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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 10=20.1890 u.Index 11/20.1881/90(1890)

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Feld. Dieser Platz ist sonnig, vor Winden ziemlich
geschützt. Kaum 100m von hier fliesst ein Bach
vorbei, der gewiss in vorgeschichtlicher Zeit Fische
genug haben mochte, denn erst durch unser Gänseand
 Entengeflügel wurden in neuester Zeit diese
Gewässer gründlich ausgefischt.
Auf dieser Höhe war zu vermuthen, dass dort
ine alte Ansiedlung liegt, und es zeigte sich bald,
Jass dem auch 80 sel.
Ein frisch aufgeworfenes Grab ergab einen guten
Durchschnitt ; die durch und durch schwarze, aschigfette
 Erde wies bis. in die Tiefe von 0:80 m Reste von
Gefässen auf, die wir dem frühen Mittelalter zuweisen
können; es sind jene grauen und grauschwarzen
grossen gehenkelten Krüge, dann flache Teller, “die
etwa einem Gartentopfuntersatz gleichen, auch Kochöpfe
 etc. etc., alle mit sehr weit vorstehenden dicken
Rändern. Tiefer, bis zur Basis des Grabens fanden sich
Gefässreste aus vorgeschichtlicher Zeit, und zwar
lurcheinandergemengt, wie es ja begreiflich ist, da
ler Boden gewiss oft umgegraben wurde. So viel
Jürfte feststehen, dass die hiesige Ansiedlung sicher
von der Bronzezeit bis in die La Töne-Periode bewohnt
 war; vielleicht gehören jedoch jene derben,
rohen Gefässreste, die ziemlich häufig gefunden
werden, noch einer früheren Culturepoche an. Die
Masse derselben weist nicht sehr grosse, meist aus
reier Hand gefertigte Gefässe, Kochtöpfe mit Henkel,
Henkelschalen, gehenkelte, ziemlich grosse Mulden
ınd auch kleine Schälchen auf; nirgends fand ich auf
diesen Gefässen ein Ornament. Ferner fanden sich
auch roth angebrannte kleinere Quarzitgerölle, die
wir als Sudsteine kennen. Dieser Stein mag in
glühendem Zustande in die mit Wasser gefüllten
Töpfe geworfen worden sein, um die Flüssigkeit
so zum Sieden zu bringen; aber er mag auch noch
ın anderer Weise im Haushalte unserer Vorfahren,
zielleicht bis in’s anbrechende Mittelalter, gebraucht
worden sein, etwa um in Gruben Fleisch zu schmoren.
Wenn wir die Kochtöpfe der früheren Perioden besehen,
 so muss uns die schmale Basis auffallen, aber
auch das Geripptsein des grössten Theiles des Topfes;
Jieses scheint darum gemacht worden zu sein, damit
Jas Feuer ihn leichter erwärme. Es fanden sich auch
ziemlich viele zerschlagene Knochen, und zwar solche
von einem ziemlich kleinen Rinde, vom Schweine und
viele Schafknochen, auch etliche Schalen einer Flussnuschel.
 An den Hängen ausserhalb der Friedhofnauer
 konnte man die Lagerung der Schichten besser
sehen. Grabungen sind hier nicht möglich.

Zweifellos war diese Stelle während der Bronze-‚eit
 und fort bis zur La T&ne-Periode, wie oben
‚emerkt, besiedelt, vielleicht auch schon in der
üngeren Steinzeit; bei den ziemlich gemengten
Zesten hier ist es eben nicht leicht, definitive
Zesultate festzustellen. Vor etlichen Jahren wurden
ın mehreren Stellen des Ortes Bronzeringe, Arminge
 und kleine Ringelchen gefunden; dieselben sind
‚eider verworfen worden,
Nahe dem Bache gegen 0OSO. befinden sich auch
Aschenmulden; ihre Untersuchung steht noch aus.
Die flache Schale in der Abbildung (Fig. 40),
sowie der gehenkelte Topf und die Henkelschale sind
von dieser Localität: sie waren alle fast zur Hälfte

Fig. 40. Ragelsdorf,

orhalten, sind von schwarzbrauner Farbe, aus freier
Tand gefertigt, ziemlich fein im Materiale und nicht
sehr stark in der Wandung.
Ragelsdorf.
Etwa eine Stunde Fahrt von Zellerndorf in der
Ychtung SO. kommen wir zu dem obengenannten
)rte. Es befindet sich hier eine Ziegelei. Gewöhnich
 finden sich in den dazugehörigen Lehmgruben
ieste von vorhistorischen Gräbern und Ansiedungen;
 hier ist dem nicht so. Ich hörte zwar,
lass vor Jahren im Orte selbst bronzene Arm-‚pangen
 gefunden wurden; doch auch hier war alles
rerloren gegangen.
Ausserhalb des Ortes gegen NNO. auf der Höhe
inden sich Aschenmulden und Hausgräber. An
lieser, von der Thalsohle etwa 10m ansteigenden
Perrasse, die sich von SO. zu WNW. zieht, sind an
nehreren Stellen, theils durch die neue Strassenınlage
 zerstörte, theils durch die Schuljugend aufzewühlte
 Mulden, die schwarze fettige Erde mit
            
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