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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 12=22.1892

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ebene benütze, d.h. nur diese Hälfte zur vorher eruirten
geometrischen Medianebene senkrecht stelle, um dann
erfahren zu können, wie sich die Richtung beziehungsweise
 Neigung der anderen Horizontalebene-Hälfte zur
geometrischen Medianebene verhält.
Es ist doch klar, dass, wenn der Schädel vollkommen
 symmetrisch gebaut wäre, die beiden Hälften
der Horizontalebene ganz dieselbe Richtung haben,
d. h. zur geometrischen Medianebene senkrecht verlaufen
 müssten, Hat man z. B, einen Schädel in
der Richtung der geometrischen Medianebene mit
dem Zeichnungspapier vollkommen parallel gestellt,
so müssten die mittelst des Orthographen auf das
Zeichnungspapier projicirten (rechts- und linksseitige)
Orbito-auricular-Linien vollkommen ineinander zusammenfallen,
 d, h. vollkommen dieselbe Linie bilden
‘siehe hierüber das Nähere in meinem Lehrbuche).
Unterwirft man aber hierauf bezüglich eine Serie
von Schädeln der Untersuchung, so wird man immer-ÜT



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Fig. 80.

hin gewisse Abweichungen in der Richtung zwischen
beiden Orbito-auricular-Linien constatiren können, und
zwar können diese Abweichungen in zwei Kategorien
untergeordnet werden. In die eine Kategorie gehören
Jiejenigen asymmetrischen Abweichungen, wo von
Jer zur Vergleichung der horizontal gerichteten Orbitoauricular-Linie
 die anderseitige Linie sagittalwärts,
d. h. von vorne nach hinten zu, in aufwärts steigender
Richtung verläuft; ich nenne diese Asymmetrie die
positive Inclination (siehe Fig. 80, a: or“ + au,
b: or'-| au‘, €: or‘ + au‘). In die andere Kategorie
gehören wieder diejenigen asymmetrischen Abweichungen,
 wo von der horizontal gerichteten Orbito-auricular-Linie
 die andere Linie sagittalwärts abwärts steigt,
welche Asymmetrie ich als die negative Inclination
bezeichne (siehe Fig. 80, @: or‘ — au, b: or'— au",
Ce: 07 — au").
Um nun die Herren Fachgenossen über diese
Fragen etwas näher orientiren und zu weiteren

Forschungen aneifern zu können, will ich hier die
Resultate meiner Untersuchungen an 150 Schädeln
‘von Budapest) mittheilen *).
Wenn wir: die Winkelgrössen der gemessenen
Schädel mit einander vergleichen, so können folgende
Momente hervorgehoben werden:
1. Dass bei den untersuchten 150 Schädeln die
Tälle mit positiver Neigung (Asymmetrie) nur etwas
veniger häufig sind als diejenigen mit negativer
Neigung: positiv 73 Fälle, negativ 77 Fälle = 150,
Der Unterschied zu Gunsten der letzteren Asymnetrie
 ist — 4 oder 2‘67°%.
2, Dass die Neigungsgrösse der Asymmetrie:
x, mit positiver Neigung zwischen 0:2° und 40°
mit = 3:8 Einheiten, B, mit negativer Neigung
zwischen 0'1° und 55° mit — 5‘4 Einheiten schwankt,
J. h. dass bei diesen 150 Schädeln die Einzelfälle
nit negativer Schwankung nicht nur der Zahl nach
etwas (um 2:67°/,) überwiegen, sondern dass zugleich
auch die Schwankungsbreite der Neigung bei ihnen
etwas (um 1:6°) grösser ist.
3. Nimmt man die Schwankungen ohne Rücksicht
auf + und — Asymmetrie in Betracht, so ergibt sich
"ür die 150 Schädel eine Schwankungsbreite von
0'1—5'5°)= 5:4 Einheiten, d.h. mit anderen Worten,
lass bei den 150 Schädeln die horizontale Orbitoyuricular-Ebene
 zur verticalen geometrischen Median-3bene
 zwischen einer minimalen (01°) Neigung und
zwischen einer Neigung von 5'5° schwankte.
4. Berechnet man hierauf‘ den Mittelwerth der
Neigungen, so ergibt sich dieser: &, für die positive
\symmetrie = 1:25°, ß, für die negative Asymnetrie
 == 1'56° und y, für die gesammten Asymnetrien
 = 1:41°

Behufs einer prägnanteren Darstellung der Asymmetrien
 habe ich in der beistehenden Fig. 81 die
‚um constanten Vergleichsmassstabe dienende rechtsseitige
 Hälfte der Orbito-auricular-Ebene als eine wag-‚echte
 Linie (siehe die dicke Linie) gezeichnet, um
velche die linksseitige Hälfte der Orbito-auricular-‚inie
 (siehe die dünne Linie) vom Nullpunkte (siehe o)
n zunehmender Reihenfolge der Winkelgrössen als
zrumme Linie die Neigung zu derselben zeigt. Man
ıjemerkt, dass die Neigung in positiver (+) und
ıegativer (—) Richtung mit einander nicht ganz
zleich ist. Würde die Neigung nach beiden Rich-1)

 Die von Herrn Prof. v. Töröx dem Manuseripte beirefügten
 zwei Tabellen wurden mit seiner Einwilligung Raumnangels
 halber weggelassen. Anm. d. Red.
            
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