lange Zeit geliefert und in der letzten Zeit so beleutend
vermehrt hatten, gegeben wurde, Unbestreitbar
war diese Art von Fundgruben der Anzahl
nach die weit überwiegende und ausserdem war sie
auch am häufigsten und, von einer gewissen Seite
betrachtet, in erschöpfenderer Weise Gegenstand für
Untersuchungen gewesen, weil die Höhlen, wie sich
MaSgAa einmal äussert, leichter Gelegenheit zu solchen
ooten. Aber, worauf schon oben und anderwärts
ft genug hingedeutet wurde, die Höhlenfunde sind
unzuverlässig für jede Art von Zeitrechnung,
sowohl nämlich, wenn die Frage einer bestimmten
Zeitfolge, als wenn sie einer Gleichzeitigkeit
gilt. Dass freilich ein Gesammtbild nur aus Elementen
sich zusammensetzen darf, die ganz oder ungefähr
gleichzeitig vorhanden waren, wäre eine wesentliche
und recht billige Forderung, aber bei den
Knochenhöhlen ist das Vermögen, einer solchen Forderung
nach wirklicher Gleichzeitigkeit der Daten,
lie von ihnen zur Schilderung beigesteunert werden,
zu entsprechen, ein sehr geringes; dasselbe ist nicht
blos bestritten, sondern bezweifelt und verneint
worden. Deshalb war es nicht nur wichtig, ob
Prof. Masga aus den Untersuchungen über die
Piredmost-Culturschichte neue und sichere Beweise
für eine unzweifelhafte Gleichzeitigkeit des
Menschen mit den Thier-Faunen und geologischen
Phänomenen, die zusammen die nöthige Thatsächlichkeit
und wirkliches Leben in das Gesammtbild
’ringen sollten, in’s Treffen führen konnte, sondern,
wofern solches gelang, zugleich auch ganz richtig,
wenn er mit aller Kraft dieselben geltend zu machen
suchte,
Dass sich Prof. Masga durch die Höhlenzeugnisse
;ür die Gleichzeitigkeit zwischen den Menschen und
lem Mammuth mit seinen Verwandten und Zeitzenossen
nicht voll befriedigt fühlte, geht zwar
minder deutlich aus verschiedenen Abschnitten der
Schrift hervor, ist aber in bestimmter und erfreulicher
Weise im Schlussabschnitt ausgedrückt, da,
wo er die Bedeutung der Predmost-Station im Löss
m Gegensatz zu der ewigen Zweideutigkeit oder
Jnzuverlässigkeit der Höhlen hervorhebt. — Für
MASka steht „die Culturschichte“ im Pfiedmoster
Löss als ein umso strengerer Zeuge für volle Zeitainheit
des ganzen Schichteninhaltes da, weil dieselbe
mit ihren unglaublich vielen Mammuthskeletten,
Ihrer Menge von Flintspähnen und überall eingenengten
Kohlen- und Aschentheilen u. A, in seinen
Augen blos den relatiy kurzen und begrenzten Zeit-'aum
repräsentirt, da alle diese Gegenstände, am
»>hesten durch menschliche Wirksamkeit,
ınd sozusagen mitten unter der Bildung der Lössnassen
daselbst, und zwar wesentlich in den Stelungen,
die sie heute noch einnehmen, abgelagert
wurden. Das Alter der Culturschichte erhält dabei
n seiner Gesammtheit nur einen geringeren Spiel--aum,
da dieselbe von den nahezu staubfeinen Sandnassen
des Löss eingerahmt ist; und dessen Abagerung
soll nach der älteren Auffassung der
*eologen, an welche MaAskA noch sich anschliesst,
vornehmlich durch plötzliches Abdampfen des Thauvassers
von den Berggipfeln innerhalb eines gewissen
\bschnittes der langen Eiszeit stattgefunden haben.
— Nach der neueren Auffassung der Beschaffenı1eit
des Löss, die uns der berühmte Geologe
ınd Geograph F. v. RıcnrmHorEN zuerst gelehrt und
lie viele warme Anhänger gefunden hat, auch
nehrere in Oesterreich, dankt derselbe vielmehr
‚eine Ablagerung anhaltenden Luftströmungen und
Vinden, die hier, von den Höhenregionen heraballend
oder hinwehend, diese feinen Staub- und
jandmassen bald auf der einen Seite des Thalzuges,
jald auf der anderen ablagern, bald damit die Thal-»öden
anfüllen und bald wieder sie von den Strecken,
vo sie Ruhe gefunden haben, nach ganz anderen
zegenden hin fortfegen, um später wieder neuere
\blagerungen auf die entblössten älteren zu führen.
Jiese Auffassung, welche die Einwirkung von Wasser-‚uthen
bei der ursprünglichen Ablagerung des Löss
yusschliesst und ihnen nur wenig Bedeutung bei ein-‚elnen
späteren Umlagerungen zugesteht, beschränkt
lie Lössbildungen nicht auf engere geologische Zeit-‚bschnitte,
verlegt auch nicht eine Mittelschichte —
vie z. B. die „Culturschichte“ — innerhalb eines
ngen Zeitraumes, sondern lässt überall die darin
ingeschlossenen Thier- und Pflanzenreste das Zeitjestimmende
sein für jede einzelne Schichte oder
°artie. Nach seiner Auffassung der merkwürdigen
Julturschichte im Löss bei Piredmost, dass sie
ıur der Ausdruck für eine einzelne und obendrein
‚erhältnissmässig kurze Zeitphase sei, ist Prof. MAsra
ıatürlich völlig überzeugt von der strengen Gleich-‚eitigkeit
zwischen allen Thierformen, deren Gerippe
der Skelettheile in der Schichte sich aufgehäuft
inden, wie auch zwischen diesen Thieren und den
Menschen, deren Geräthe u. s. w. aus Stein, Bein- und
Zahnmasse (Elfenbein) mit denselben angesamnelt
liegen, und deren Wirksamkeit an Ort und
Stelle selbst und in der nächsten Umgebung sogar