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rnament, und selbst Eisenfragmente. kamen vor.
In der folgenden Schichte (II) kamen häufig jüngere
Thongefässscherben vor, mit Wellenornament und mit
nach aussen umgebogenem Halse, wie ich solche aus
Bor und Lomec bei Liböjic beschrieben und abgebildet
(s. m. Urgesch, Beiträge, 3. Th., Textfig. 35)
ınd in das 7. bis 8, Jahrhundert verlegt habe;
ferner Beinartefacte, deren Verzierung aus Kreisen
mit einem Mittelpunkte besteht, wie sie in Stradonie
so häufig auftreten; ferner Knochenschlitten und ein
verzierter massiver Goldring. ;
Sehr interessant sind auch die Funde der obersten
Schichte (I), welche zufolge der darin vorgefundenen
Münzen in die Zeit vom 9. bis zum 13. Jahrhundert
n. Chr. fallen. Hier ist zunächst eine zahllose Menge
von Scherben zu erwähnen, zumeist auf der Töpferscheibe
geformt und gebrannt; meist bauchig, ohne
Henkel, mitunter sehr gross und mit zahlreichen,
in den Boden eingedrückten Zeichen. ÖnrmAr hat
auf einer Tafel 74 solcher verschieden geformter,
kreisförmiger, kreuzförmiger, rautenförmiger u. S. W
Zeichen abgebildet ; alle bis jetzt mir bekannt gewordenen
Topfzeichen sind hier vertreten, Besonders
hervorzuheben ist seiner Seltenheit wegen ein 71 cm
hohes Gefäss, welches den Leib eines Widders
nachahmt (5:3 cm lang und 4:4 cm breit); ferner
sehr zahlreiche Thonwirtel, Knochenpfriemen und
Knochenschlitten, bronzene, messingene und zinnerne
Jhrringe mit S-förmigen Enden, gläserne Finger-:inge,
und von Eisenobjecten: zahllose Messer, Schafscheeren,
Ringe, Haken, einige Pfeilspitzen u. s. W.
Unter den in dieser Schichte gefundenen, zahlceichen
Knochen sind zumeist: das Schwein, das
Pferd, des Rind, das Schaf, die Ziege, das Reh, der
Hirsch und das Wildschwein vertreten. Aus dem mir
singesendeten Materiale bestimmte ich die nachstehenden
Thierformen :
Canis f. optimae matris Jerrr., schwächere Form,
zinen Bastard zwischen dem vorstehenden Hunde
and dem Canis f. intermedius Worpt.; einen Schädel,
ler am meisten mit Canis f. palustris ladogensis
AnUGın übereinstimmt und etwas schwächer ist als
ler von mir als Canis f. palustris ladogensis bestimmte
Schädel aus einem Moorboden bei Sedlec,
unweit Kuttenberg; ferner zwei Unterkiefer, die nur
lem Buldogg zugeschrieben werden können; würden
die dazu gehörigen Schädel auch übereinstimmen,
so wäre die Nachricht irrig, dass der Buldogg erst
im 16. Jahrhundert in Europa verbreitet wurde;
'erner Vulnes vulgaris L., Anser cinereus L., Lepus
imidus L., Arvicola amphibius Blas, und Gallus
'omesticus IL. Erwähnenswerth erscheint der Umıtand,
dass die Knochen des Haushuhns in einem
)pfergefässe gelegen sind, und dass ich auch für
Terrn Hrrw. Srorem in Sofia Haushuhnreste aus
nem prähistorischen Grabe in Bulgarien bestimmte.
Wenn wir noch schliesslich die oben angeführte
"auna der Metallzeit (Schichte III und II) mit der
1e0olithischen Fauna vom Hradist& bei dem benacharten
Kuttenberg vergleichen (s. m. Urgesch, Beitr.,
3. Th.), so finden wir einen genug kenntlichen Unterıchied;
in der neolithischen Fauna von Kuttenberg
ı1errscht das Wild vor, besonders der Hirsch und
las Wildschwein; das Rind ist nicht so zahlreich,
las Hausschwein wenig vertreten, das Huhn fehlt.
n der Fauna von Caslau herrschen dagegen die
lausthiere vor, besonders das Rind und das Hauschwein;
Wildschwein, Hirsch und Reh werden sel-‚ener,
dafür tritt das Huhn auf. Nicht unerwähnt
{arf gelassen werden, dass in Caslau ein Femurzsnochen
des Hundes auf einer Seite angeschliffen
st. Aus den vorstehenden Bemerkungen geht zur
jenüge hervor, dass die Fauna von Caslau
ünger ist als die von Kuttenberg und dass
ılso auch die Burg von Kuttenberg viel weiter
‚urückreicht als die von Caslau.
b) Funde bei Ploscha.
Im Jahre 1887 wurden auf dem Felde gegen
Schiessglock, etwa 80m entfernt von der neolihischen,
oben beschriebenen Ansiedlung, in aschiger
Schichte, 1m tief, zunächst eine kleine, sehr schöne
Vase und neun Stücke theils halbmondförmiger, theils
zreisrunder Spangen aus Kupfer und der Ineisiv-‘heil
von Sus europaeus Pall. gefunden. Der ungewöhnlich
grosse und starke Hauer dieses Wildschweines
misst in gerader Länge 13‘5 cm und besitzt
die stärkste Dicke von 2°9 cm.
Die Vase ist aus feinem Thon von freier Hand
:jerlich geformt, aussen mit Graphit sorgfältig ge-‚JJättet
und sehr schwach gebrannt. Der Boden steht
‚andförmig 1'2 cm weit hervor und ist innen hohl;
ler Bauch ist mässig gewölbt, der Hals ragt nach
ıufwärts empor. Unter dem Halse laufen sieben dichte
Reihen runder Gruben herum, auf 1‘8 cm Weite ist
ler Bauch glatt und dann folgen wieder sehr dichte,
herumlaufende Reihen von Gruben bis zum Bodenansatz
(Fig. 116).
H = 15cm?; gr D= 11cm; Md= 8cm?; B= 65cm:
Wd = 04 cm.