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Das Schaftstück ist schmal und dick, am Rücken
winkelförmig ausgebogen; die Schneide ist breit und
nicht sehr stark gekrümmt. Die den Schaftlappen
antsprechenden Schaftleisten verlaufen an den Ränlern
vom Rücken bis nahe zur Schneide. L— 12'8 cm;
B an der Schneide 5:7.cm, in der Mitte des Schaftes
= 2°5 cm, am Rücken 3:0 cm; Di in der Schaft-"inne
= 1:2 cm, über den Schaftleisten — 2:0 cm.
Bei Unter-Themenau kommen sowohl Urnen- als
Skeletgräber vor, und es ist nicht sichergestellt,
welchen von beiden die dort gefundenen Flachcelte
angehören. Da ich die vorbesprochenen Urnengräber
bei Mähr.-Kromau für älter halte, als die weiter
unten zu besprechenden Skeletgräber, und da die
ler gefundenen Celte eine alte Form zeigen, die vor
lie Hallstätter Zeit in die echte Bronzezeit reichen
Jürfte, so glaube ich, dass diese Celte zu den Urnengräbern
gehören.
b) Skeletgräber.
Grab I. Bei anderthalb Meter Entfernung in nordöstlicher
Richtung vom Urnengrabe stiess ich auf ein
Skeletgrab, welches sich in humusreicher Erde
aur 40 cm tief unter der Oberfläche befand und theilweise
auf Schotter ruhte. Es war ein einfaches Grab
>hne jede Steinsetzung ; das Skelet lag auf der rechten
Seite in hockender Haltung, war also ein Seitenhocker,
mit dem Gesichte nach Osten gekehrt. Es war
vollkommen erhalten, aber so morsch, dass sich die
Knochen bei der Berührung bröckelten. Der Schädel
wurde sammt der ihm anhaftenden Erde als Ballen
gehoben, zerfiel aber trotz grösster Vorsicht beim
Transporte. Ks ist ein erwachsenes, nicht altes In-Jividuum,
gross, aber nicht sehr stark; der erhaltene
inke Radius misst 23:2 cm; die Tibia zeigt in der
Mitte einen alten Bruch.
Beim Scheitel des Schädels stand ein kleiner
Thonbecher, hinter dem Rücken eine kleine Schüssel,
;n deren Mitte ein kleiner Becher lag; vorn bei
den Füssen befanden sich ein zertrümmerter Topf
ınd ein Schüsselfragment.
Die hinter dem Kopfe gelegene Schüssel konnte
unversehrt gehoben werden; sie ist aus graugelbem
Lehm von freier Hand zierlich geformt, schwach
gebrannt, innen dunkel, unter dem Rande etwas eingebogen
und mit einem kleinen Henkel versehen.
d=— 74, Md= 18:2, gD = 18°5, B== 75 cm (Fig. 65).
Der in ihr gefundene Becher ist aus demselben
Materiale von freier Hand geformt und mit einem
Jenkel versehen. H= 72, Md== 72, gD = 8414,
3= 41cm (Fig. 66).
Der beim Scheitel des Kopfes aufgestellte Becher
st dem vorigen sehr ähnlich. H=57, Md== 57,
ıD—8, B= 51cm (Fig. 67).
Der bei den Füssen gelegene kleine Topf ist aus
zleichem Materiale wie die vorigen Gefässe, von
'reier Hand ziemlich primitiv verfertigt; derselbe
jesitzt einen Henkel, und seine Mündung ist weiter
ıls der Bauch. H==11'°6, Md = 122, gD = 11:8 cm.
Von der neolithischen Zeit angehörigen Objecten, die
jeim Zuschütten des Grabes mit der Erde in dasselbe geangt
sind, fanden sich vor: ein dreieckiger Feuersteinsplitter,
iessen Spitze zufällig gegen die theilweise geöffnete Pfeilnaht
les etwas seitwärts flachgedrückten Schädels zu liegen kam,
ınd der einem unerfahrenen Ausgräber gewiss zu weitgehenden,
233g. 66, 2s- Fıg. 67, 1/8.
Aus einem Skeletgrab bei der Zuckerfabrik nächst Kromau.
Fig. 65 Schüssel. Fig“ 66 und 67 Becher.
‚ber ganz falschen Schlüssen Anlass gegeben hätte; ferner
agen hier: ein Topffragment mit grossem, ebenem Boden,
landstücke mit nach oben ragenden Höckern und grobe,
nnen gelb bestrichene Wandstücke von Gefässen.
Grab II. Zwei Meter von dieser Stelle nach Osten
‚ntfernt, stiess ich auf eine weite, 1:8 m tiefe Grube,
lie ganz mit schwarzer Erde erfüllt war und nur
inige wenige Scherben verschiedenster Form entijelt.
Knapp daneben kam ein Skeletgrab zum Vorıchein,
das jedoch nur die beiden unteren Extremitäten
ınd den rechten Unterarm mit der Hand, nebst Resten
ron Beigefässen aufwies. Auch dieser Befund böte
ner reichen Phantasie einen weiten Spielraum be-‚üglich
einer Verstümmelung der Leichen; dem ist
ıber nicht so. Längst, nachdem die Nekropole auf-‚elassen
worden war, wurde hier, gewiss aber vor