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zwei Urnen-. und ein Skeletgrab, beide aus vorgeschichtlicher
Zeit, nebst drei Eisen-Schmelzöfen aus
Jer Burgwalltypus-Periode. Trotz der beschränkten
Vachgrabungen konnte man dennoch folgenden Thatnestand
sicherstellen :
In einer Aufschüttung von Erde und Schotter,
lie stellenweise. 3 bis 4 m hoch war, stiess man
zuf Schmelzöfen., .Diese bestanden aus Gruben, deren
Wände mit Lehm verkleidet waren. Sowohl in denselben
als in deren Nachbarschaft fand man Asche,
Zrde, Scherben von Graphit- und Thongefässen vom
Burgwalltypus, Eisenschlacken- und Holzkohlensplitter
„ebst kleinen Messingringen, Wirtel, Bruchstücke von
Risen und Thierknochen. Unter dieser Aufschüttung
gefand sich eine mit Lehm durchmischte Moorschichte
7zon ca. 35 cm Mächtigkeit und unter derselben als
etzte Schichte Sandboden, in welchem Objecte zum
Vorschein kamen, die mein Interesse mit jedem Spa-:enhiebe
steigerten; denn ausser rohen Scherben von
alter Keramik fand man häufig auch hübsche, schwarz,
voth oder gelb geglättete, mitunter von Doppelvefässen
herrührende Scherben, sowie auch Bruchstücke
aus Bronze, denen bald zwei Urnen, mehrere
Bronze-, Stein- und Beinwerkzeuge, Bruchstücke aus
Risen und schliesslich ein Skeletgrab nachfolgten.
Aus der Situation und den Fundobjecten war ersichtlich,
dass sich daselbst eine Begräbnissstätte
befunden hat, die, weil in der Inundation des Mol-Jauflusses
situirt, unzweifelhaft bei einer Ueberschwemmung
theils zerstört, theils verschüttet wurde,
and oberhalb welcher nachher, in späteren Zeiten.
Schmelzwerke errichtet wurden, die jedoch ein ähnliches
Geschick wie die Grabstätte ereilt hatte: sie
wurden nämlich von dem aus dem Flussbette getrejenen
Wasser zerstört und verschüttet, wozu die
Vähe der Moldau und des Boti@-Baches, die unweit
‚on hier sich vereinigen, zu schliessen berechtigen.
Ich wende mich zuerst zur näheren Betrachtung
ler Funde aus der unteren Schichte.
Im Sandboden, beiläufig 4'5 m unter dem Niveau,
stiessen die Arbeiter auf ein grosses Thongefäss, das
nit Asche und Erde vollgefüllt war; aus Unacht-3amkeit
wurde dasselbe zertrümmert, konnte jedoch
zus den Bruchstücken fast zur Hälfte reconstruirt
werden. Es ist die Urne Taf. I, Fig. 1 (1!/,8 nat. Gr.).
Sie ist von rothgelber Farbe und hatte eine
Iöhe von 58 cm. Die Mündung mochte am Rande
ebensoviel zum Durchmesser haben. Die Stärke der
Gefässwand misst 7 mm. Die Urne ist vom Halse
ıinab zum Boden grob, wie es scheint, mit Fingern
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. XX. 1890.
yestreift. Unweit derselben wurden bald nachher
zwei Bronzenadeln gefunden.
Die ferneren Ausgrabungen erfolgten nunmehr
nit grösserer Bedachtsamkeit und förderten eine
veitere Reihe interessanter Gegenstände zu Tage,
leren ich weiterhin erwähnen werde.
Im Verlaufe der Nachgrabungen stiess man in
lerselben Schichte auf eine zweite Urne, welche —
eider.— auch 'nur in Bruchstücken gehoben werden
<onnte, jedoch zum grössten Theile zusammenzufügen
var. Es ist die Urne Taf. I, Fig. 2 (!/, nat. Gr.).
Sie ist aus sehr mürbem Material, wenig gerannt
und enthält viel Schieferblättchen, weshalb
je auch sehr gebrechlich war. Sonst ist sie nach
\ussen mit einem Anstrich von graugelber Farbe
‚ersehen, vom Halse hinab zum Boden fein gestreift,
ınter dem Halse aber mit einem Kettenwulste
‚,erziert. Die Höhe beträgt 52 cm, die Stärke der
Vand 7 mm und die Mündung mochte im Durchnesser
59 cm betragen. Sie war mit Asche, Erde
ınd einigen Scherben von anderen kleineren Gefässen
zefüllt.
In derselben Schichte fand man weiter eine
\schengrube, welche über 2 m Breite und 75 cm
Jöhe mass. Die Länge konnte nicht ermittelt werlen,
da die Grube unter die Gasse weiter fortlief
ınd ein Nachgraben somit nicht stattfinden durfte.
n ihr befanden sich ausser Asche Scherben von den
nannigfaltigsten Gefässen; darunter die schwarzen,
zeglätteten Näpfe, Taf. I, Fig. 3 und 4 (*/, nat. Gr.),
ınd Thierknochen,
Auf dieser Stätte wurden ferner noch Gefäss-;tücke
gefunden, von welchen einige Typen auf
Taf, I abgebildet sind: ‘
Eine grau geglättete Schüssel, Fig. 5 (*/, nat. Gr.).
Ein schwarz geglätteter Napf, Fig. 6 (*/, nat. Gr.).
Fragmente von Gefässhälsen: Fig. 7 (*/, nat. Gr.),
schwarz geglättet; Fig. 8 (!/, nat. Gr.) aus rohem,
Junkelgrauem Thon, kreuzweise gestreift; Fig. 9 u. 10
1/, nat. Gr.) zwei ebenfalls aus rohem Thon, aber
;tark gebrannte, einigermassen an den Burgwalltypus
nahnende Stücke.
Unter mehreren Henkeln verzeichne ich ein Stück,
welches von einem grossen Gefässe herrührt, Fig. 11
1/. nat. Gr.).
Schliesslich erwähne ich der Kettenwulst-Vernjerungen,
Fig. 12a und d (*/, nat. Gr.). Die erstere
„efindet sich auf der oben erwähnten zweiten Urne
Fig. 2)