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Jas Positivum schwarz auf naturfärbigem Hintergrunde
und überdies auf den Kopf gestellt. Das Ornament
ist vollständig geometrisch entwickelt, und zwar nach
einem mit ungeraden Zahlen arbeitenden Eintheilungsprincip:
Die ganze, 90 Einheiten fassende Länge des
zu ornamentirenden 15 Einheiten breiten Bandes ist
durch Verticalstreifen, welche blos 13 Einheiten lang
sind, in’ neun Felder getheilt, in welchen je eine
Menschenfigur steht; jedes Feld enthält drei, je drei
Einheiten breite Räume, von welchen der mittlere
von Kopf, Rumpf und Beinen derart ausgefüllt wird,
dass die verticalen äusseren Begrenzungslinien dieser
Körpertheile, durch welche die Bandbreite ebenfalle
wieder in drei je fünf Einheiten fassende Theile zer-Jällt,
in einer Geraden liegen; die beiden Seitenräume
werden von den rechtwinkelig gebogenen
oberen Extremitäten, welche mit dem Rumpfe das
mittlere Drittel der Breite ausfüllen, durchzogen und
unten von den Füssen abgeschlossen, die auf Grund
dieser geometrischen Eintheilung unverhältnissmässig
lang gerathen sind. Alle Räume, welche drei oder
fünf Einheiten lang sind, erhalten ein oder zwei
kleine Füllungsquadrate, welche in Folge der Flecht
vechnik die Form von Andreaskreuzen erhalten
mussten, wodurch das ganze Örnament zu einem
ausschliesslichen Linienornamente wurde. Die oberen
Extremitäten, bestehend aus drei Linien, welche der
Schulter, dem ganzen Arme und der Hand entsprechen,
bilden ein das ganze Band durchlaufendes
Mäandermotiv; es bestätigt sich demnach an diesem
Beispiele, was von der Ornamentirung auf Töpfen
zesagt wurde, dass nämlich die in sich zurückkehrende
Fläche zur Anwendung des Mäanders, des
Kymas oder der in Bewegung begriffenen Thierfiguren
herausfordere; und selbst die letzteren finden in unserer
Menschenfigur ein Analogon; denn auch diese
deutet eine Bewegung an, wohl nicht mit den Füssen,
sondern mit dem Kopfe: der das Bindeglied zwischen
Kopf und Rumpf bildende Hals ist um eine halbe
Einheit aus der Mitte nach links verschoben, wo-Jurch
der Schein erweckt wird, als wäre der Kopf
‘vom Beschauer aus) nach rechts gewendet, und unwillkürlich
drängt sich der Gedanke auf, dass diese neun
Menschenfigürchen, sich an den Händen fassend und
Tanzscepter haltend, einen arauakischen Nationaltanz
aufführen, die Richtung des Tanzes durch die
Drehung des Kopfes andeutend.
Ein zweites Beispiel von Französisch-Guyana aus
derselben Sammlung (Hofmuseum Wien, Inv.-Nr. 8519)
bietet die Figur 79. Das Original befindet sich auf
ler oberen Fläche eines grossen Korbdeckels, den
ch bereits in meiner Abhandlung „Ornamentale
7arallen“ (XX, Bd, dieser „Mittheilungen“, pag. 55)
wegen seines Mäandroidornamentes erwähnte, welche
;harakteristische Form der arauakischen Flechtzerzierungen
zu beiden Seiten des Centrums je einmal
n der einen Mittellinie der oberen Deckelfläche verwendet
ist, während in der anderen Mittellinie beiderseits
vom Centrum ein Band ausläuft, in dem zwei
ıngleich lange Menschenfiguren mit den Beinen
zegen einander stehen, Der Typus dieser Figuren
antspricht jenem des vorhergehenden Beispieles, nur
ztzt der Kopf direct an dem Rumpfe, aus dem die
:echtwinkelig nach oben gerichteten Arme herauswachsen,
und die Beine sind bis zum Ansatze des
Tusses dreimal gebogen, wodurch der Menschenfigur
las Aussehen eines Frosches verliehen wird. Gerade
liese widernatürlichen Krümmungen der Beine erwecken
das Interesse im hohen Masse: denn sie
B
"ig. 79. Menschenfiguren von dem Deckel eines geflochtenen
Korbes der Arauaken. (Hofmuseum Wien, Inv.-Nr, 8519.)
"olgen dem Linienzuge des Mäandroids und sind,
wie ein Vergleich mit Figur 9 der vorerwähnten
\bhandlung zweifellos darthut, der Hauptträger des
Jrnamentes; nur wegen der Mäandroidform wurden
lie beiden Menschenfiguren mit zugekehrten Beinen
»nander gegenüber gestellt; ihre Beine sind daher
ıus Rücksicht auf die symmetrische Entwicklung
lieser Form einander congruent, ihre Leiber aber
nussten als passende Erweiterung des ursprünglichen
Jrnamentes mit den übrigbleibenden Raumtheilen
7orlieb nehmen und konnten nicht die gleiche Länge
srreichen; die dem Centrum näher liegende Figur
wurde um zwei Einheiten länger als die andere, da
hr noch 13 Einheiten zu Gebote standen, während
ler Gegenfigur nur 11 Einheiten blieben. Es ist also
zuch in diesem Beispiele das mit ungeraden Zahlen
arbeitende Eintheilungsprincip gewahrt.
Die Figuren 80 und 81 zeigen zwei Formen der
;tilisirten Menschengestalt auf einer grossen Matte
‚on Karengo bei St. Paul de Loanda (Hofmuseum