Terrainunebenheiten auf. So bezeichnet die Stelle
der gegenwärtigen Aussichtswarte den höchsten
Punkt des Terrains (478 m); von hier fällt das
Terrain jäh gegen Norden und auch auf eine kurze
Strecke gegen Osten, läuft aber hier, besonders
m Süden, bis zum Walle hin sanft aus, so dass von
dem Querpfade südwärts der Boden beinahe eben
erscheint. Auch auf der nördlichen Seite zieht
parallel dem Walle ein ebener Streifen hin, hinter
welchem aber der Boden wieder aufsteigt.
Durchschreiten wir das innere, vom Hauptwalle
geschützte Terrain nach allen Richtungen, so finden
wir allenthalben eine Menge Topfscherben auf der
Oberfläche zerstreut; setzt man den Spaten ein, um
ein günstigeres Resultat zu erzielen, so trifft man
stellenweise Gruben von 4—6 m Durchmesser und
1:2—92 m Tiefe an, in welchen sich Hunderte von
Thonscherben, Hüttenlehm (Wandbewurfstücke), einige
Spinnwirtel und Wetzsteine, mitunter auch Stückchen
von Bronze befinden,
Auf dem Burgstall wurde eine Grube
von 4 m Breite, 5 m Länge und 180 m
Tiefe ausgehoben und dabei in den oberen
Schichten bis in die Tiefe von 1:20 m das Vorhandensein
von Wetz- und Schleifsteinen, Eisenbestandtheilen,
Thierknochenabfällen, Aschen- und
Kohlenresten, sowie das zahlreiche Vorkommen von
Thonscherben festgestellt, welch letztere durchaus
Spuren der Drehscheibe aufweisen und mit Graphit
stark imprägnirt sind; ja in der südöstlichen Ecke
Jer Grube wurden die Trümmer eines römischen
Oelkruges aufgelesen,
In grösserer Tiefe aber tragen die Thonscherben
einen ganz anderen Charakter. Vor Allem
sind sie alle schlechter gebrannt, weisen häufig verschiedenartige
geometrische Ornamente auf und
stammen schliesslich alle insgesammt von Gefässen
her, die mit freier Hand verfertigt wurden
und zum grossen Theile mit den in den
Grabhügeln gefundenen übereinstimmen.
In den Tumuli herrscht Brandbestattung. Dieselben
bilden mehr oder weniger dichte Gruppen, unter
welchen die zu beiden Seiten des Weges von der
Neuwiese zum Schanzwerke in der Hälfte des Weges
gelegenen wohl die dichtesten sind.
Die Entfernung zwischen den einzelnen Hügeln ist
aine verschiedene; dasselbe kann man auch von der
Entfernung der einzelnen Gruppen sagen, doch scheint
Jieses Verhältniss ursprünglich ein anderes gewesen
zu sein; denn viele nicht verzeichnete Gräber
sind heute nur mehr durch die Art des Pflanzenwuchses
erkenntlich. Im Walde herrscht die Eiche
vor, nur sieht man dieselbe stellenweise kreisförmig
eisammen stehen, derart, dass die Mitte des Kreises
rei von Bäumen und Gesträuchen ist, Die an solchen
Stellen angestellten Grabungsversuche führten schon
n einigen Fällen auf ein Urnengrab von beträchticher
Tiefe. Solche Fälle kamen vor bei den Tunuliı
Nr. 137, 130 und 58.
Die Verflachung der ursprünglich als niedere
lügel angelegten Gräber konnte, abgesehen von den
Sinflüssen der Niederschläge, auch dadurch bewirkt
verden, dass die in diesen Gräbern beigesetzten
L0—50 cm hohen, weit ausgebauchten, in der Regel
nit dünneren Steinplatten bedeckten Urnen unter
lem Drucke der darüber lastenden Erde zusammenorechend,
das Niveau des Hügels bedeutend verminderten.
Die Hauptrichtung der Hügelgruppen zieht sich,
Jer Richtung des Bergrückens entsprechend, von Süd
ıach Nord; gegen Osten stehen sie bis zum Beginne
les Bergabhanges, während sie im Westen bis zum
"usse der Kammlinie des Bergrückens reichen, welcher
ner an zwei Stellen von grösserer Höhe als die
Tauptkuppe (478 m) des Burgstall selbst ist, und
‚war gegen die Neuwiese zu, dort, wo die dichteren
Tügelgruppen beginnen, 493 m, weiter nördlich davon
187 m. Es beträgt die grösste Breite an Ausdehnung
n dieser Richtung etwas mehr als 200 m, während
lie Längenausdehnung von der Neuwiese bis zum
5chanzwerke schon oben mit 950 m angegeben
vurde. Die Höhe der deutlich wahrnehmbaren Hügel
rarlirt zwischen 1 und 7 m. Das Verhältniss derselben
zum Durchmesser ist nicht immer dasselbe; zumeist
st der Durchmesser 5—10 m. Der grösste Tumulus
st 7 m hoch und hat am Grunde 34 m Durchmesser;
ar wurde bisher nicht geöffnet. .
In Hügeln, bei welchen die Höhe eine relativ
zrössere ist, sind in der Regel aus Bruchsteinen aufzeführte
Mauern, Steinkammern oder Steinkränze,
ım die beigesetzten Urnen, zuweilen auch Decklatten
vorhanden, während die kleineren solche in
ler Regel nicht besitzen. Bei ganz flachen Hügeln
ıtösst man jedoch in der Tiefe von 0°5—1 m unter
lem gewachsenen Boden, also in einer Grube, manchnal
ebenfalls auf eine Art von Steinkiste oder einen
Steinuntersatz. Meistentheils sind aber die Grabbeivaben
sowie die Leichenbrandreste unmittelbar auf
lem gewachsenen Boden zu finden, über welche
{ann der Hügel aufgeschüttet ist.