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seinen Herd entflammt. Das scheint uralter Brauch
zu sein und hatte vielleicht einst den Sinn, dass
man die Seuche der Verunreinigung des Feuers zuschrieb.
Deshalb vielleicht das Auslöschen aller
Feuerstätten und die Erzeugung eines neuen, reinen
Feuers,
Ueber die Schwierigkeit des Feuermachens
mit Stein und Stahl vgl. RoszaGer, Waldheimat,
S. 101. Er sagt, dass die Gluth, wenn sie noch so
sorgsam des Abends in der Herdgrube verwahrt
worden, des Morgens doch zumeist erloschen war.
Dann habe die „Schlägerei mit Stein und Stahl“
begonnen.
Ich will hier anschliessen, dass RoseGGEr (a. a. O.,
S. 134) erzählt, dass am Weihnachtstage das Mittags-G.
BancaLarı hat mir von seiner heurigen Reise
zwei Zeichnungen mitgebracht: einen Kesselhälter
Fig. 170) und einen Feuerbock (Fig. 171).
Die Form des letzteren ist sehr interessant; sie
scheint ziemlich verbreitet zu sein. Das österreichische
Museum in Wien besitzt zwei: Prachtexemplare dieses
Typus, von denen das eine laut Inschrift aus dem
Jahre 1577 stammt. Die Herkunft dieses Typus ist
anklar. Ist es wirklich nichts Anderes als ein quer
vor den Kamin gestellter vierbeiniger Bock?
Man erzählt mir, dass man in Krain einen Feuerbock
für kleines Holz auf den Herd setzt, längere
Scheiter aber über zwei Böcke legt. Das letztere
sieht man bei SchuLtz (Fig. 115) nach einem alt-1iederländischen
Gemälde des. Leipziger Museums.
ON LEN OT
er
Pe.
Fig. 170. Kesselhälter
mahl in der Küche eingenommen wurde und erst
das Abendmahl in festlicher Weise in der
Stube.
Kamine mit wahrscheinlich dreifüssigen Feuerböcken
bei A, Socuvrvrz, Bd. I, Fig. 105, 106, 115,
nach alten Bildern. Vgl. auch Scnusrtz, Tafel IV, das
Bild des Januar nach dem Kalendarium der Ambraser
Sammlung, auf dem gebraten wird, wobei der Mann
aber den Spiess nur auf einer Seite aufzulegen
scheint. Küchengeräthe zählt Forz auf (ScHuLTZ,
S. 113). Vgl. die sehr lehrreichen Zeichnungen a. a. O.,
Fig. 150, 151. Bei Fig. 150 (Jan MostAert) erkennt
man auf dem Feuerhut Bratspiess, Fettpfannen,
Rost; unten im Kamine selbst eine Querstange mit
drei Haken; unten steht ein Feuerbock, eine Zange,
ein Besen (zum Luftfächeln). Auf Fig. 151 ist zwar
Dreifuss, Ofengabel, Blasbalg, „Murser“ und Rost
zu sehen. aher kein Feuerhock.
Fig. 171. Ein Feuerbock
Ich habe früher daran gezweifelt, dass man den
Jreibeinigen Kaminfeuerbock zur Aufnahme des Bratspiesses
adaptirte; mit Unrecht. Das Künstlerhaus
bringt in seiner jetzt (während des Druckes) tagenden
Ausstellung ein Bild von GAmrAnA Cumerıcr in Reggio
mit einem derartigen Bocke. Nur der eine dreibeinige
Bock hat zwei nach vorne strebende Haken, oben eine
blumenkelchartige Vorrichtung; der andere ist niedriger
und mit einem grossen Messingknauf verziert.
Nachtragen will ich auch noch, dass die Kleinheit
der in Gräbern aufgefundenen prähistorischen
Feuerböcke so zu erklären ist, dass hier
aben der Gegenstand nicht selbst, sondern blos in
effigie gegeben wurde.
Um die Vordergrenze der steierischen Typen
kennen zu lernen, habe ich mehrere Excursionen
nach dem südlichen Niederösterreich gemacht. Ich
berichte im Folgenden darüber.