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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 12=22.1892

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ist oberflächlich mit kleinen, oft rosettenförmigen
Mangandendriten überzogen.
2, Zwei Stosszähne des Mammuth, deren
arsprüngliche Länge 1‘5—2m und deren Durchmesser
 am stärkeren Ende 15—16 cm betrug, welche
Dimensionen wieder auf ein jüngeres Thier hinweisen.
 ;
Andere Skelettheile oder Backenzähne des Mammuth
 fanden sich nicht vor.
3. Ein Schädel des Wollnashorns — Rhinoceros
tichorhinus —, schon im September ausgegraben und
Jabei in Stücke zerschlagen. Nach den gut erhaljenen
 Condylen und den mir überbrachten vier Backenzähnen
 zu schliessen, gehören sie gleichfalls einem
jungen Thiere an. Der Schädel, dessen Oberfläche
abenfalls dendritisch ist, war nicht morsch, sondern
ist mit Gewalt zertrümmert worden.
4, Eine grössere Anzahl mit Dendriten überzogener
 Rhinocerosrippen, einige bis 1 m lang
ınd 3—5 cm breit.
Zwei Rippen zeigen am Ende eine glatte, mit
Dendriten überzogene Schlagmarke, von welchen
3ine, in Taf. III, Fig. 1, abgebildet, eine Länge von
3 cm und eine Breite von 2:5 cm besitzt. Die beiden
ietzteren Rippen, gleich mehreren anderen, welche
bei dem Herausheben der Länge nach gespalten
wurden, zeigen in ihrem grobzelligen Gewebe Spuren
von Pflanzenwurzeln, welche der Länge nach die
Rippen durchzogen, also durch die Verletzung der
Beinhaut in das Innere des Zellgewebes Eingang
gefunden haben.
5. Ein 20 cm langer, rundlicher Basaltheil einer
‚echten Geweihstange, deren Oberfläche sehr
schwach gefurcht und auffällig glatt ist. Das untere
Ende ist in Folge deutlicher Bearbeitung halbkugelig
abgerundet. Es dürfte, wie auch SCHAAFFHAUSEN Vermuthet,
 sehr wahrscheinlich dem Renthier angehören,
 ist also die einzige Spur vom Vorhandensein
dieses Thieres. (Taf. III, Fig. 2.)
6. Drei Vorder- und acht Backenzähne
aus dem Ober- und Unterkiefer des wilden
Pferdes. Sie gehörten einem Individuum an und
wurden angeblich an dieser Stelle schon im September
 ausgegraben. Auch sie zeigen theilweise die
vothe Färbung von Eisenoxyd, welche alle Fundstücke
dieses Fundortes kennzeichnet. Ä
ce) Das Menschenskelet.

Der unstreitig wichtigste Fund ist der mensch.
liche Schädel und einige Skelettheile, die zweifels->hne

 zusammen cinem Individuum angehören. Die
‚age des Skeletes, eingebettet zwischen den Mamnuth-
 und Rhinocerosknochen, war derartig, dass
nit einem Theile der ersteren auch die unteren
Ixtremitäten des Menschen durch den Canalbau im
September durchschnitten worden sind, während
)berkörper und Schädel erst durch die Grabung im
Jecember blossgelegt wurden. Durch diesen glücklichen
 Umstand sind nicht nur diese, sondern auch
lie dem Schädel nahe gelegenen Artefacte vor
Zertrümmerung bewahrt geblieben.
Alle Skelettheile des Menschen sind durch ein
-öthelartiges, feines Pulver auffällig roth gefärbt,
las sich nach einer vorgenommenen chemischen
\nalyse als Eisenoxyd mit Spuren von kohlensaurem
Talk und Kieselerde herausgestellt hat.
Dieser rothe Farbstoff, mit welchem wohl ur-;prünglich
 nur der menschliche Körper versehen war,
ıat sich bei der Auflösung desselben auch auf die
Arde und durch diese auf die Knochen und die umijegenden
 thierischen Reste und Artefacte übertragen.

1. Der Schädel.
Der bei dem Herausschaffen aus der Erde
n die Luft in Theile zerfallene Schädel wurde mit
hunlichster Sorgfalt reconstruirt, doch fehlen demjelben
 die Nasenbeine, das linke Jochbein, der Oberziefer
 bis auf ein rechtsseitiges Bruchstück mit fünf
Zähnen, der linke Unterkiefer, das rechte Schläfenjein
 und der grösste Theil der unteren Schädelkapsel,
Alle Aussenflächen des Schädels wie das Unterzieferfragment
 sind mit fädlichen Rinnen versehen,
lie, wie bei allen im Löss eingebetteten Knochen,
ıls Corrosionen feiner Pflanzenwurzeln betrachtet
werden müssen,
Herr Prof. Dr. H, SocnHAArrnHaAUusen in Bonn, dem
ler Schädel, wie fast alle Fundobjeecte, zur geneigten
Zegutachtung eingesendet wurden, äussert sich
27. Jänner 1892) über den Schädel, der auf Tafel I
n Fig. 1, 2 und 3 (nach einer Photographie) abgebildet
st, in Nachfolgendem:
„Der Schädel, an dem die Basis fehlt und von
Jjem nur Bruchstücke der Kiefer vorhanden sind,
st 204 mm lang und 139 mm breit. In Folge der
Zusammensetzung desselben aus mehreren Theilen,
zwischen denen die Lücken mit Gyps ausgefüllt sind,
st die Stelle hinter und über der linken Schläfenschuppe,
 in der man die grösste Breite findet,
stärker hervortretend als an der rechten Seite, so
lass man für die ursprüngliche Breite nur 134 mm
            
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