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verschiedenen Bronzegegenständen bei dem Baue der
Eisenbahnstrecke Zauchtel-Odrau zu bemerken
’Mitth. der k. k, Central-Commission 1891, S. 136).
Eingehende Mittheilungen über prähistorische und
Frühmittelalterliche Erdbauten in Galizien verdanken
wir Herrn Conservator Prof. Dr. SZARANIEWICZ; von
ihnen verdienen insbesondere die Bauwerke bei Magierön,
Busk, Podhorce, Zwinogrod, Staresiolo,
Halicz, Wiktoröw, Kosary, Skole und
Urycz hervorgehoben zu werden (Mitth. der k, k.
Central-Commission 1890, S. 231).
Erfreuliche Bestrebungen sind auch aus der Bukowina
zu melden. Hier ist es insbesondere Conservator
Prof. ROMsTORFER, Welcher mit anerkennenswerthem
Eifer ältere und neuere Nachrichten über prähistorische
Funde sammelt. Einen ausführlichen Bericht widmet
er der Stadt Sereth „als Fundort archäulogischer
Gegenstände“ (Mitth. der k. k. Central-Commission 1891,
S. 80), einige Funde bringt er auch aus Czernowitz
vei (Mitth. der k. k, Central-Commission 1891, S. 183).
Auch Correspondent R. F. KaArmprL berichtet über
ältere prähistorische Funde aus der Bukowina, die
leider zum grossen Theile wieder in Verlust gerathen
zu sein scheinen (Mitth. der k,. k. Central-Commission
1891, S. 258). Correspondent W, ScnMmıpT verfolgte die
Spuren älterer Goldfunde von Merezei, ohne jedoch
zu einem positiven Ergebnisse zu gelangen (Mitth. der
k, k. Central-Commission 1891, S. 123).“
Ich habe den vorstehenden Bericht im Zusammenhange
Ihnen vorgeführt, weil derselbe in dieser Gestalt am
besten geeignet erscheint, Ihnen ein Bild zu geben der
umfassenden Thätigkeit der k. k, Central-Commission
auf dem Felde der Prähistorie. Es wird sich nicht verkennen
lassen, dass diese Erweiterung des ursprünglichen
Programms dieses Staatsorganes unter besonderer
Bethätigung unseres langjährigen Freundes und Arbeitsgenossen
Herrn Dr. M. Mucy, dem wir auch vorliegende
Arbeit verdanken, von sehr segensreichen
Wirkungen für die wachsende Beachtung prähistorischer
bjecte aller Art von Seiten der Bevölkerung begleitet
yewesen ist, Im Anschlusse hieran folgen einige uns
direct zugekommene Mittheilungen, welche sich als
willkommene Ergänzung jenes werthvollen Berichtes
Jarstellen. Eine Anzahl derselben finden Sie als specielle
Mittheilungen in dem Berichte über die heutige Sitzung.
In archäologisch-anthropologischer Hinsicht hat auf
Anregung und mit Subvention der anthropologischen
and archäologischen Commission der Akademie der
Wissenschaften in Krakau Herr G. Ossowsxgı, Mitglied
and Delegirter der genannten Commissionen, das Flusszebiet
des Zbrucz und Sereth im ganzen Bezirke Husiatyn
zowie in einem Theile der Bezirke Skalat, Czortköw
and Borszez6w erforscht. Er entdeckte daselbst Spuren
von zahlreichen prähistorischen Ansiedelungen, zahl-‚eiche
Kurhane (Tumuli) und einige Höhlen, die sich
zu einer gründlichen Erforschung eignen, und untersuchte
hierauf die Gräberfunde sowohl. der Brandzräber
als auch der Skeletgräber. Die wichtigsten
wissenschaftlichen Resultate wurden aus der Erforschung
ler Steinkisten und Steinblockgräber in Uwisia und
Zak6öwkat des Bezirks Husiatyn erzielt. Aus diesen
jräbern wurden prähistorische Denkmale aus der Steinınd
Bronzezeit ausgehoben, unter welchen sich namentich
stattliche Knochenschmuckgegenstände und ein Halsand
aus Schneckenschalen der Gattung Cypraea panthejca,
aus einem Eberstosszahne und der Kinnlade eines
Tisches, auszeichnen, Aus Brandgräberfeldern mit sorenannten
Ziegelgräbern wurden die zahlreichsten Funde
n den Gräbern von Wygnanka bei Czortköw und in
3ilcze Ziote (Bez. Czortköw) erzielt, Es wurden dort
zusser Geräthen aus Feuerstein und gewöhnlichem Steine
zahlreiche gemalte Schmuckgefässe gefunden, die der
Keramik auf dem paläoethnologischen Gebiete Galiziens,
n Pokutien und Podolien einen eigenthümlichen Charakter
verleihen.
Herr Ossowsxı hat ferner gemeinsam mit dem Gutsbesitzer
Herrn M. KEmpLIcz die Skeletgräber in Myszköw
Bezirk Zaleszezyki) erforscht, Zwei Kategorien solcher
Gräber wurden da entdeckt; die eine bilden Gräber in
Corm von Steinkreisen, in welche die Skelette in Holzzisten
gelegt, die andere plattenlose Gräber, in welchen
lie Leichname unmittelbar in die Erde verscharrt wurden,
Zei den Skeletten der beiden Kategorien von Gräbern
xurden Schmuckgefässe aus Thon sowie Schmuckgegen-;stände
aus Bronze, Silber und Gold gefunden.
Die angeführten Forschungen wurden in zwei Ab-1andlungen
des Herrn G. Ossowsxr dargestellt und in
lem XV. Bande der von der anthropologischen Comnission
der Akademie herausgegebenen „Beiträge zur
Senntniss der vaterländischen Anthropologie“ (Zbiö6r
viadomosci do antropologii krajowej) veröffentlicht, u, zw.:
.. Zweiter Bericht über die paläoethnologische Forschungs-'eise
in Galizien; 2. über die Skeletgräber in Myszköw.
‘Siehe diese Sitzungsberichte Nr. 1, Februar 1892.)
Besonders hervorgehoben zu werden verdient noch
lie im Sommer des Jahres 1891 von den Mitgliedern
ler anthropologischen Commission, den Herren Fürst
u. SAPIEHA und G. Ossowsxı, in Angriff genommene
Jurchforschung einer der grössten Höhlen in Galizien, der
1l1öhle Werteba in Bilcze ZiIote. Bei den schwierigen,
‚uf Kosten des FÜRSTEN L. SArıshHA ausgeführten Vorarbeiten
wurden überaus zahlreiche prähistorische Denknale,
Feuerstein- und Steingeräthe, Hirschhornwaffen,
aus Knochen angefertigte Geräthe und Schmuckgegen-;tände,
kleine Figuren, welche Menschen und Thierzestalten
vorstellen und gewöhnlich aus gebranntem
Thon und aus Terracotta angefertigt sind, schliesslich
ine ungeheure Menge von gemalter Keramik gefunden.
Hieran möge sich ein Bericht über die archäologischen
Ausgrabungen des böhmischen Landesnuseums
im Jahre 1891 anschliessen:
Das eben zu Ende gehende Jahr war in Böhmen
ziemlich reich an archäologischen Funden, welche nach
len einzelnen Kategorien registrirt werden können, wie
olgt:
1. Sogenannte Ustrinen (oder wohl besser gesagt
ärubenwohnungen) boten Interessantes, namentlich bei
Zadim, wo in einer solchen mit Asche, Scherben und
Cnochen gefüllten Grube vier Skelette gefunden wurden,
vovon eines sitzend, zwei Erwachsene zwar nieder-