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die der Krimschädel '). Auch war der ursprüngliche
Index cephalicus hier dolichocephal, an den Schädeln
der Krim nach Anurscnn dagegen mesocephal.
Im Gebiete des Kaukasus wurde an den Quellen
des Baksanflusses in einem Grabhügel noch ein
stark deformirter Schädel gefunden. Jetzt wird diese
Gegend von den tatarischen BalcHarzen bewohnt;
aber weder diesen noch den vor ihnen hier
ansässig gewesenen eranischen Osseten schreibt
AnurscHıin diesen: Schädel zu 2).
Deformirte Schädel fand weiter Herr LEONTEJEW
in den Kurganen am unteren Laufe des Don, Herr
KryLow in den Kurganen der Sloboda Ilinka
(Don’scher Kreis) ; auch in Rost ow am Don wurde
einer in bedeutender Tiefe gefunden ®). An der Wolga
wurde im Jahre 1880 ein stark deformirter Schädel
(wahrscheinlich weiblichen Geschlechts) bei Samara
aufgefunden, der in seinem Typus vollständig den
Schädeln aus der Krim gleicht, was zu beweisen
scheint, dass dieser Gebrauch weit über die Krim
nach Westen wie nach Osten sich verbreitet hatte *).
So viel über die russischen, in der Arbeit
AnvurTscHıN’s detaillirt beschriebenen Funde.
Die im westlichen Europa gemachten Funde und alle
dieselben beteffenden an die Oeffentlichkeit gelangten
Berichte hat besonders Lunuosstx in seinen beiden
Monographien erschöpfend benützt. Ich will sie daher
hier blos in aller Kürze aufzählen und mich bei
Anführung der Publicationen (wie überhaupt in dieser
') 1.c. S. 386. Ibidem siehe auch die vollständige Literatur
über die deformirten kaukasischen Schädel. Vergleiche dazu
noch den Aufsatz des Fürsten Urvsisew: „Ob uslowijach
nachoZdenija Cetyrech deformirowannych Gerepach s kawkaza.
(Mittheilungen der Freunde der Naturwissenschaften, Anthr.
und Ethn, in Moskau, Bd, XLIX, Heft 3, S, 179.) Nach
H, Anurscmın behandelte die deformirten Schädel aus alten
Gräbern Kaukasiens noch N. W. KarvZissxis („Zamötki 0
Zerepach naidennych K, J. Olschsewskim na Kawkazö“ im
„Dnjewnik antropol. otdjela“ der Freunde der Naturwissenschaften,
Anthropologie und Ethnographie in Moskau 1890,
S. 124 ff.) und neuestens A, A, JwaAnovsgis in dem Artikel
„Cerepa iz mogilnikow Osetiji“ (Die Schädel aus den ossetischen
Gräberstätten) im „Dnjewnik“ 1891, S. 203 ff. Derselbe
führt folgende Fundorte von deformirten Schädeln im Kaukasus
an: Fluss Baksan und sein Zufluss Otlukkal,
TITschegem, Chulam, Gräber von Samthavro, Aul
Urusbij, Kamunta, Lizgor, Dargaws und andere,
Neuestens kamen dazu 10 Schädel aus den Grabhügeln, die
m Jahre 1890 von Gräfin P. S. UwArow bei Sadalisk
Sadlesk) und Donjifars ausgegraben wurden.
2) 1. ce. S. 390.
3) 1. c. S. 393—395,
:) LI. e. 8. 8396.
\rbeit) blos auf jene beschränken, welche nach dem
Jahre 1886 erschienen sind oder von . LENHOSSEK
ılcht benützt werden konnten. Daher citire ich die
ilteren Forschungsresultate auch nur nach Lennossex.,
In Oesterreich wurden bisher die meisten. defornirten
Schädel in Ungarn, u. zw. in Csongräd an
ler Theiss (& ?), in Ö-Szöny im Komorner Comitat
7), in Pancsova, iin Lengyel‘), weiter, in
5z6kely-Udvarhely (Oberhell) in Siebenbürgen
zefunden; dann in Niederösterreich in Feuer «sırunn
bei Grafenegg, bei Atzgersdorf und in den
irotten des Calvarienberges bei Baden (soweit derjelbe
als künstlich deformirt anerkannt werden kann)
ınd endlich in Podbaba in Böhmen.
Alle gehören wahrscheinlich. dem Beginne des
Mittelalters an, mit Ausnahme des Schädels von
‚engyel ?).
In Italien wurde ein ähnlicher Schädel in Padua
ıuf der Piazza capitaneata in einem Grabe aus derselben‘
Periode gefunden %). Von den in Deutschand
an’s Tageslicht gebrachten Schädeln dieser Art
and sich einer unter den 30 fränkischen Schädeln in
Zeckenheim bei Bonn (aus dem V. bis VI. Jahrıundert);
ein zweiter stammt aus dem Gräberfeld bei
Strassburg (Weissthurmthor) aus der Römerzeit,
ın dritter unbekannten Ursprungs wird in Darm-;tadt
aufbewahrt; ein vierter endlich wurde in
Viederolm am Rheinufer in einem Gräberfelde aus
lem VI. bis VIII. Jahrhundert nach Christo gefunden.
1) Siehe darüber den Aufsatz Vıncnow’s „Excursion nach
‚engyel (Süd-Ungarn)“ in den Verhandlungen der Berliner
\nthropologischen Gesellschaft. 1890, S. 97 ff,
2?) LEnHossEK (Die künstlichen Schädelverbildungen, S. 76,
104 u, ff.) versucht freilich nachzuweisen, dass der Csonrräder
Schädel wegen seines Erhaltungszustandes nicht älter
Is 300—400 Jahre sein kann. Aber ich möchte eher der
Teinung AnurtscHNn’s und Vırcrow’s beistimmen, dass dieser
ichädel sicher älter ist (AnurscHIn, 1. c. S. 403, und Verhandungen
der Berliner Anthropologischen Gesellschaft 1890,
5, 115). Es ist immer problematisch, aus dem Erhaltungssustande
auf das Alter eines Schädels schliessen zu wollen.
Vach Lennossex wurden angeblich in Csongräd mehrere deormirte
Schädel aufgefunden, aber die früheren gingen alle
rerloren.,
3) Die neue Arbeit von G. Sereı („Sopra un cranio deormato“,
Roma 1890) war mir nicht zugänglich. Aus einem
eider sehr kurzen Referat von Dr. G. Mıncazzını (Archiv für
Antropologie, XX, 5. 291) ersehe ich, dass es sich hier um
nen durch die Abflachung der Stirn und des Occiputs
leformirten Schädel handelt, der in einer Grube bei Bolo gna
zefunden wurde. H. Serer hält ihn für den Schädel eines
zaukasischen Individuums, das sich den Invasionen, die von
Isten nach Europa herkamen, beigemischt hat. So erklärt
ır auch die anderen europäischen Schädel dieser Art.