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gesunken, ursprünglich aber auch in sitzender Stellung
begraben, daneben ein Kind in kauernder Stellung,
liegend begraben waren; bei dem noch sitzenden Skelete
wurden eine Spirale und ein Ringelchen aus Bronze,
dann weisse Korallen (aus Stein?) gefunden. Es mag
lies ein Beispiel eines Fundes sein, bei welchem eine
Familie, bestehend aus dem Vater, der Mutter und zwei
Kindern, in ihrer Hütte auf einmal begraben worden
sind; zugleich ist der Beweis geliefert, dass die hockenden
Skelette zu den Ustrinen gehören, Aehnliches Interesse
boten ähnliche Ustrinen bei PFrerov,.wo unter den
üblichen Artefacten und Abfällen ein hohles, offenes
Armband aus Bronzeblech und ein einem eisernen Palstab
ähnliches Instrument gefunden wurde. In Podbaba
wurden in einer Grube neun zerschlagene Gefässe mit
ansa lunata gefunden, wovon zwei zusammengesetzt
werden konnten.
2. Unter den Skeletgräbern, in welchen die Leichen
kauernd begraben sind (liegende Hocker), waren die Steinkistengräber
in ZvoleHoves die interessantesten; es
wurden da 14 Steinkisten mit kauernden Skeletten geöffnet
und daselbst eine beträchtliche Anzahl von Artefacten
und Gefässen des Unöticer Typus gefunden. Auf einem
Gräberfelde desselben Typus, wo die kauernden Skelette
blos unter einem Steinkegel oder besser gesagt unter
einem Steinhaufen begraben waren, bei Brandeis
a. d. Elbe, fand man ein Grab, in welchem bei einem
kauernden Skelete blos ein durchbohrtes Steinbeil und
Gefässe von älterem Typus gefunden wurden. In derzelben
Elbegegend, bei PFreboj, war vor Jahren ein
Steinkreis, aus grossen Steinplatten bestehend, vorhanden,
in dessen Mitte ein Kegel aus schwarzer Erde
aufgeworfen war; mitten in dem einstigen Steinkreis,
auf dem ursprünglichen Boden, befanden sich einige
Steinsetzungen, aber nur unter einem lag ein kauerndes
Skelet eines Kindes mit einigen Thonperlen. Eine halbe
Stunde entfernt, bei Grossdorf, befand sich ein
breiter Tumulus mit drei Steinsetzungen; in dem einen
wurde nichts, in dem anderen ein polirtes, durchbohrtes
Steinbeil und eine polirte, ebenfalls durchbohrte Kugel
gefunden, Die dritte Steinsetzung wurde heuer aufgedeckt;
es fand sich hier, halb schon neben einer
Steinsetzung, welche einer Steinkiste ähnlich war, ein
Skelet, halb sitzend, halb liegend auf den Resten eines
etwa zweijährigen Rindes; vier Beinpfriemen wurden
daneben gefunden, In Pferov endlich wurde ein
hockendes Skelet unter schwacher Steinsetzung gefunden,
bei dem ein durchbohrtes Steinbeil und Scherben mit
gestochenem Ornamente, unter welchem ein regelrechtes
‚omanisches Kreuz (auf dem Oehr), gefunden wurde.
3. Tumuli wurden blos bei Gross-Dobra ausgegraben,
Es waren zumeist regelrechte Steinkegel mit
Steinkranz; der Leichenbrand war nicht. immer in der
Mitte des Kegels, Einmal befanden sich drei Bestattungen
in einem Tumulus; die Gefässe standen zum Theil in der
Mitte am Boden des Steinkegels, zum Theil fand man sie
in dem Erdaufwurf; dreimal waren grosse Gefässe in
den ursprünglichen Boden unterhalb des Steinkegels
versenkt. An Bronzebeigaben wurden gefunden (im vorigen
Jahre): Schwert, Dolch, Palstab, Buckeln, Nadeln, kleines
ad mit vier Speichen, Bruchstücke eines Gefässes,
\rmspangen; (heuer): Nadeln, Armspangen, Buckeln,
lann Bernsteinperlen. Nachbestattungen von Skeletten
wurden einige Male gefunden, .
