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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 10=20.1890 u.Index 11/20.1881/90(1890)

nm -
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compacter Masse, ja meist beide Schalen noch zusammenhaftend,
 also eher eine Beigabe, als die Reste
äner Riesenmalzeit. Die drei vorne stehenden Ge-’ässchen
 fanden sich in einem anderen tiefen, bienenzorbförmigen
 Loche, 2:30 m tief; sie sind wie die
anderen Gefässe schwarz von Farbe und schön
zeglättet. Diese Gefässchen erinnern mich sehr an
Jie Funde von Ziersdorf, welche Localität nur wenige
Stunden von dieser Fundstelle entfernt liegt.
Zwischen diesen Aschengruben finden sich unregelmässig
 die Skeletgräber zerstreut. Wir waren
nicht mehr so glücklich, ein Skelet in situ zu
Anden; doch sahen wir, dass solche kaum 0:50 m
unter der Erde gelegen hatten. Es wurden, wenn ich
ıicht irre, deren fünf gefunden: die Knochen sind

Fig. 18. Plexenthal.

;tark, doch ziemlich verwittert. Die Schädel hatten
zenau die Form (mesocephal) wie jene in Hippersdorf
and Urbau in Mähren. Es fanden sich schmale Armspiralen,
 Armringe und Ohrringe aus Bronze, doch
Alles sehr einfach in der Form; auch eine sehr primitive
 Nadel aus demselben Metalle fand sich bei den
Skeletten, sowie ein sehr abgeschliffener Bronzedolch.
Die Skelette lagen in kauernder Stellung auf der
rechten Seite mit dem Kopfe gegen W., die Füsse fast
yegen O., das Gesicht gegen S. sehend,
Alle diese Bemerkungen stimmen genau mit den
ähnlichen Skeletfunden von Urbau in Mähren, wie
wir später sehen werden.
Ebenso verhält es sich mit den Gefässen, die der
Leser in Fig. 19 sieht; auch sie haben dieselben
Formen, wie zu Urbau. Sie sind ebenso derb in
ler Thonmasse und unvollkommen im Brande und
in der Glättung. Wie.die Arbeiter sagten, standen

uch diese Gefässe entweder über dem Haupte des
Skeletes oder nahe der Brust.
Wir haben es hier sicher mit einem Funde aus
{er Bronzezeit zu thun und es wäre nur zu wünschen,
lass bei Fortsetzung der Arbeiten jetzt im Frühjahre
ıoch Gräber gefunden würden, obwohl hier schon
lie schwarzen Mulden aufhörten, was gewöhnlich ein
Zeichen ist, dass auch die Skeletgräber ihr Ende
srreichen.
Hier sei noch einer durch Herrn M. Trımanx im
Jpätherbste bei Ruppersthal aufgefundenen Aschenschichte
 Erwähnung gethan; dieselbe liegt an dem
ron obigem Orte nach Kirchberg am Wagram führenlen
 Wege, ist von einer Lössmasse überlagert, die an
dieser Stelle 8—9 m, in den Seitenwegen 5 m misst.

Fig. 19. Plexenthal,

Die höchste Lage bildet eine einfache Kohlenschichte
 von 5 bis 10 cm Mächtigkeit und wohl
00m? Fläche. Ich, sowie die anderen Herren fanden
ıei Probegrabungen keine Artefacte in dieser Schichte,
loch unter ihr im Löss Knochen vom Hirsch, die
jasselbe Alter wie jene vom Gruebgraben bei Kammern
1aben müssen. Es kann diese Aschenlagerung von
änem Waldbrande aus vorgeschichtlicher Zeit her-‚ühren.

3, Zausenberg.,
Auf dem Wege von Hippersdorf, und zwar auf
{em Steige bei der Bahn, gegen Gross-Weikersdorf,
zommen wir an den Ort Zausenberg. Ausserhalb des-‚elben,
 in nordnordöstlicher Richtung, ist ein etwa
3m hoher Abhang. An demselben fand ich vor etwa
5 Jahren ein bienenkorbähnliches Grab; es mochte
2 m tief sein und an der Basis 2 m messen; die obere
3öhre war 0:55 m lang, 0:60 m breit.
            
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