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nichts als durch den Wunsch, die für das erwartete
Brandgrab angemessene Quadratform der Kammer
zu erreichen, ‚begründet. Von derselben vorgefassten
Meinung beeinflusst scheint mir die Erklärung der
ın der Steinkiste gefundenen „dunkleren Erde mit
Knochensplittern“ zu sein. Obwohl. weder die vorhandenen
Knochen als calcinirt bezeichnet noch
die etwa beobachteten Holzkohlen angemerkt werden,
wie dies sonst selten unterblieb, wird doch die nur
innerhalb der Kiste hervorgetretene dunklere Färbung
der Erde auf eine „Mischung der Brandreste
mit dem Anschüttungsmateriale gelegentlich einer
früheren Oeffnung des Hügels“, welche aber von
aussen nicht wie in den meisten anderen Fällen zu
erkennen gewesen war, zurückgeführt.
Die beiden älteren hieher zu rechnenden Grabhügel
sind der Grebinzkogel und der (im Jahre 1844
geöffnete) Hartnermichel-Kogel Nr. I.
Beim Grebinzkogel hat PrATosEevera seine Aufmerksamkeit
auch der Bestattungsart zugewendet.
Nachdem er den einzigen von Grebinz bemerkten
and als Kniescheibe ausgegebenen Knochen besprochen,
fährt er fort!): „Ebensowenig hat er
Asche oder Kohlen gesehen, was ich mindestens
insoweit bestätigen muss, dass ich auch alles Suchens
ungeachtet nichts davon bemerkte. Da auch an den
Todtengaben keine Merkmale von Brand zu sehen
sind, so möchte hier einfache Beisetzung der Leiche
>hne Verbrennung stattgefunden haben.“
Das angeblich 2 Klafter lange, 2 Schuh breite
und 2*/„ Schuh hohe, ganz mit Kieselsteinen ausgelegte
Grab, welches (den etwas unsicheren Nachrichten
zufolge) in dem einen Hartnermichel-Tumulus
enthalten war, würde seinen Dimensionen nach
sbenfalls für ein Skeletgrab passen. Freilich darf
nicht übersehen werden, dass nach dem Berichte
SERMONETS ?) an einer Stelle des Grabes, an welcher
lie Stücke von Thongefässen gefunden wurden,
‚sich auch eine schwarze, flüssige Masse, welche
einen sehr heftigen üblen Geruch von sich gab, befand“.
Man: könnte nun in dieser Masse die in der
zerdrückten Urne enthalten gewesene Brandasche
vermuthen. Doch ist diese Annahme nicht zwingend,
3s kann sich ebensowohl um die Reste von Speisebeigaben
handeln.
1) Archäologische Beiträge von EDvARD PRATOBEVERA. I,
Keltische Alterthümer aus dem Saggauthale, Mittheilungen
des historischen Vereines für Steiermark, 7. Heft, Graz 1857,
p. 190.
2) PRATOBEVERA, l. c. p. 186.
Der vollständige Mangel von erkennbaren Knochen-’esten
ist bekanntlich kein Argument gegen die Anıahme
von Skeletgräbern. Eine grosse Zahl von
\usgrabungen hat uns gezeigt, dass in gut durchässiger,
kalkarmer Erde die Knochensubstanz ziemich
rasch aufgelöst wird und dass kaum solche
"heile erkennbar erhalten bleiben, welche durch
ine von Metallbeigaben herrührende Malachit- oder
3rauneisenstein-Imprägnirung geschützt sind. Und
zerade an solchen Beigaben mangelt es in mehreren
ler hieher gerechneten Gräber.
Das Nebeneinandervorkommen von Brand- und
Skeletgräbern ist in den Nekropolen der Hallstatt-7eriode
bekanntlich keine Seltenheit, sondern räumich
und zeitlich weit verbreitet. Wir finden es in
len Tumulis im südwestlichen Böhmen (Umgegend
von Pilsen und Stiahlau) und in Krain (St. Marga-;ethen
und Podsemel), sowie in den Nekropolen von
Hallstatt, Watsch, Este, Bologna, Villanova und in
len etruskischen Tumulis und Felsengräbern, In
liesen manchmal erstaunlich reich ausgestatteten
»ruskischen Gräbern fanden sich wiederholt Brandınd
Skeletbestattungen, Urnen und Sarkophage in ein
ınd derselben Grabhöhle vereinigt, ja in der Grotta
Jampana zu Veji lagen in dem mit den alten, orientalirenden
Wandgemälden geschmückten Raume !) auf
zwei an die Wand anschliessenden herdähnlichen
Mauerbänken, welche mich an ähnliche Steinbauten
in unseren grossen Grabhügeln, z. B. den Kürbischyauer-Kogel
(XV, 154) erinnern, offene Skelette ohne
Sarkophag neben einer Anzahl auf den Boden hinzestellter
Aschenurnen.
Auch Einzelnheiten von geringerem Belange, wie
las Zahlenverhältniss der Skelet- zu den Leichen-»randgräbern
und die Ungleichheit in der Ausstatung
der ersteren (neben dem reichen Grebinzkogel
lie anderen acht armen Tumuli) haben ihre Paralelen
in anderen Nekropolen. Es mag z. B. darauf
hingewiesen werden, dass unter den Skeletgräbern
ron Hallstatt gleicherweise besonders arme und besonders
reich ausgestattete vertreten waren, während
n Villanova, wo auf 193 Brandgräber nur 14 Skeletzräber
entfielen, diese durchschnittlich ärmer waren.
Wenn die angeführten 10 Grabhügel unseres Ge-Yetes
als Skeletgräber anerkannt werden, so stehen
ihnen 86 Tumuli mit mehr als 100 Brandgräbern
zegenüber, zufällig ein ähnliches Zahlenverhältniss
wie in Villanova. _
') Siehe die Zeichnung bei Dennis, Crres and CEMeTERıES
of Etruria, 3. Ed. London 1883, Bd. I, v. 31