4. Im Frühjahre wurden in der Ziegelei bei ZäbEhlie
ei Prag einige Skeletgräber gefunden, worunter eines
nit Bronzebeigaben: 1 Halsring, 2 Armspangen, 2 Fibeln
rom Duxer Typus und am Kopfe des Skeletes eine
"leine „Krone“, nämlich ein in fünf Dreiecke gebogener
ing; ähnliche Artefacte wurden im Herbste 1890 bei
nem Skelete daselbst gefunden; in derselben Zeit
‚oll ein Skelet in sitzender Stellung gefunden worden
jein, wenigstens zeigte man dort eine Höhlung im Lehm,
velche diese Angabe zu bestätigen schien.
5. Auf dem bekannten Urnengräberfelde von M Eänik
ei NeubydZov, wo unter den Bronzebeigaben des sonst
lem Lausitzer Typus entsprechenden Gräberfeldes eine
“ibel und Armspangen des Duxer Typus gefunden
worden waren, wurde auch heuer von dem archäologischen
/ereine in NeubydZov gegraben und eine grössere An-;ahl
von Gefässen und Bronzebeigaben gewonnen, Auf
nem ähnlichen Gräberfelde, in Svijan bei Turnau, wo
m verflossenen Jahre unter den Bronzebeigaben eine
Spiralfibel vom Hallstätter Typus sowie eine Gesichtsırne
gefunden worden waren, wurden im Frühjahre die
\usgrabungen so ziemlich beendet. In Pobor bei Plauan
wurde im Sommer ein Urnengräberfeld entdeckt, in welchem
(Jeine Beigefässe vom Lausitzer Typus (mit schraffirten
)reiecken) mit Urnen, wie selbe in der Elbegegend öfter
rorkommen und z. B. auf dem Urnengräberfelde von
>auan bereits auf der Töpferscheibe verfertigte Gefässe
‚ufweisen, vereint aufgefunden wurden,
6. Das interessanteste Urnengräberfeld war das aus
ier römischen Kaiserzeit stammende bei Dob£*ichov.
is wurde 1890 entdeckt und bis zum Juli 1891 volltändig
ausgegraben, Das Resultat der Ausgrabung war
in glänzendes: es wurden etwa 80 Urnen gewonnen,
vorunter viele mit schönen Ornamenten, eine Anzahl
ömischer Provinzialfibeln, schöne Perlen aus Glas
ınd Bernstein, ein Scarabäus aus Bronze mit einem
ijegenden Löwen, verschiedene Zierrathgegenstände aus
3ronze, Nadeln aus Bein, dann eine Menge von Artefacten
ıus Eisen: Schwerter, Lanzenspitzen, Scheeren, Messer,
Schildbuckel, Schildhalter, Sporen ete., wie solche in
3öhmen in derartiger Anzahl bis jetzt nicht gefunden
worden sind und unstreitig eine der hervorragendsten
Stellen im böhmischen Landesmuseum einnehmen werden,
7. Im Herbste 1890 und im Früjahre 1891 wurde
n Podbaba bei Prag eine grössere Partie von Skeletten
nit schönen Artefacten aus Bronze und Eisen, der
nerovingischen Periode angehörend, ausgegraben. Es ist
lies das erste Gräberfeld aus dieser Periode in Böhmen,
ijenn bis jetzt wurden nur einzelne Gräber aus dieser
Zeit entdeckt. Zu bemerken wäre, dass fast jedes
Iritte Skelet in Unordnung lag, so dass die Gebeine
namentlich Schenkelknochen) nicht an der Stelle lagen,
wohin sie gehörten,
8, Skeletgräberfelder mit Hakenringen wurden. heuer
wenige untersucht und entdeckt: in Rataj, Pfevoz,
DruZeec, Hradsko, Velim und das interessanteste bei