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Garten behufs Baues von neuen Häusern bis zur Sohle
des Weges abgefahren und dabei fand man bei Skeletten
eine Menge Alterthümer, darunter zwei kolossale
Yibeln, welche insgesammt den Sammlungen des Baron
UIEBIG, damals Besitzer von Smitic, einverleibt wurden,
9. Herr Custos Moriz Trapp in Brünn übersendet
Mittheilungen über einige
Prähistorische Funde in Mähren im Jahre 189l.
Im Laufe des Jahres 1891 erwarb die prähistorische
Sammlung des Franzens-Museums in Brünn durch freundliche
Schenkung seitens des k. k. Bezirks-Thierarztes
Herrn FLorıAN KovupeLKaA in Wischau, eine reichhaltige
Collection vorgeschichtlicher Objecte, welche dieser an
verschiedenen Orten im Wischauer Bezirke bei
seinen fleissigen Forschungen ausgrub.
Es sind dies 20 Stück Steinkeile aus Granit und
Serpentin, 5 ganze und 6 halbe Steinäxte (Hämmer),
16 Stück diverse bearbeitete Steinobjecte, 2 Bronzeringe
und 2 Wirtel, dann aus einem Grabe bei Nämean
3in Menschenschädel mit Spuren von Bronzeschmuck an
ler Knochensubstanz, sowie einzelne andere Menschengebeine
nebst Thongefässscherben und einem Bronzeschmuckfragmente,
An weiteren Spenden kamen durch den eifrigen
Forscher Herrn Franz Myxıig, Lehrer in Altstadt bei
Ungarisch-Hradisch, dem Museum die in den aufgedeckten
Kostelanerf(bei Ungarisch-Hradisch) Skelettgräbern ge-‚undenen
Praehistorica, zu, nämlich: 1 Schädelobertheil,
L eisernes dolchartiges Messer, 2 Mahlsteine aus Muschel-<alk
und Granit, Webgewichte, Urnenscherben und
L geschliffener Steinmeissel, dann 1 kleine rothe Perle
2 Geweihstücke und 1 Bronzenadel nebst 1 Bronzespirale,
Diese Skeletgräber kamen durch die Inundation
der March, welche heuer eine Strecke Ufers an der
Kostelaner Grenze abwusch, zum Vorschein.
Ferner durchgrub Lehrer Myxıig einen Garten zu
Altstadt und fand circa 2 m tief zwischen Kohle und
Asche eine Masse von Lehmanwurf mit Stücken von
Ziegelsteinen nebst Abdrücken von Holzpfählen. In
der kohlengemischten Erde befanden sich viele graphiiirte
Scherben, unter welchen verkohlte Mohnkörner lagen.
Weiters fanden sich 2 gerippte schwarze und 1 rothgebranntes
Gefäss vor. Ein Topf zeigt am Boden ein
Rad ausgeprägt. Ausser einigen Thierknochen und einer
Menge Eisennägeln kam nichts weiter zu Tage.
Schliesslich schickte Herr MyrxıLix dem Museum
10ch 1 kleines Töpfchen und 1 grosse Urne, gefüllt mit
Asche und Knochenpartikelchen aus Bisenz, 5 Thonschalen,
1 grosse und 1 kleine Urne nebst 1 Bronzenadel,
1 Getreidequetscher, 2 Hornhämmern und 1 Eisenlanze
aus Chylic und Neudorf bei Ungarisch-Ostrau.
In Brünn wurden im Herbste während des Grabens für
Gasbeleuchtungsröhren Mammuthknochen nebst einigen
circa 16cm Durchmesser habenden Scheiben aus Sandstein,
deren Mitte ein Loch ausgeschlagen vorwies, aufzefunden.
In einem Garten, zur Gemeinde Czernowitz
nächst Brünn gehörig, grub man auch ein schlankgeformtes
Töpfchen mit Wellenornamenten sowie mehrere
Thierknochen und Zähne aus.
