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Zwecken gewidmet. Obwohl Herr SpörrıL im letzten
Jahre seines Lebens nicht mehr zu den Unsrigen zählen
yollte, bedeutet das Ableben dieses in seiner Art energischen
und opferwilligen Mannes einen empfindlichen
Verlust für die Gesellschaft, welcher derselbe noch bei
seinem Austritte einen namhaften Beitrag zurückliess.
Wir werden der von SpöTTL uns geleisteten Dienste stets
treu gedenken. Das plötzliche Ableben des Herrn Huco
PAULI, Associes der Firma Gerold & Comp., eines durch
Geist und Gemüth ausgezeichneten Mannes, der unsere
[Interessen warm verfolgte, berührt uns schmerzlichst,
Wir freuen uns, dass sein Sohn, Herr Huco Pavıı,
auch in unsere Gesellschaft an seine Stelle tritt und
durch ihn wie durch Herrn Demurm unsere langjährigen
Beziehungen zur Firma Gerold & Comp. fortgesetzt
werden. Hiezu treten noch folgende mit Tod im Jahre
1891 abgegangene Mitglieder: Herr Hofrath Dr. KArı
BRAUN R. v. FERNWALD, Dr. Jurius MAKANEC, JosSEF
TANDLER R. v. TANNıINGEN, Dr. Kar, WxDL. Unser Gesammtverlust
beträgt somit 3 correspondirende, 2 unterstützende
und 7 wirkliche Mitglieder. Wir widmen ihnen
Allen ein dankbares Andenken.
Leider muss ich hieran eine weitere Mittheilung
fügen, welche uns nicht minder empfindlich trifft. Unser
Mitgliederstand weist mit Schluss des Vorjahres ein
Minus von 5 ausgetretenen gegenüber den neu eingetretenen
Mitgliedern auf; er beträgt 318 gegen 332
im Jahre 1890. Diese bedauerliche Thatsache ist allerdings
nicht als Symptom einer abnehmenden Theilnahme
für die Anthropologie aufzufassen, Es fehlt nicht
an sicheren Anhaltspunkten für die Annahme des Gegentheiles,
Wir erblicken darin eher eine Reaction gegenüber
den fast übertriebenen Anforderungen, welche die
unzähligen Formen der Collectivthätigkeit an die Bewohner
der Grossstädte heutigen Tages stellen. Immerhin
erwächst für uns hieraus die ernste Pflicht, neue
Bemühungen zur Ausgleichung unserer Verluste zu
machen,
Unter diesen Umständen schulden wir doppelten
ehrerbietigsten Dank Sr. Majestät dem Kaiser für die
uns allergnädigst auch in diesem Jahre bewilligten
Subventionen, durch welche es uns möglich war, unsere
Ausgrabungen und deren Veröffentlichung durchzu-‘ühren.
Das k, k. Unterrichtsministerium war allerdings
im vorigen Jahre (1891) in Folge ausserordentlicher
Verhältnisse nicht in der Lage, unserem Gesuche
um Gewährung eines Beitrages zu willfahren. Es
ist jedoch Hoffnung auf eine nachträgliche Bewilligung
desselben vorhanden und die diesjährige Subvention
für 1892 erscheint sichergestellt. Dieser wohlwollende
Standpunkt der höchsten Unterrichtsbehörde uns gegenüber
verpflichtet uns zum lebhaftesten Danke. Fürst
EDMunD CLary und Herr v, ZwıkLıTz haben ihre ausserordentlichen
Beiträge zu unserem Fonde für praktische
Arbeiten im verflossenen Jahre aufrecht erhalten, wofür
ihnen unser wärmster Dank hiemit dargebracht
wird.
Die von unserer Gesellschaft im verflossenen
Jahre durchgeführten Arbeiten auf prähistorischem
Gebiete sind folgende:
Herr Custos SzoMBATHY unternahm im Auftrage
ınserer Gesellschaft eine Recognoscirungsreise in das
südliche Dalmatien, auf welcher er die Museen von
Zara und Spalato, die Insel Brazza und das dalmanische
Festland von Spalato bis Budua studirte,
vährend er auf der Rückreise, welche durch die Hercezovina
und Bosnien ging, das Landesmuseum von
Sarajevo, mehrere prähistorische Ansiedelungsstellen in
ler Nachbarschaft dieser Stadt und die berühmten
7undstellen am Glasinac besuchte,
Ueber seine Wahrnehmungen und die von ihm genachten
Aufsammlungen hat er in der letzten Monats-Tersammlung
einen Bericht gegeben, aus welchem wir
mitnehmen, dass das Land durchaus nicht so arm ist an
>rähistorischen und archäologischen Funden, von den
jaläolithischen Resten in Höhlen angefangen bis zu
len manchmal wahrhaft imposanten Resten aus der
:ömischen Kaiserzeit und dem Mittelalter. Aber wir
arfuhren auch, dass es den herrschenden Bodenculturrerhältnissen
zufolge nicht leicht sein wird, die Urzeschichtsforschung
dort mit grösseren systematischen
irabungen, wie sie den römischen und nachrömischen
\lterthümern wohl schon zutheil geworden sind, zu fördern.
Mit dem grössten Danke müssen wir der kräftigen
Jnterstützung gedenken, welche in Folge unseres Ein-;chreitens
die hohe dalmatinische Statthalterei und
hre sämmtlichen Organe, sowie der überaus freundlichen
‚rivaten Förderung, welche die an der Landesdurchorschung
des Occupationsgebietes betheiligten Mitzlieder
der bosnisch-hercegovinischen Landesregierung,
"erner Monsignore BuLıc, der Director des k, k. Staatsmuseums
in Spalato, und andere Herren dem Unterıehmen
des Herrn SzoMBATHY angedeihen liessen,
Herr Prof. Dr. RvpDoLr HoErNes führte in unserem
Auftrage die bereits im Sommer 1890 von den Herren
Justos SZOMBATAY, Dr. Morız Horrnes und Prof, L. BELLA
nit Erfolg begonnenen Grabungen auf dem „Burg-;talle“
bei Oedenburg fort. Aus seinem in dem Sitzungsjerichte
vom 10, November vorigen Jahres enthaltenen
Tortrage ersehen Sie, dass das Resultat dieser Arbeit in
‚ualitativer und quantitativer Beziehung sehr befriedigend
st. Es sind höchst interessante Gefässe mit figuralen
Jarstellungen gefunden worden, welche ein vollkommenes
Seitenstück zu jenen vom Warischberge bei Oedenyurg
bilden, Herr BeLnA hat die letzteren in der Sitzung
‚om 11. November 1890 vorgezeigt. Dazu treten aber
ı1och andere keramische Objecte, ein „Doppelmond“,
ıin reich verziertes Doppelgefäss, eine grosse Prunkschüssel
mit Vogelfiguren, von denen das erste und
etztgenannte bisher kein Seitenstück in Oedenburg
sufweist. Auch die dabei gefundenen schönen Halsinge
aus Bronze waren bisher von dieser Localität nicht
jekannt. Die theoretische Bedeutung jener Stücke erehen
Sie schon aus’ den lebhaften Discussionen, welche
lieselben sofort erregt haben. Bezüglich des relativen
Alters der Funde verweise ich auf die interessante Darıtellung
von Herrn SzoMmBATHY in der Sitzung vom
15. December.
Zur Darstellung der von anderen Corporationen
ınd Privaten im verflossenen Jahre auf prä-