Schlitze, welche die Kugelform zieren, blieben während
des Gusses nicht ausgespart, sondern wurden,
wie dies an einigen vorgefundenen Exemplaren ersichtlich
ist, erst nachträglich mit dem Meissel herzestellt.
Die Knöpfe kamen vielmehr als glatte Hohlkugeln
aus der Gussform, so dass der Gusskern
nirgends einen Verbindungspunkt mit dem Mantel
hatte. Um die hohle Kugelform zu giessen, musste
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Fig. 23. Fragment eines Haarreifes von Vratnica,
Fig. 24. Haarreif von Sokolac,
der Kern in‘ dem Gussmantel frei schwebend angebracht
werden, was nur vermittelst eingefügter
Drahtstiften bewerkstelligt werden konnte. Ob dies
wirklich der Fall war, konnte ich mich bisher nicht
überzeugen, da ich mich nicht dazu entschliessen
xonnte, eines der vorhandenen Exemplare einer diesvezüglichen
Untersuchung zu opfern, aber selbst auf
die angedeutete Art wäre auch bei grösster Vorsicht
das Gelingen des Gusses in den meisten Fällen
zweifelhaft.
Das Löthrohr würde die Herstellung solcher Knöpfe
aus zwei getriebenen Halbkugeln bei weitem leichter
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Fig. 25. Gravirtes Zierstück aus Bronzeblech.
machen, aber den Metallurgen, deren Erzeugnisse am
Glasinac vertreten sind, scheint dessen Anwendung
noch unbekannt gewesen zu sein. Sie ist zum Mindesten
bei keinem Stücke nachweisbar, während in
solchen Fällen, wo es mit Vortheil Anwendung gefunden
hätte, die Gegenstände genietet wurden. Dieses
ıst der Fall bei einer Fibel, bei welcher der Nadelhaken
abgebrochen war und mit einem Nagel an
den Bogen wieder festgenietet wurde (Fig. 48). An
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nem gebrochenen Haarreife wurde die Reparatur
lerart vollzogen, dass die Bruchstücke aneinanderzefügt
und an ein unterlegtes Blechstückchen angealetet
wurden (Fig. 28). Eine ähnliche Reparatur
zeigt ein Fragment eines anderen Haarreifes, bei
welchem jedoch die Nägel mit einem gebuckelten
Kopfe versehen sind (Fig. 24).
Was schliesslich die decorativen Motive
oetrifft, welche zur Verzierung einzelner glatter
7lächen angewendet wurden, so können sie trotz
ihrer grossen Einfachheit als geschmackvoll bezeichnet
werden, Der decorative Formenkreis kennt noch nicht
lie Anwendung von Flachornamenten und beschränkt
sich auf ein System gravirter oder im Tremolirstich
zusgeführter Linearmotive und concentrisch angeordneter,
mit dem Zirkel eingeritzter Kreise. Ausserdem
ba
Fig. 26. Schliesse aus dem einen Arareva gromila,
werden vorhandene Flächen durch kleine getriebene
Buckel belebt, welche den Mittelpunkt der Gesammt-;omposition
oder einzelner Theile derselben hervor-1eben.
An einzelnen Stücken findet man selbst
lurchbrochene Muster in der primitivsten Ausfühung
dieser Technik,
Trotz des enggezogenen Formenkreises, in welchem
sich die decorativen Motive bewegen, bilden sie mit
ler Gesammtform des Gegenstandes ein einheitliches
janzes, welches auf eine weit zurückreichende gewerbiche
Tradition, eine ausgebildete Technik und ein
ılcht zu verleugnendes Stylgefühl hinweist. Beispiele
ron decorativen Motiven zeigen Fig. 23—26,
Das thatsächliche Vorkommen von Hohlgüssen
zibt einen Anhaltspunkt für die annähernde Altersjestimmung
der Funde an die Hand.
In Griechenland, welches am frühesten in der
zeschichtlichen Entwicklung Europas auftaucht, fällt
lie erste Anwendung des Hohlgusses bekanntlich in