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f) Depotfund aus dem Marchthale, Mähren.
Der Munificenz unseres Cassiers, des Herrn SpöTTL,
verdankt das Hofmuseum eine Suite von 150 Bronzeingen,
welche im Allgemeinen den vorhin (Fig, 16)
geschriebenen gleichen, nur mit dem Unterschiede, dass
wohl die Oehre sauber ausgearbeitet sind, nicht aber
ler übrige Theil, der Körper der Ringe, welcher blos
zanz grob ausgeschmiedet ist. Dieser Fund stammt
nach dem übereinstimmenden Zeugnisse von mehreren
Antiquitätenhändlern, welche Theile desselben hier, in
Pressburg und Budapest zum Verkaufe brachten, aus
ler Nähe von Göding und soll mehr als 600 solche
Ringe umfasst haben, von welchen auch ein unserem
Desitze nahezu gleicher Posten an das Nationalmuseum
in Budapest gelangte.
Neben den in Depots wiederholt gefundenen Gusskuchen
von Bronze, dem von den reisenden Händlern
zufgesammelten Brucherze und den für den Verkauf,
:esp. Umtausch bereit gehaltenen fertigen Bronzewaaren
spielten die in unseren Depotfunden nicht selten auf-231g,
18. 1, n. Gr.
Hornsteinwerkzeug von Tlumacz,
:retenden halbfertigen Waaren, welche den sogenannten
Halbproducten unseres heutigen Handels an die
Seite gestellt werden können, eine wichtige Rolle, welche
‘ür die Beurtheilung der prähistorischen Handelsgeziehungen
nicht hoch genug angeschlagen werden
zann. Meiner Meinung nach zeigen sie, dass die be-;reffenden
Objecte (wie z. B, die rohen Beile und Halsringe)
vornehmlich wegen ihrer Substanz, der Bronze,
nach welcher eine starke Nachfrage bestanden haben
mag, importirt und erst im Lande selbst, nach dem
Geschmacke der Abnehmer fertig gestellt wurden.
g) Eigenthümliche Steinwerkzeuge.
Das in Fig. 18 gezeichnete Werkzeug erhielten wir
von Herrn Prof, Dr. Oscar Lenz (Prag) aus Tfumacz
n Ostgalizien. Es besteht aus stark durchscheinendem,
yrauem Hornstein, ist 11cm lang, 1 cm diek und von
allen Seiten zugeschlagen. Die vordere, spitz zulaufende
Hälfte des kahnförmigen Stückes ist in allen Theilen
ausserordentlich stark abgenützt, so dass die Kanten
zwischen den einzelnen Facetten abgerundet und letztere
spiegelglatt erscheinen. Das breitere, rückwärtige Ende,
welches in einer Fassung befestigt gewesen oder in der
Hand gehalten worden sein mag, ist gänzlich unabzenützt.
Ich wage nicht, auf irgend eine Hantirung,
oei welcher dieses harte Werkzeug rundum derart abzenützt
worden sein mag, zu rathen.
In eine ähnliche Verlegenheit bezüglich der Gebrauchssestimmung
versetzt uns das kleine flache Quarzitwerkzeug
(Fig. 19), welches Herr SpörrıL jüngst aus
ler neolithischen Ansiedlung bei Gross-Weikersdorf in
Nieder-Oesterreich dem Hofmuseum überbracht hat. An
lemselben sind nur die zwei zu der vorgezogenen Spitze
‘ührenden Kanten besonders bearbeitet, und man ist
zeneigt, auf einen Pfriemen oder dergleichen zu rathen.
Aber nun zeigt sich, dass nur die in der Zeichnung
Fig. 19. 8/, n. Gr.
Quarzitwerkzeug von Gross-Weikersdorf.
nach aufwärts gekehrte Kante in ihren der Spitze zunächst
liegenden zwei Dritteln benützt und sehr stark
ıbpolirt wurde, während die übrigen, die Spitze bildenlen
Facetten, welche den rechten Rand der Zeichnung
»ilden, ganz unabgenützt geblieben sind. Zu der Auf-'assung,
dass wir es mit einer kleinen Säge, deren
ınbearbeitete Theile in eine Fassung eingefügt waren,
zu thun haben, will der Umstand, dass ein Drittel der
„ängskante ganz unabgenützt ist, nicht passen.
3. Herr Bretislav Jelinek übersendet nachstehenden
Auszug aus den
Pamätky archaeologicke a mistopisne.
Bd. XIV, Prag 1889,
Heft 9.
Das Grabfeld bei Hospozin, mit 1 Tafel, beschreibt
ALoıs VonDRACGEK. Daselbst wurden Urnenınd
Skeletgräber entdeckt. In einem der letzteren beand
sich ein auf der linken Seite liegender Hocker,
n einem anderen Grabe lag das Skelet gestreckt, ein
ırittes Grab enthielt blos Urnen, Von fünf anderen
laselbst vorgefundenen Fundstellen scheinen vier Urnenrräber
und eine ein Skeletgrab gewesen zu sein. Die in
len Urnen- sowie auch in den Skeletgräbern gefundenen
Scherben rühren theils von rohen, theils von geglätteten
Thongefässen her. Als Beigaben kommen vor: ein Wirtel,
Teuersteine, ein Wetzstein und ein Reibstein.
Nachtrag zu dem Massenfunde von Sträz
Pam. XIV, p. 149). Es werden daselbst noch zehn
3ruchstücke von Palstäben und Armringen verzeichnet,
Nachtrag zu den Hügelgräbern von Plav
Pam, VII, 301, XI, 61). Die Hügel enthalten in einer
steinernen Umlage Asche und Scherben. Aus dem That-»estande
erhellt, dass der Leichenbrand an Ort und
Stelle stattfand.
Bericht über die Nachgrabungen in Libic.
Daselbst werden Scherben vom Burgwalltypus, Wirtel
and unbedeutende Bruchstücke von Eisenobjecten geunden.
Heft 10. .
Vorgeschichtliche Denkmale im Bunz-Lauer
Kreis. — Kin Bericht, der die Aufzählung einiger
daselbst befindlichen Wallburgen und Grabstätten ent-