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les Grazer Joaneums zu sehen sind. cf. v. Hamner
in Steier. Zeitschrift 1821, I. Heft,
Fragen wir nun nach der Herkunft des Kunstwerkes,
so habe ich schon oben der Ansicht Ausüruck
gegeben: es sei ein Werk etrurischer Kunst.
Hier möchte ich noch auf ein etruskisches Skulpturstück
hinweisen, welches im Mus. Etrus.
Tab. CLXXXV abgebildet ist. Ein runder Thronsessel
ist an der Innenseite der Lehne und am
Sitze mit figuralen Darstellungen geschmückt,
Unter den letzteren ist merkwürdigerweise eine
Xampfszene abgebildet, welche bis auf den Umstand,
dass die Kämpfer mit kurzen Röcken bekleidet
and, ganz der unserer Situla entspricht. Zwei
Männer kämpfen mit Hanteln in den Händen
um einen Helm und die Zuschauer sitzen auf
3inem Stuhle daneben. Zwei Speere stecken anfrecht
im Boden, das Werk ist natürlich weit
ünger als unsere Situla.
Der Frage nach der Zeitstellung liesse sich
vielleicht an der Hand der Geschichte in folgender
Weise beikommen, Bekanntlich ist eines der wichtigsten
Ereignisse der letzten Jahrhunderte v. Ch.
lie Keltenwanderung oder richtiger das Ausschwärnen
des beutelustigen Ueberschusses der mittelzallischen
Völkerschaften. Naturgemäss suchen
lie Kelten zunächst das blühende Kulturland am
Po heim, wo die Etrusker herrschen und von dem
aus sie ihre Wege auch in die Alpenthäler und
u dem Bergsegen der Alpen gefunden hatten.
Gold, Eisen und Salz waren wohl in erster
Linie, wodurch sie heraufgelockt wurden.
Nun erfolgte c. 550 v. Ch. der Anfall auf
)beritalien und die Gründung von Mediolanum
Jurch die Kelten. c. 360 finden wir sie schon
n Illyrien mit den Ardiaeern im Kampfe, 388
fällt Rom und 279 ist bereits Brennus vor Delfö.
Bei uns dürfte daher ihr Erscheinen zwischen
100—350 angesetzt werden. Dieser Einfall und
las dadurch erfolgte Abtrennen der Alpen von
Strurien mag zwar die Metallindustrie der Etrusker
aicht ganz lahmgelegt, aber doch störend auf dieselbe
eingewirkt haben. Jedenfalls war die Verbindung
mit dem bedrängten Mutterlande Etrurien
lurch den längs des Po sich einschiebenden kelvzischen
Völkerkeil unterbrochen.
Ich glaube daher, die Blüthezeit unserer Eisenindustrie
und die sie begleitenden Fundstücke vor
Jie Kelteneinfälle, also spätestens bis c. 400
v. Ch. setzen zu sollen. Watsch selbst mag als
Eisenwerk schon um diese Zeit, wenn nicht aufzelassen,
doch herabgekommen sein,
Allerdings scheint der Hauptsitz der keltischen
Herren sich längs der Hauptverkehrsstrassen z. B.
um Nauvpvort als Schlüssel zwischen Italien und
Vorikum und im gesegneten Unterkrain, wo die
tebe reichlich gedeiht, befunden zu haben, — aber
nit der freien Bewegung der Etrusker war es
‘ben hier vorbei, bis endlich die Römer auch der
Celtenherrschaft und ihrer Ritterschaft hier ein
Inde machten. Wir können somit für unsere
*egenden folgende Reihe aufstellen:
1. Die alte Pfahlbau- und Brandgräberbevölzerung,
sie treibt + schon KEisen- und sonstigen
Zergbau, wenn auch in primitivster Weise.
2. Die Etrusker rücken aus Oberitalien als
3ergbauindustrielle und Handelsleute vor, okkuren
die gewinnbringenden Baue, beuten dieselben
weiter aus und versorgen die Urbevölkerung mit
hren Erzeugnissen an Schmuck, Geräthen etc.
3. Die Kelten rücken c., 350 aus Oberitalien
in, speziell der Clan der Taurisker okkupirt die
*egend um Nauportum und Emona, und rückt
iber Unterkrain — (La Töene-Funde von Sleptek
ei Nassenfuss) an die Save-Neviodunum.
4. Die Römer rücken ein und organisiren das
Land in ihrer Weise.
Schliesslich möchte ich mir noch zum gestrigen
/ortrage des Herrn Prof. Dr. Zuckerkandl über
‚die Ethnographie der Alpenbevölkerung“ die Benerkung
erlauben, dass ich mich mit seinen Ausührungen
in vielen Punkten nicht einverstanden
ırklären kann und mir vorbehalte, an anderer
Stelle auf den Gegenstand zurückzukommen.
Herr Jos. Palliard: Zwei neue Jadeitobjekte
zus Mähren.
Nördlich vom Dorfe Hödnitz (Hodonice) im
serichtsbezirke Znaim in Mähren hefinden sich
nehrere mit einander zusammenhängende Ziegeleien,
velche sich unmittelbar an die Ortschaft anschliessen.
Jeber den gelben Lösswänden derselben erstreckt
ich eine 0,40 - 1,0 m mächtige schwarze Kulturchichte,
welche zahlreiche trichter- und muldenörmige
Gruben bedeckt, deren dunkler Inhalt
leutlich von den gelben Lösswänden absticht.
J)iese Vertiefungen, welche wohl als Abfallsgruben
ner vorgeschichtlichen Ansiedelung zu deuten
and, sind mit schwarzer aschiger, mit Kohlenyartikelchen
untermengten Erde ausgefüllt, welche
n den unteren Partien oft in reine Asche überzeht
und zahlreiche Bruchstücke von rothgebranntem
nit Spreu durchsetztem Lehmstrich, kopfgrosse
Steine, zerschlagene Thierknochen vom Schwein,
ferd, Rind, Schaf, Ziege, Hund, Hirsch, Reh
ınd Bieber, ferner zahlreiche Topfscherben und
verschiedene andere in der Regel zerbrochene
\rtefakte enthält. Von diesen sind besonders zu
rwähnen einige defekte Feuersteinmesser, Bruchiıtücke
von geglätteten Steinhämmern, ein abge-