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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 10=20.1890 u.Index 11/20.1881/90(1890)

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in, namentlich hat die mingrelische Form der Sage
eine grosse Aehnlichkeit mit der letzteren. Müller
;st der Ansicht, dass die mingrelische Sage nicht
aus der Odyssee geschöpft habe, sondern vielmehr
umgekehrt haben sich die Griechen selbst das
grientalische Märchen angeeignet, und dann ihrem
Nationalheros angepasst, sowie sie es mit mehreren
anderen Sagen in der Odyssee gemacht haben, die
auch östlichen Ursprunges sind. Diese Ansicht hat
schon Gerland ausgesprochen und Müller stimmt
derselben bei. Nach letzterem ist also diese Sage
ein Volksproduct und hat zwei Hauptvarietäten, deren
‚ede eine besondere geographische Verbreitung hat.
2. Prof. D. N. Anutschin: Zur Frage der
monströsen Menschen.
Der Vortragende gab einen Abriss der Geschichte
solcher Monstra, von der altgriechischen Zeit anzefangen.
 . Er demonstrirte dieselben durch einige
Manuscripte, namentlich durch ein persisches Manuscript
 aus dem vorigen Jahrhundert, welches viele
’arbige Miniaturen enthält, und einer aus dem
16. Jahrhundert stammenden Copie der Reise von
Maudeville in französischer Sprache, sowie durch
aine Menge anderer merkwürdiger Miniaturen.
3. N. M. Jadrincew: Die Verbreitung der
Steingräber in der Mongolei und in
Sibirien (die sogenannten „Kereksuren“).
Der Vortragende beschreibt die Steingräber an
der Selenga und am Orchon in der Mongolei und
jetont die Verwandtschaft derselben mit den früher
von ihm in Sibirien Gesehenen gleicher Art. Am
Baikalsee kommen zwei Formen solcher Steingräber
vor, nämlich: «) viereckige, mit Steinplatten umgeben;
 b) runde Steingräber mit niederen Aufschüttungen,
 die mitunter auch mit Steinplatten
ımgeben sind. Der Aehnlichkeit des Baues nach
zu schliessen, lässt sich der Aufbau dieser Gräber
zuf ein Volk zurückführen. Jadrincew durchiorschte
 die Gräber längs der Selenga und deren
Nebenflüssen, an deren linken Ufern sich die alten
Ansiedlungen vorfanden. Besonders häufig sind diese
Gräber bei Ust-Kjachta. Beim weiteren . Verlaufe
zeiner Forschungen begegnete er noch einem dritten
Kurgantypus, welcher eine Art Uebergang zwischen
Jen beiden vorhin beschriebenen Typen darstellt.
Am Flusse Orchon traf er Steingrabhügel, welche
nit Steinplatten umgeben waren. Am Fusse des
Mongir und Samor fand er längs der Flüsse Tola
ınd Charula wieder solche Kereksuren. Nach der

Tittheilung eines Mongolen soll man in diesen Grab-‚ügeln
 Gegenstände aus Gold und Silber gefunden
‚aben. Am oberen Orchon sind diese Steinkurgane
‚m häufigsten und am grössten; ihre Form ist verchieden.
 Hier hat man eine Art Centrum dieser
Cereksuren. Ihre Zahl ist überhaupt ungemein gross
ınd sie bedecken hier ungeheuere Flächen. Wahrscheinlich
 rühren sie alle von einem früher die
Aongolei bewohnenden Volke her, das an den
Jfern der Selenga und des Orchon, sowie an deren
Vebenflüssen ansässig war und sich von hier nach
Nesten in die westliche Mongolei, nach dem Altai
ınd an den Jenissei ausbreitete. Es muss ein Gexirgsvolk
 gewesen sein, das mit der Steinbearbeitung
rertraut war. Die meisten derselben haben sehr beleutende
 Dimensionen.
4, N. M. Jadrinceew: Die Steinbabas in
Sibirien und in der Mongolei.
Im Kreise Minussinsk und im Altai begleiten
liese Steinbabas immer die vorerwähnten Grabhügel;
 desgleichen begleiten sie die letzteren in
ier Mongolei. Ihr Ansehen ist immer das gleiche
zusammengefaltete Hände), die Attribute (Becher
ınd Schwert) immer vorhanden. Auch östlich vom
3aikalsee kommen sie in derselben Ausführung vor,
'adrincew weist ihre Errichtung demselben Volke
zu, welchem die Kurgane angehörten. Auf den Babas
m Kreise Minussinsk wurde eine Art Runenschrift
vufgefunden ; auch ist hier die Ausführung derselben
ım vollendetsten. Im Gebiete des Orchon am Zaisan-‚ee
 liegen vier sehr charakteristische, flache Grab-‚ügel,
 die wahrscheinlich die Gräber hervorragender
)ersönlichkeiten sind. Vor denselben steht ein grosser
;tein (majäk) mit eingemeisselten Schriftzeichen (?).
Jeben ihm liegt ein Obelisk mit einer Art Runen-‚chrift
 und Buchstaben, die der chinesischen Schrift
/Jeichen. In der Nähe liegen Löwenfiguren und kopfose
 Statuen aus Marmor gemeisselt, letztere mit
angen Kleidern und „Chodakis“. Letztere sind
keidentücher, wie sie bei den Buddhisten verwendet
verden, In den Händen tragen dieselben ebenfalls
xopflose Menschen- oder Götter - Figuren, welche
vieder Aehnlichkeit mit den Steinbabas mit gefaleten
 Händen haben. Die Verwandtschaft mit den
Steinbabas ist sehr naheliegend. Jadrincew schätzt
las Alter dieser Grabhügel auf etwa tausend Jahre.
Seiner Anschauung nach wurden dieselben jedoch
icht von den Mongolen erbaut, denn: a) ist die
Zestattungsart in denselben eine ganz andere als
ene, welche die heutigen Mongolen üben; b) die
            
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