq, F. S. A.: Ethnographische beschrijving
van de West- en Noordkust van Nederlandsch
Nieuw-Guinea. Met medewerking van J. D. E,
SCHMELTZ. Met bijvoeging .eener schets der Ethnographie
 van Duitsch en Britsch Nieuw-Guinea.
Met 42 platen en 51 tekstillustraties. Leiden 1893,
P. W. M. Trap, 4°, XVI + 300 pp.
Der Verfasser hat in den Jahren 1887 und 1888 in der
Sigenschaft als Resident von Ternate vier Reisen nach Nieder-‚ändisch-Neu-Guinea
 unternommen, deren geographische und
thnographische Ergebnisse in einer Reihe von Mittheilungen
n der Zeitschrift „Indische Gids“ 1888, 1889, ferner in der
Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde“, im
Cosmos“, in den „Notulen der Bataviaasch Genootschap van
£unsten en Wetenschappen“ und im „Internationalen Archiv
‘ür Ethnographie“ niedergelegt wurden, Von diesen Reisen
)rachte Herr F, S. A, ve CLErcQg eine Sammlung von mehr
ıls 800 Nummern ethnographischer Gegenstände heim, deren
7ublication eine ganz ausgezeichnete Uebersicht über den
ı1eutigen Culturzustand der verschiedenen Papüa-Stämme in
Vest-Neu-Guinea ermöglicht. Die wissenschaftliche Bearbeiung
 dieser Sammlung war ungemein erleichtert durch die
orgfältige Bestimmungsmethode von Seiten des Sammlers:
”ast jeder Gegenstand ist mit seinem einheimischen Namen
ersehen; bei jedem Objecte ist die Provenienz so weit als
nöglich festgestellt; ausserdem wurde Gebrauch und Material
lesselben genau verzeichnet. Es blieb demnach für die Verffentlichung
 nichts weiter zu thun übrig, als die Sammlung,
;ofern es nicht schon geschehen war, in eine schickliche Einheilung
 zu bringen, die werthvollen Noten des Herrn DE CLERCQ
4ls nothwendige Ergänzung zu den Abbildungen zusammenxustellen,
 aus der Literatur das Nöthige beizubringen und
‚us dem gegebenen Materiale die Resultate zu ziehen. Diese
Arbeit besorgte in bekannter mustergiltiger Weise Herr
T. D. E. SCHMELTZ,
Es umfasst sonach das Werk drei Hauptabschnitte: I. das
[nventar der Sammlung, welches die von J. D. E. ScHMELTZ
7erfasste Beschreibung der Objecte und die von F, S. A, Dr
ÜLERCQ gesammelten Erklärungen über Provenienz, Herstelungsweise
 und Gebrauch enthält. Sehr dankenswerth sind
lie in den Anmerkungen von dem Ersteren gegebenen Literaturı1achweise,
 sowie die sich daraus ergebenden Bemerkungen.
I. Eine Skizze der geographischen Verbreitung der ethnozraphischen
 Gegenstände mit einer tabellarischen Uebersicht
vuf vier Blättern, welche den Werth des Buches beträchtlich
ırhöht und es zu einem für jeden Ethnographen nothwendigen
Tandbuche macht; angeschlossen sind einige Bemerkungen
ıber die Verwandtschaft der Ornamente. UL Eine Zusammen-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.