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werke geehrt, in welchen sie bei gewissen Gelegenneiten
ihre Wohnung nehmen, Diese Bilder sind
mannigfacher Art, von den kolossalen steinernen
Statuen auf der Osterinsel, bis zu den kleinen
Figuren aus geschliffenem Nephrit, die der Maori
bei sich trug.
Der eigentliche ursprüngliche Tiki, der König in
Avaiki, empfängt, wie bereits gesagt, in seinem unterirdischen
Reiche die Geister der eines natürlichen
Todes gestorbenen Menschen. Ihr Loos wird auf verschiedene
Weise geschildert. Nach der Vorstellung
Einiger werden sie von Tiki aufgefressen und vernichtet;
Andere glauben, dass sie, nachdem sie harte
Prüfungen bestanden, einer ewigen Glückseligkeit
geniessen, die hauptsächlich in einer reichlichen Befriedigung
aller Leibesbedürfnisse besteht.
Auffälligerweise wird Tiki an einigen Orten als
weibliches Wesen betrachtet, z. B. auf Mangaia.
Dort ist 7iki die Schwester des Vettini, des ersten
Menschen, der natürlichen Todes gestorben ist).
Sie sitzt an der Schwelle eines langen Hauses unten
in Avaiki und empfängt die abgeschiedenen Geister,
jedoch nur solche, die ihr ein Opfer bringen. Wer
ihr nichts mitbringt, muss ewig draussen stehen in
Regen und Finsterniss, zitternd vor Kälte und Hunger,
was um so härter für ihn ist, als er die ganze Zeit
sehen muss, wie die vom Glück Begünstigten drinnen
ihres Daseins froh sind.
In Betreff der Tiki zu bringenden Opfer und der
bei Todesfällen zu beobachtenden Trauerceremonien
hatte Vedtini genaue Vorschriften gegeben, als ihm
gleich nach seinem Tode in Folge der herzzerveissenden
Klagen seiner Eltern und seiner (damals
noch lebenden) Schwester?) erlaubt wurde, dieselben
auf einen Tag zu besuchen. Die Opfer mussten in
Nahrungsmitteln bestehen, welche mit dem Todten
begraben wurden. Da die Begräbnissweise in Mangaia
darin bestand, dass die Leichen in tiefe Höhlen versenkt
wurden (es gab deren eine für die Vornehmen,
eine für das gemeine Volk), sollten die Opfer ihnen
1) Wyart Gi, a. a. O., pag. 170.
2) Sie selbst kam auf folgende Weise in die Unterwelt.
Böse Geister, sogenannte Oromatua, pflegten durch den Spalt
an der Westseite der Insel, wo die Sonne und die Todten in
die Unterwelt hinabstiegen, heraufzukommen und Krankheit
und Tod unter den Menschen zu verbreiten. Um der Wiederholung
dieses Unglückes vorzubeugen, stürzte sich die schöne
Tiki lebendig in den Spalt, der sich sofort über ihr schloss.
Seitdem mussten die Sonne und die Todten sich einen anderen
Eingang zur Unterwelt suchen, aber Tikis Absicht war gelungen;
die bösen Geister kehrten nicht wieder.
1achgeworfen werden, Sie bestanden in fünf alten
jocosnüssen, die man öffnete und deren Saft auf die
irde ausgegossen wurde, Alsdann wurde jede Nuss
nzeln in Blätter und Tapa gewickelt und eine
1ach der anderen nebst anderer Speise in die Grube
ınabgeworfen, wobei die Leidtragenden jedesmal
len Namen des Todten riefen und hinzufügten:
Hier ist deine Speise, iss davon.“ War die letzte
Juss sammt Zubehör hinabgeworfen, riefen die Anzehörigen:
„Lebe wohl! Wir kommen nicht wieder
zu dir!“ Nach rarotonganischem Brauch sollte das
)pfer in dem Kopf und den Nieren eines Schweines,
äner gespaltenen Cocosnuss und einer Kawawurzel
jestehen.
Der hiemit abschliessende Ausflug in das mythoogische
Gebiet hatte den Zweck, in aller Knappheit
zu zeigen, ın welchem Ideenkreise die Inselvölker
sich bewegten, über deren Kunst, wenn man so
;agen darf, wir hier Bericht geben wollen.
Es ist unumgänglich nothwendig, zum wenigsten
ne Ahnung von der poetischen Kraft zu haben,
lie diesen Völkerschaften unleugbar innewohnt, um
lie wenngleich trübe Wiederspiegelung derselben in
hrer Ornamentik richtig zu verstehen.
Ein Theil der hier angeführten Beispiele kann
rielleicht gewisse Erscheinungen auf dem ornamen-:alen
Gebiete erklären helfen, welche sonst unverztändlich
bleiben würden.
B. Die Ornamentik.
In den meisten ethnographischen Museen und
Sammlungen findet man gewisse Basaltäxte von
zuter Arbeit, mit einem reich und kunstvoll ge-;chnitzten
Stiel aus Holz, dessen eigenthümliche Form
ür den praktischen Gebrauch absolut untauglich
‚rscheint. Bald sind diese Stiele vierseitig, nach dem
»beren Ende sich langsamer verjüngend (Fig. 16 u. 17),
»ald konisch (Fig. 18), bald vielkantig (Fig, 19),
jald bilden sie eine Zusammensetzung aller dieser
"ormen, so dass ein mehr oder minder langes Stück
les unteren Endes vierseitig, das übrige obere Ende
und oder vielkantig ist (Fig. 20). Bisweilen ist der
Schaft unten so dick, dass man ihn kaum mit beiden
Händen umspannen kann.
In solchen Fällen lässt sich die Axt auf der
breiten Basis des unteren Stielendes aufstellen.
ferner findet man gleichmässig dicke, runde, vierseitige
oder vielkantige Axtstiele (der Fig. 19 ähnich,
aber dünner) und von nicht grösserem Durch-