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welche wenigstens im Aeussern eine regelmässige
Anlage zeigten. Sie sind derart ausgeführt, dass
zuerst der Urboden geebnet und mit einer Lage
zrösserer Steine belegt — man könnte sagen gepflaster‘:
— wurde, worauf aus ähnlichem Material
ein nach aussen schräg abfallender Ring gebildet
wurde. Die so entstandene Mulde ward zuerst mit
gröberen Klaubsteinen flach ausgefüllt und erhielt
schliesslich eine geebnete Lage von überaus sorg-‘ältig
geschlägeltem Steinmaterial. Diese Hügelgräber
sind trotz ihrer Grösse (15—22 m Durchmesser)
zehr flach und kaum über 0:90 m hoch.
Die ausserordentliche Einfachheit, in welcher
liese den Todten gewidmeten Denkmäler aufgeführt
waren, deutet auf eine ebenso einfache Bestattungsart.
Der Dahingeschiedene wurde auf den flachen
Boden gelegt, neben. ihm die Beigaben, welche man
ihm in’s Jenseits gab, und nachdem etwa noch
übliche Todtenopfer dargebracht waren, wurde er so
lange mit Steinen beschüttet, bis sich ein ansehnlicher
Hügel über ihn gebildet hat.
Die auf den Ueberresten des Todten lastende
Steinlast hat die Brust desselben so zerdrückt und
zertrümmert, dass die Knochen nur in kleinen Bruchstücken
zu Tage gefördert wurden und dass es
selbst in den meisten Fällen unmöglich war, die
ursprüngliche Lage des Skelettes genau festzustellen.
Die 6 Tumuli bei Podlaze zeigen eine von der
allgemein üblichen abweichende Bestattungsart.
In 4 derselben, welche untersucht wurden, fanden
sich zweifellose Spuren von Feuerbestattung vor —
zalcinirte, zu kleinen Stückchen zersplitterte Menschenknochen,
welche, zu einem Häufchen mit den Beigaben
geschichtet, unter den Hügeln lagen. In einem dieser
Gräber fanden sich beide Bestattungsarten vereint vor:
an der Nordseite des Grabes gebrannte Knochen und
ca. 4 m südlich davon ein gewöhnlich bestattetes Skelet.
Es wäre wohl unnütz, zu erörtern, ob und in
welchem Verhältnisse die beiden Bestatteten zu
einander standen, aber ich hebe als bezeichnend
hervor, dass sich neben den calcinirten Knochen
reiche Beigaben fanden, während sich neben dem
Skelette gar nichts vorfand.
Die 6 Flachgräber von Podlaze, welche sowohl
ın Form als in der Bestattungsart von den übrigen
am Glasinac stehenden abweichen, sind überhaupt
die einzigen derartigen bisher in Bosnien beobachteten
Denkmäler.
Obwohl ich prähistorische Hügelgräber nahezu
ın allen Theilen des Occupationsgebietes zu beobıchten
Gelegenheit hatte, kamen mir ähnlich ge-“ormte
anderwärts nie vor, und es erscheint deshalb
ıicht unwahrscheinlich, dass hier fremdartige Einlüsse
zur Geltung kamen. Zeitlich scheinen dieielben
wohl nicht von den übrigen Hügelgräbern
7on Glasinac getrennt zu sein, denn es wurden
larin Bronzegegenstände gefunden, welche mit denen
anderer Hügelgräber identisch sind,
Dass der Gebrauch von Todtenopfern am Glasinac
ıllgemein war, beweisen die grösseren und kleineren
3randschichten, welche, mit den Knochen der geopferten
Thiere untermischt, sich in jedem Tumulus zerstreut
rorfanden ; hingegen scheinen Libationen ungebräuchich
gewesen zu sein, denn obwohl sich in einzelnen
lügelgräbern kleinere Gefässfragmente vorfanden,
st ihr Vorkommen doch äusserst selten, und unter
allen zu Tage geförderten Stücken konnte ich nicht
zwei finden, welche ich mit Sicherheit als vom selben
Gefässe herrührend bezeichnen könnte, so dass ihr
Vorkommen ein rein zufälliges zu sein scheint.
In je höherem Ansehen der Dahingeschiedene
yar, desto dichter ist die Opferschichte, desto um-'angreicher
der Tumulus, welcher sich ober ihm
wölbte, und hier sind es wieder die Söhne Mars’,
lie sich eines besonderen Ansehens erfreuten. Nur
ın den Hügelgräbern grösserer Dimensionen fanden
zch Waffen — Eisenklingen und Lanzen — vor
ınd das sonstige Vorkommen von Eisen scheint ein
Zeichen von Wohlstand gewesen zu sein, denn es
st in unansehnlichen Hügelgräbern selten zu finden,
and wird es hier gefunden, so ist es zu Schmuck
— Ringen und Zierscheiben — verarbeitet.
Was die Beigaben, welche sich in den Gräbern
zorfanden, betrifft, so war es in manchen Fällen
nöglich, daraus auf die Beschäftigung des Todten
zu schliessen, und als charakteristisches Beispiel
ühre ich ein kleines bei Taline befindliches Hügelzrab
an, dessen Inhalt ein würfelartiger, auf der
)berseite mit einem ausgehöhlten Loche versehener
Zisenblock, der als Angelhülse eines primitiven Mühl-'adzapfens
verwendet war. Daneben befand sich ein
üadsperrer aus Eisen, und mehrere im Tumulus zerstreute
Bruchstücke eines kleinen Mahlsteines geben
iber die Verwendung der genannten Stücke genauere
\ufschlüsse, so dass wir in dem Tumulus unzweifelıaft
das Grab eines Müllers vor uns haben.
Ein anderes Hügelgrab bei Borik enthielt wieder
zahlreiche Erzschlacke, welche von einer Bronzeguss-Werkstätte
herrührt.