10. Herr k. k, Bezirks-Thierarzt Florian Koudelka
in Wischau übersendet einen
3ericht über die im Verlaufe des Jahres 1891 im
yolitischen Bezirke Wischau gemachten prähistorischen
Funde.
1. Gemeinde Nemojan, Gerichtsbezirk Wischau.
\uf dem Feldriede „Padölky“ in der Nähe der Nord->ahnstation
Lule, werden auf den Aeckern zahlreiche
jpuren und Reste von prähistorischen Objecten auszeackert.
Im vorigen und heurigen Jahre sammelte
ch hier zahlreiche geschliffene und polirte Steinwerk-;euge,
als Aexte, Hämmer, Meissel etec., sowie auch fragmentarische
Stücke, auch mit Bohrlöchern etc. Nebstlem
sind hier häufig Scherben von gröberen und feineren
Chongefässen, zumeist aus freier Hand verfertigt und
nit geradlinigen Ornamenten verziert. Systematische
3rabungen sind hier noch nicht vorgenommen worden,
2. Gemeinde Podivic, Gerichtsbezirk Wischau.
\uf den Aeckern und Rieden „Nivky“, „Sirok6“,
‚Bujky“ und „Zehrady“ wurden hübsch verfertigte
‘teinerne Geräthe (Aexte, Meissel, Beile ete.) gefunden,
\uch hier fanden keine systematischen Nachgrabungen
statt.
3. und 4. In der Umgebung der beiden beieinanderijegenden
Gemeinden Gross- und Klein-Ratzlawitz,
jerichtsbezirk Wischau, werden sehr zahlreiche und
‚ollendete, geschliffene und polirte Steinwerkzeuge, Beile,
lurchbohrte Hämmer etc. aus dem mannigfachsten
daterial (Syenit, Grauwacke, Serpentin, Chloritschiefer
»tc, etc.) gefunden und habe ich eine grössere Anzahl der
selben, darunter auch ein hübsches, scharf zugeschliffenes
leilchen aus Feuerstein gesammelt. Auf dem Riede
‚Vrchni pole“ werden viele grobe Scherben, auch ganze
’hongefässe (Urnen), mit gebrannten Knochenstückchen
ınd Asche gefüllt, ausgeackert. Nachgrabungen zu
vissenschaftlichen Zwecken fanden hier noch nicht statt.
5. Die Gemeinde Zelenä Hora (Grünburg), in unnittelbarer
Nähe der beiden vorerwähnten Gemeinden,
jeherbergt auf den Feldern ebenfalls zahlreiche prähistoische
Objecte, Gesammelt habe ich Steinbeile und Steinı1ämmer,
6. Alt-Hwözdlitz, Gerichtsbezirk Butschowitz,
\uf den Aeckern „Zahrüidky“ werden viele grobe Thonscherben
ausgeackert, welche von freigearbeiteten Geässen
herrühren, Ausser diesen Scherben fand ich hier
uch thönerne Spinnwirtel. Nachgrabungen fanden nicht
ıtatt.
7. KrouzZek, Gerichtsbezirk Austerlitz. Auf dem
Riede „Wajdlockr“ (Waldäcker) befinden sich Skeletzräber
mit Beigaben von Bronzeschmuck und Thonzefässen,
Ich erwarb von hier einen Ring mit S-förmig
ingebogenem Ende von 22 mm Durchmesser, Nachzrabungen
habe ich blos auf dem Acker Parcelle
Nr. 448, leider ohne erhebliche Funde, vorgenommen,
8. Gemeinde Ne&mtan, Gerichtsbezirk Austerlitz. In
äiner Schlucht des Riedes „Pratiosy“ sind mehrere
Skeletgräber mit ganzen menschlichen Skeletten gejffnet.
Als Beigaben konnten Thongefässe und Bronzeschmuck
sichergestellt werden.