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Prälat) Dr. A, Dunezı diesen Ort und fand an den
Hängen hübsche Feuersteinspäne von demselben Materlal,
wie wir es vom Gruebgraben kennen. Die Stelle
liegt vom Orte fast gegen N.; es finden sich hier
auch Thonwirtel und Thongefässreste.
Die Ansiedlungsstelle liegt nordöstlich vom Dorfe,
nahe der Mühle und der schönen Quelle; es ist eine
vorspringende Erdzunge, die in zwei Terrassen abgezraben
ist, Man sieht dies heute noch, trotzdem alles
nit Gestrüpp und Waldbäumen verwachsen ist,
Jener Platz, welchen Herr Dr. WoLntıcH besuchte
und beschrieb, ist ein Steinbruch am Nordhange,
der heute ganz überwachsen ist. Nahe bei
dieser Stelle, auf der unteren Terrasse, zeigte sich
ein Plattengrab, das wohl von unberufener Hand
seinerzeit ausgegraben wurde. Ich fand damals noch
Fig. 48. Rafing.
einige Scherbchen in der ausgeworfenen Erde; heute
ist alles ganz zerstört, die Platten verworfen.
Die ganze obere Fläche, etwa 700—800 m im
Gevierte, ist unter dem Humus mit Scherben wie
gepflastert; auch Mengen von Knochen finden sich.
and zwar vom Schwein, Schaf, Rind und vom Hunde.
Es muss hier der Boden oft umgegraben worden sein,
da kleine Wällchen von Erde und Scherben gehäuft
sind. Die Gefässe gehören ein und demselben Typus an,
etwa wie jene von Hippersdorf (Fig. 48); es sind Töpfe
des Haushaltes, meist klein, viele gehenkelt. Die Henkel
klein, oft nur Warzenansätze am oberen Theile des
Gefässes; manchmal sind die Gefässe wie unsere
Reinchen mit langen Pratzen als Henkel, wie wir
solche von der Fundstelle Weikersdorf und Hippersdorf
kennen, versehen. Viele der Gefässe haben Füsse
auch kleine Näpfchen, manche mit hübschen Verzierungen,
vielleicht Salbtöpfchen, sind hier gefunden
worden. Auch Spinnwirtel findet man häufig, ebenso
‘'jegen Klopf- und Schleifsteine herum. Obwohl ich Hunlerte
von Gefässfragmenten ausgrub, fand ich kein
zraphitirtes darunter; alle sind möglichst dünn und
neist von schwarzer, oft glänzender Farbe und glatt
oolirt.
Es ist sicher, dass die hier befindliche reiche
Juelle, an die sich heute noch eine alte Sage knüpft,
n der Vorzeit das Volk zu diesem Wohnplatze hinzog.
leute ist an der Stelle nicht mehr zu graben, es
lürften Generationen hingehen, bis hier der Wald
vieder abgestockt wird, und erst dann kann der
Torscher wieder mit seiner Arbeit beginnen.
21. Gnadlersdorf in Mähren.
Gegen NNO. von Retz liegt, etwa eine Stunde
lavon entfernt, der Ort Gnadlersdorf, der wegen seiner
vunderwirkenden Quelle im Mittelalter ein sehr stark
jesuchter Wallfahrtsort war. An solche Quellen knüpft
ıich gewöhnlich eine heidnische Tradition, und dies
st auch hier der Fall. Ich hörte schon in Retz,
lass hier eine bronzene Pferdetrense, heute im Beitze
des Herrn Lehrers Zwırner, gefunden wurde;
‚ber man konnte mir über die Situation und
las Alter der Funde keine Auskunft geben. Wir
vissen, dass in der Mitte der Siebziger-Jahre, ich
yzlaube, in Mitter-Retzbach, bei einem Baue eine,
wie man sagt, bedeutende Anzahl von Bronzeringen
zefunden wurde, Vielleicht gelingt es mir seinerzeit,
lie Stelle wieder aufzufinden und dort Umschau zu
halten, da die Einwohner sehr gefällig sind.
In der fast westlich von der Kirche gelegenen
Ziegelei fand ich Aschenmulden tief im Lehm einyeschnitten;
ihre Tiefe ist 1'80—2:20 m. Die heutige Abzrabung
zeigt5 solche schwarze Stellen, wovon die eine
lie Hausgrabform zeigt (Fig. 49). Eine ist sehr klein,
‚ein cylindrisch, 0:40 m breit, 0:80 tief; die Richtung
xier NNO. zu SSO. In den Mulden finden sich die
zeste eigenthümlicher hoher Töpfe, die aus freier Hand
zefertigt sind und dicke Wände haben (Fig. 50). Die
Thonmasse hat viele grobe Quarzkörner eingedrückt.
die Töpfe haben kurze Hälse und 1—2 Henkel, die
auch roh gefertigt sind; manche haben nur kurze
Tenkelpratzen, sogar 4 an der Zahl. Die Gefässe
iind alle von graurother Farbe. Auch Schüsseln
kommen vor, ziemlich hoch und weit, doch auch
von sehr ungefälliger Form. Knochen finden sich
wenige, und zwar vom Hirsch, Reh und nament-