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Zeitgenosse entfernt nicht zu schätzen versteht.
Beide dürften uralt sein, Das Feuerross ist seiner
Bestimmung nach ein Rost.
Eine „Foiazong“ findet sich auch überall vor.
Die vorgefundenen weichen nicht von dem allgeneinen
auch sonst üblichen Typus ab (s. Fig. 108).
Zum Feuermachen bedient man sich jetzt allzemein
der Zündhölzer. Ganz klein geschnittene
Fig. 108. Eine Feuerzange,
Hölzer mit quadratiscehem Durchschnitte heissen
„Buchln“, sind sie breiter, so werden sie „Span“,
Späne, genannt (50 cm lang). Beide simd meist sehr
‚egelmässig und schön geschnitten. Früher versah
nan Späne auf dem einen Ende mit einem Schwefelrel
‘7. 109. Eine „Mursa“,
überzug. Ein solcher Span hiess „Schweflzweck“.
Wollte man Feuer machen, so brach man ein Stück
davon ab („Zweckl“) und setzte es mit Stahl und
Feuerstein in Brand 1).
Zum Ausstechen des Schmalzes und Umwenden
des Schmarrns bedient man sich des „Mursa“ ?).
Seine Gestalt ist Fig. 109 dargestellt,
Ein „Kropfspiess“ (s. Fig. 110). Die Punkte auf
dem Schafte sind kleine Rosetten.
Das Exemplar Fig. 112 ist im Besitze des Germanischen
Nationalmuseums (H. G. 1356).
Das Pfannbrett hat gelegentlich auch eine andere
Gestalt als das wiedergegebene. Bei dieser Bildung
s. Fig. 113) begreift man den Namen „Koschlittn“,
Kochschlitten, womit die Knechte in der Mühle auch
len eisernen Pfannenständer bezeichneten. BrAUNnEıIs
jelehrt mich, dass „Koschlittn“ blos die humoristische
3ezeichnung ist.
Jetzt ist zumeist ein hölzernes Pfannbrett im
Gebrauch (s. Fig. 114).
Ein anderes Exemplar ist aus dünnen, runden
Kisenstäben hergestellt (s. Fig. 115).
Die Besitzerin nannte es „Pfonnhoba“, Sie sagte,
Jie alten Leute hätten den Drifuass „Koschlittn“
genannt,
Früher soll ‚es auch einen „Bratlbrota“ gegegeben
haben. Es war ein Bratspiess mit einem
1ölzernen Uhrwerk. Das letztere wurde durch ein
Senkblei in langsame Bewegung gesetzt und drehte
lann den Spiess sammt Braten am Feuer. Jetzt sind
solche Vorrichtungen nicht mehr zu sehen. Wenn es
iberhaupt ein „Bratl“ gibt, dann wird es in der
Pfanne zubereitet.
Nicht bei jedem Herd haben wir die „Brondzschaufl“
gesehen, eine Feuerschaufel ganz gewöhnicher
Art.
An einer Wand der Küche ist eine „Schüsslrem“
(man hört auch „Schüsslream“) angebracht,
sine Stellage für Teller und Schüsseln ').
Von der Decke der Küche hängen 4 Eisenstäbe
nerab, welche 2 Stangen tragen. Ueber diese wird
das zum Verbrauche bestimmte Holz gelegt, damit
es gut austrocknet. Eine solche Vorrichtung heisst
„Witosn“, Auch in der Stube trifft man ähnliche
Stellagen an, auf denen aber meist nur die „Buchln“
Fig. 110. Ein „Kropfspiess“,
Die Pfannen werden selbst auf den Tisch getragen,
auf einem Pfannbrett, Das skizzirte eiserne
£xemplar ist in der „Mühle“ (s. Fig. 111).
Zu diesem ganz rohen Pfannuntersatz stelle man
jenen aus den Jahren 1480-—1500, welchen v. Herner
ALTENECK, Eisenwerke oder Ornamentik der Schmiedekunst,
reproducirt,
1) Zweck gehört zu zwacken, zwicken. Siehe Kruax Et.
Wb. Dazu SchmeLLER, Il? 1172.
2) Vgl. dazu KıuGE unter „Mörser“; ScHMELLER, I? 1654.
ınter; mürsen.
1) Ueber die Etymologie vgl. Hexnıse, Quellen und Forschungen,
Bd. 55, 2, S. 8, ScHMeLLEr, II? 92, Das Wort gehört
zu einer Verbalwurzel, welche in xpipapat, Xpeuddpa vorliegt.
\us got, hramjan mhd. ram, und bair. Rem ergibt sich ein
Tamen germ, *xrom — (nom. *xromö”?) mit der Bedeutung
Holzstellage“ u. dgl. Wäre es undenkbar, dass altsl, chramü
welches an der W. sar Fick I®*5. 228 doch nur eine zweifelıafte
Stütze hat), daraus entlehnt ist? Das Slawische hat ja
:jele auf den Hausbau bezügliche Wörter dem German. entnommen.
Russ, choromü, nsl. hram sprechen wohl nicht gegen
liese Annahme. Im Nordischen gibt es jetzt noch die Bezeichaung
„Ram“ für Giebelraum und „Ramloftstube“ für Ober-;stube.
Mıxuosıcy, etym. wb. s. 89, setzt *chormü als Basis
der slaw. Wörter an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es
ı1eben germ. *xromö ein *yxormö gab.