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Das Erdmaterial, aus welchem die Hügel aufgeführt
wurden, stammt stets aus der unmittelbaren
Nähe der Hügel und lässt sich bei vielen ringsherum
noch deutlich der Graben erkennen, aus
welchem das Material für den Hügel gehoben wurde.
Auch die Steine und Steinplatten sind aus der
nächsten Umgebung geholt.
Was die Construction der Hügel anbelangt,
so weist dieselbe mannigfaltige Unterschiede auf.
So schloss der 1887 geöffnete Tumulus Nr. 2
eine aus mächtigen Bruchsteinplatten gebaute Kammer
mit Steindecke ein, desgleichen der 1890 geöffnete
Tumulus Nr. 103; andere weisen nur eine viereckige
Steinmauer ohne Steindecke auf (Tum. Nr. 4); wieder
andere nur einen schwachen Steinkranz von losen
Steinen (Tum, Nr. 5, 136 u. 137). Bei einigen ist
entweder unmittelbar über den Gefässen selbst (Tum.
Nr. 62, 65 und 146), und zwar über den zuerst
mit Erde bedeckten Urnen, durch Steinplatten eine
Decke hergestellt worden, oder es mangelt jedwede
Art von Steinumfassung oder Steinüberdeckung (Tumuli
Nr. 11, 14, 71, 129, 139, 144 und 149).
Im Tumulus Nr. 14 waren um die Gefässe
herum 26 vierseitige Prismen aus Thon
von 7’53—11:5 cm Höhe und 2:7—4 cm Dicke, von
welchen drei in der Mitte durchbohrt sind, aufgestellt.
In Bezug auf die Herrichtung und Tiefenlage des
Untergrundes kann für die grösseren Hügel als Regel
bezeichnet werden, dass der Untersatz höher liegt
als die Sohle des Hügels und dass derselbe festgestampft,
aber nicht durch Brennen festgemacht
arscheint.
In den niedrigeren Hügeln hingegen ist der Boden
am Grunde fast immer in gleicher Höhe mit dem
Niveau des gewachsenen Bodens und erscheint beinahe
immer durch Brennen gehärtet.
Bei den ganz niedrigen und flachen Grabstellen
ıst der Untergrund stets unter das Niveau gesenkt
"Tumuli Nr. 53, 58, 59 und 149), wobei aber keine
pestimmte Tiefe als Norm festgestellt werden kann.
Bei den Hügeln von geringerer Höhe lässt sich
vermuthen, dass das Verbrennen der Leiche an Ort
and Stelle stattgefunden hat, worauf dann nach erfolgter
Auflesung der Knochenreste die Asche und
Kohle nach allen Seiten hin auseinander gezogen
und auf dem gereinigten Platze die Urnen beigesetzt
wurden. Deshalb stösst man bei der systematischen
Erschliessung eines derartigen Hügels zuerst an allen
Seiten auf mehr oder minder zahlreiche Ueberreste
les Brandes und dann erst auf die Beigaben. (Tunuli
Nr. 58, 71, 139, 144 und 149.)
Anders verhält es sich mit den grösseren und
höheren Hügeln, bei welchen entweder gar keine oder
aur ganz unbedeutende Spuren von Brand, wie bei
len Tumuli Nr. 2, 4 und 5, beobachtet wurden, oder
ıber es stehen die Gefässe mitten im Brande, wie
lies bei Tumulus Nr, 103, insbesonders aber bei den
Tumuli Nr. 14, 34 und 65 der Fall war. In zwei
ınderen Fällen bei den Tumuli Nr. 129 und 137
;tanden die Gefässe sogar unter der Brandschichte.
Jene Urnen, welche caleinirte Knochenreste entalelten,
sind in der Regel von allen Seiten mit Brand-‚esten
umgeben,
Wenn die Gefässe in einer einheitlichen, comjacten
Gruppe angetroffen werden, so muss man
ınbedingt auf ein Einzelgrab schliessen, und wären
zuch 20—30 solcher vorhanden, wie dies thatsäch-‘ich
vorkam. In anderen Fällen bilden sie zwei oder
nehrere Gruppen; so bei dem im Jahre 1888 er-’ffneten
Tumulus Nr. 136, wo die grössere Gruppe
3in mit einem Steinkranze umgebenes grosses Drei-2ck
bildete, dessen Basis gegen Südost, die Spitze
zegen Nordwest gerichtet war, während die andere,
yedeutend kleinere Gruppe ebenfalls ein Dreieck billete,
das nicht umrahmt war und eine solche Lage
ıatte, dass es mit der Basis an die östlich gelegene
Seite der grossen Gruppe zu liegen kam, während
lie Spitze desselben gegen Norden wies.
Bei dieser Art von Gruppirung ist unserer Ansicht
nach das Niveauverhältniss massgebend, und
wir sind der Meinung, dass selbst im Falle einer
\nordnung in getrennten Gruppen der beigesetzten
efässe, bei Gleichheit des Niveaus, die Gefässe als
gleichzeitig beigesetzt betrachtet werden müssen;
?s wäre der Hügel in diesem Falle nur als Einzelzrab
zu betrachten,
Anders verhält es sich, wenn zwischen den ein-;elnen
Gruppen ein Niveauunterschied festgestellt
werden kann, wie bei Tumulus Nr. 129.
Dieser Tumulus, welcher zu den Hügeln mittlerer
irösse gehört, wurde an seiner Ostseite nahe an
ler Sohle in Angriff genommen; schon bei 40 em
"jefe stiessen die Arbeiter auf eine mächtige Brandschichte,
welche im Hügel aufsteigend sich nach allen
Seiten gleichmässig verbreiterte; in dieser Brandıchichte,
zum Theile von derselben bedeckt, wurden
Jlenthalben Thonscherben gefunden, darunter auch
ine grössere Schale mit überhöhtem Henkel, welche
xebeine enthielt. Unter dieser mächtigen Brand-