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römischen Baue. Im Anschlusse an Cuorsy, L’art de
bätir chez les Romains, Paris 1873, S. 96, und L’art
de bätir chez les Byzantins, S. 71, sagt er: „Die
Ehre der ersten rationellen Anwendung von Töpfen
zu Gewölben kommt ganz den Architekten der
byzantinischen Schule zu.“
Haben also auch erst die byzantinischen Architekten
die Kunst erfunden, aus Töpfen grosse
Gewölbe zu construiren, so erhebt sich die Frage,
wer den kleinen Schritt zuerst gethan hat, welcher
von der Verwendung der Töpfe, wie sie in den
römischen Bauten und Gewölben sich finden, bis
zum Kachelofen führt.
Im Süden waren stabile Heizvorrichtungen für
Wohnräume nicht nothwendig, und im Bedarfsfalle
konnte man sich mit transportablen Kohlenbecken
Befo-Guss
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wert
ainen Mantel mit vielen Hohlräumen über dem Feuer
zu wölben, ist bei Essuenwermn’s Erklärungsversuchen
nicht zu seinem Rechte gekommen.
Der Ofen ist nicht aus dem alten offenen Herde
antstanden, wenigstens nicht ohne viele Mittelglieder
und Culturübertragungen. Ganz anders steht es um
Jen Kamin; der ist, wie heute noch das alte Bauernhaus
lehrt, aus drei, ursprünglich selbstständigen
Theilen erwachsen: der Herdfläche, dem Feuermantel,
der das Bestreben hatte, immer mehr die Flamme
zu umschlingen, und endlich dem Schlote, der, zuerst
irgendwo in der Küche angebracht, endlich sich auf
den Feuermantel setzt, um direct von da Rauch und
Qualm in’s Freie zu führen *).
Es fragt sich, ob die historische .Ueberlieferung
Jer Annahme eines römischen Ursprunges des Kachel-Wandsbärke
der
Töpfe 146-8 zum
Schluss dines Kup p elge welhes, ViNa der Bardian./ Aus Yunu,
ie Daustika DT. 5.199 )
Fig. 163. Römische Kuppel
behelfen. Anders wurde es, als die Römer mit
Deutschlands Klima bekannt wurden.
Weil also die Kachelöfen eine hohe Stufe der
Töpferei voraussetzen und die Verwendung der
Kacheln prineipiell identisch ist mit der Verwendung
von Töpfen zu Gewölben, beide Umstände aber nach
Rom weisen, so meine ich, dass der Kachelofen
unter dem Einflusse römischer Cultur in einem Lande
mit rauherem Klima entstanden sein muss, d. h. also
in der Grenzsphäre von Römern und Germanen.
Darauf weist der deutsche Name des Gegenstandes,
darauf weist der Umstand, dass Deutschland das
richtige Ofenland ist. Und so spricht man auch von
hypoecausta germanica.
So ist meiner Meinung nach Essexwern (a. a. O.,
Sp. 33) weit fehl gegangen, wenn er glaubte, dass
der Kachelofen aus dem mit Gluth gefüllten Topfe
entstanden ist). Der Grundgedanke des Kachelofens.
1) W. Lüsgez (a. a, O., 162 f.) hat dagegen die Meinung ausgesprochen,
dass Ofen und Kamin aus dem alten offenen
Herde entstanden sind. LÜBzgegE ist auch der Ansicht (a.a. O0.
ofens günstig ist. Das ist allerdings nicht der Fall;
ıber glücklicherweise ist es ja noch lange nicht auszeschlossen,
dass sich in alten Bauten Deutschlands
lie gewünschten Uebergangsglieder vom Hypocaustum
zum Kachelofen noch finden.
Das Wort „Kachelofen“ ist erst spät belegt
Grimm, Deutsches Wörterbuch, Bd. V, Sp. 13). Von
Jeutschland scheint der Gegenstand nach Litauen gezommen
zu sein, wo er kakalys genannt wird. Die
Kacheln werden kakalpüdis „Ofentöpfe“ genannt. Die
Slaven scheinen das Wort „Kachelofen“ nicht entlehnt
zu haben. (Vgl. die Artikel kamina asl. Ofen und
kamnata [== caminus, caminata] bei Mırıosich, Etymologisches
Wörterbuch, S. 110.)
(63), dass der Ofen die höhere Culturform über dem Kamin
„ezeichne, Kıvcor (s. v. „Ofen“) meint ähnlich wie Essenweıx,
lass die Grundbedeutung des Wortes „Ofen“ Topf sei. Er
z;chliesst es aus al. ukhä und ags. ofnet, „kleines Gefäss“;
aber ukhä scheint mir nicht zu „Ofen“ zu gehören und damit
nüsste man auch ofnet zu ukhä stellen, aber fernhalten von
‚Ofen“.
1) Ein schöner Kamin sammt Schlot bei ScuuLTtz, Fig, 127.