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zieht, der conservativen Sinnesart des Bauern gedenkt,
der ein Feuerross ohne die gewöhnlichen
Zierrathe gar nicht vom Schmiede nehmen würde,
dann wird man gern zugeben, dass hier eine uralte
Tradition zu Grunde liegen kann.
So lange es nicht aufgeklärt ist, warum nicht die
Bügel des Feuerbocks so eingerichtet wurden, dass
man den Bratspiess auf einem einzigen Exemplare
unterbringen konnte — was sehr leicht gewesen
wäre — muss ich glauben, dass das Tragen
des Spiesses nicht die ursprüngliche Bestimmung
des Bockes war, worauf ja auch die Existenz eigener
Bratspiessständer hinweist, sondern dass die Ausstattung
des Bockes traditionell war und man erst
die Hörner von zweien so verwenden konnte ?).
Ich glaube — vielleicht irre ich — dass die Verzierungen
Reste der Charakteristica einer bestimmten
Thierform sind.
Alles hin- und hergewendet, möchte ich also annehmen,
dass die Deutung sich — sit venia verbo —
an die Hörner zu halten hat’). Diese allein deuten
so klar als möglich auf ein Hornthier hin. Das
Bedürfniss hat die praktischeste Form für das Ge-‚äth
finden lassen und die Phantasie hat daraus ein
vierbeiniges Thier gemacht, und zwar ein bestimmtes.
Allerdings genügten ein Paar Hörner, um das Thier
als Hornthier — das ja einem viehzüchtenden Volk
als Haus- und OÖpferthier zunächst in den Sinn
kommen musste — zu charakterisiren. Eine solche
primitive Art der Charakteristik führt uns aber in
sehr alte Zeiten zurück und mein erster Gedanke
bei der näheren Bekanntschaft mit dem Feuercosse
war der, dass es wohl einen prähistorischen
Ahnherrn haben müsse.
1) Ich erlaube mir noch besonders darauf aufmerksam
zu machen, dass zur Unterbringung des Spiesses die Gabelform
die richtigste, weil einfachste, gewesen wäre. Diese
findet sich aber nirgendwo, immer sind es ganz klare und
deutliche Hörner, aus denen sich dann durch Einbiegen
der Spitzen die Lyraform ergibt. Ein Merkmal hat der Bratspiess
vielleicht dem Feuerbock verliehen, nämlich das,
dass die Hörner in der Längsaxe liegen. Aber auch das
wird sich einfacher daraus erklären, dass sie so leichter zu
schmieden sind,
?) Dass Hörner eine sehr passende und naheliegende Verzierung
eines Herdgeräthes sind, leuchtet ein. Ich lese bei
BAUMEISTER, Denkmäler des classischen Alterthums 8. 56, dass
xEpat% (cornua) die mit Hörnern (vielleicht von wirklichen
Thieren) verzierten Wulste der Altäre genannt wurden,
OÖchsenköpfe (auch ein Bockkopf) finden sich auch auf
griech. Kohlenbecken. Conze, Jahrbuch des kais. deutschen
archäol. Instituts. Bd. V. 1890.
Manches Ueberbleibsel aus der Hallstätter Zeit
scheint heute noch in den Alpen fortzuleben.
Wie jenes Volk die Holzstänme verzahnte und
schichtete, so baut man heute noch. Die jetzige
Teuerzange ist prineipiell identisch mit der Pincette,
welche v. Sacren, Das Gräberfeld von Hallstatt,
"afel XIX n. 17 abbildet, und so ist auch der Quirl
ener Zeit genau so hergestellt wie der heutige,
ıämlich aus dem Stück eines jungen Tannenstämm-;hens
mit Benützung der radiär auswachsenden
Aestchen *).
Die Hallstätter Funde haben nun allerdings keinen
Jegenstand gebracht, von dem man sagen könnte,
ır sei ein prähistorisches Feuerross. Aber sie sind
loch in mehrfacher Hinsicht lehrreich. Vor Allem
leswegen, weil sie die Sprache ursprünglicher Kunstjusserung
verstehen lernen.
Es findet sich bei v. Sacken, Tafel XVII, 31 ein
Votivrind. dass mir stilistisch für die Beurthei-Hg,
A
1. ku
n Votivrind.
ung des Feuerbockes nicht ohne Werth zu sein
‚cheint (vgl. Fig. 171). Es ist im Besitze des k. k,
ıaturhistorischen Museums in Wien.
Der Umstand, dass auch hier Hörner, Beine und
Schwanz als Hauptsache erscheinen und der Kopf
segen die kräftige Charakteristik dieser Theile ver-<ümmert
ist, führten mich zu dem Glauben, dass
vuch der Feuerbock ursprünglich diesem Gebilde
ihnlich gesehen, sowie zu der Vermuthung, dass in
lem asymmetrischen Haken, der unter den Hörnern
»rscheint — und zwar immer nach auswärts
vgl. oben Typus II und III, Fig. 164, 165) —, sich
ler Rest des Kopfes des Thieres birgt. Seine Hakenzestalt
erklärt sich dann aus der Anähnlichung an
lie oberen Hörner.
1) Im Hallstätter Museum ist ein Exemplar, ein anderes
zrosses in Wien im k, k, naturhistorischen Museum, Ich
1abe dieselbe Art auch bei Gutenstein angetroffen,