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Alle Idole der Kupfer-Bronzezeit sind aus Thon; die
meisten sind Brettidole und hölzernen Vorbildern nachzebildet.
Alle Brettidol-Typen sind ‘bekleidet gedacht‘).
Die meisten, und so auch die allerältesten, sind mit
;ingeschnittenen Orramenten verziert; dann sind auch
Jie Augen, Nase, Mund etc. durch Einritzungen einzig
und allein angedeutet. Dann kommen Brettidole, bei
denen ‘die Details theils durch Einritzungen, theils
durch aufgelegte Reliefarbeit angegeben sind, Allmälig
erden die Idole minder breit, dicker und runder *), und
vereinzelt treten bemalte Idole, besonders in der Zeit
jes Mykenae-Vasenimports, noch in der Bronzezeit und
dann auch mit Firnissfarbe bemalt, auf. :
Nackte Rundidole finden wir wieder in mehreren Typen
und Variationen erst in der zweiten grossen Hälfte der
Kupfer-Bronzezeit und an deren Ende *). Ja, diese Rund-‚dole
habe ich gerade noch in interessanten Uebergangszräbern
zur Eisenzeit mit dem ersten Vorkommen von
Eisen ausgegraben. Diese Rundidole stellen stets eine
Frau, eine Göttin, dar, und zwar ist Näna-Istar gemeint.
In derselben Schicht fand ich einen babylonisch-assyrischen
Keilschrift - Cylinder und habe viele andere
Alerkmale, die da bekunden, dass hier ein specifisch
babylonisch-assyrischer Einfluss eines verhältnissmässig
jungen Datums, aber immer. noch hoch im 2. Jahr--ausend,
das nackte Näna-Mylitta-Bild einführte, Ich
wies Näna-Istar auf eine merkwürdige Weise, nämlich
Jurch Wägungen nach und fand, dass von mir und
Anderen gewogene Thonidole 15 Gewichtseinheiten der
zefundenen Gewichtsscala schwer waren, Auf den babylonisch-assyrischen
Keilschrifttexten wird das Ideogramm
für Näna-Istar mit dem für XV identificirt,
Demnach: ist die assyrische Formel Näna-Istar == XV
wörtlich zu nehmen.
Welchem Volke diese den nackten babylonisch-assy-‚ischen
Näna-Istar-Typen vorangegangenen, bekleideten
Brettidole zuzuschreiben sind, wurde bis jetzt noch
nicht ganz klar, Doch scheint das wahrscheinlichste ein
arehaisch-babylonischer oder mesopotamisch-summerischıkkadischer
Einfluss zu sein, der gegen Ende der
arsten Hälfte der Kupfer-Bronzezeit in den noch älteren
»yprisch-vorbabylonisch-arischen Schichten mit Philo-’etischdienst
zuerst den anthropomorphen Götterdienst
aäinführt. Neben der viel häufigeren Göttin, die für sich
allein stehen kann, zeigt sich ein Paar, nämlich ein
Gott und eine Göttin oder ein Zwitter aus Mann und
Weib, also gewissermassen in der Kupfer-Bronzezeit
das Urbild zum Hermaphroditen und der bärtigen Venus
von. Amathus der gräcophönikischen Eisenzeit. ;
Mit Gott und Göttin zusammen werden Tauben auf
sacralen Dreifüssen und Vierfüssen angebracht, offenbar
wohl ein archaisch-babylonischer Einfluss *®).
DÜMMLER’S Annahme, eine semitische Binnenbevölkerung
auf Grund nackter Idole. als Urbevölkerung
ı) J. of Cyp. St., Taf. I, 45—46 und Taf. II, 20 und 21 e, f.
ı) Idem Taf. I, 43; Taf. II, 23a und b,
2 Idem Taf. I, 44; Taf. II, 17t, 18a. -
\ Idem Taf, I, 13; b, oc, d, e.
zufzustellen, fällt durch diese Darlegung zusammen,
Ja er von falschen Voraussetzungen ausging *).
In der Kupfer-Bronzezeit dient die Bildnerei einzig
ınd allein dem Cultus und‘ den Cultusbildern; Genre-*iguren,
Genre-Gruppen, sowie Porträts werden erst in
ler gräcophönikischen Eisenzeit Cyperns gewagt 2).
Die‘ Thongefässe der Kupfer-Bronzezeit sind regelnässig
alle ohne jede Drehscheibe frei aus der Hand
zemacht; die der Eisenzeit sind sämmtlich Scheibenarbeiten,
.
Ich zähle zuerst eine Anzahl Typen und technische
Jerfahren der ersten Hälfte der Kupfer-Bronzezeit auf,
lie zum Theil noch eine Zeit lang oder überhaupt in
ler zweiten Hälfte in derselben Weise oder verfeinert
"ortfabricirt wurden, . .
Dann führe ich eine Reihe anderer Typen auf, die
ırst in der zweiten Hälfte der Kupfer-Bronzezeit auf--tauchen,
‘Halbkugelförmige Trinkschale mit einem kleinen
Desenhenkel am Rande; unverziert oder mit eingeschnittenen
Ornamenten, aber nie bemalt ®). +
. Kürbisgefässe und aus Palmenblättern sowie aus
jetreidestroh oder Binsen geflochtene . Gefässe haben
n Form, Decoration und Technik die Vorbilder zu
zjelen bisher unerklärten antiken Thongefässen geliefert.
Jas beweise ich durch die modernen cyprischen Kürbisrefässe
und geflochtenen Gefässe.
Grosse Milch- und Melkschüssel mit einem oder zwei
’aar langen, röhrenförmig durchbohrten Ansätzen zum
yufhängen, mit und ohne Ausgiesser, in Form eines ganz
zeschlossenen oder halboffenen Cylinders*). Erst in
zewaltigen Dimensionen mit kleinen Reliefverzierungen
yuftretend, werden sie allmälig kleiner und die Fortsätze
nit verticalen Löcherpaaren machen einzelnen horizonalen
Durchbohrungen Platz 9).
Rohe Kochtöpfe mit und ohne Dreifuss und stets
nit zwei ungleich grossen Henkeln °). ;
Vasen, Kannen und Krüge mit Kugelbauch in ıver-‚chiedenen
Dimensionen, mit rundem, trichterartig vor-‚pringenden
Munde oder mit blattförmiger Mündung,
jchnabelmündung u. s. w. Bei kleineren Vasen ausser
ler Halsmündung oben nicht selten noch an‘ der
reitesten Bauchstelle ein langer, röhrenförmiger Ausziesser
7), n
Tiegel, Trichter, Schöpflöffel, Schöpfkellen °%), Trinkschalen,
stets mit einem kolossalen, die Schale um
Jie doppelte Dimension überragenden Henkel ete.®).
In der zweiten Hälfte der Kupfer-Bronzezeit tauchen
zleine Salbflaschen von plattgedrückter Eiform und einem
«leinen Oesenhenkel am gerade gestellten Halse neu auf!)
ı) IV. Aelteste Nekropole auf Cypern. Mitth. d. Arch.
Inst. XI, S. 209 und Fig. ;
) Z. B. J. o. Cyp. St., Taf. 1I, 19 h. |
) J. o. Cyp. St., Taf. II, 8; a und bh. ;
4) Idem II, 4, 6 und 53a älterer Typus. ;
;) Taf. I, S. 219, jüngerer Typus.
# Idem 11, 7: |
) Idem auf Taf, II, eine grosse Reihe hiehergehörender
Formen abgebildet,
8) Idem II, 7a; a, b, c, d, e, f, g.
8 Idem II, 7h.
vo) Idem I, 222; II, 14 d,