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iche Finder derselben, Herr Baron von Seiffer-;itz
in Siebeneich, der sich um die archäologische
Erforschung jener Gegend grosse Verdienste erworben,
in munifizenter Weise ebenfalls dem tiro-.ischen
Landesmuseum zugesagt.
Vor Kurzem wurden auch von Herrn L. de
Jampi bei seinen wichtigen und ergebnissreichen
Ausgrabungen in der Umgebung von Cles ım
Nonsberg mehrere räto-etruskische Inschriften ge-'anden,
und so hat das vorrömische Inschriften-Material
von Tirol mit einem Schlage eine sehr
ınsehnliche Bereicherung erfahren. Wir haben
ıllen Grund, diese urgeschichtlichen Denkmäler
mit der grössten Aufmerksamkeit zu sammeln, da
sie geeignet sind, über die Palethnologie der Alpenländer
helleres Licht zu verbreiten. Es ist ein
Verdienst Pauli’s, nachgewiesen zu haben, dass die
in den nord-etruskischen Alphabeten geschriebenen
{nschriften verschiedenen Sprachen angehören.
Sie sind theils etruskisch, theils keltisch, theils
andlich venetisch oder illyrisch. Nach den Erzebnissen
der neueren prähistorischen und linguistischen
Forschung steht es fest, dass illyrische
Zultur bis tief in die Alpen hineingereicht hat.
Dr. Pauli steht im Begriffe, ein vollständiges
Dorpus alt-italischer Inschriften herauszugeben.
Zs erscheint zu guter Stunde, und wir zweifeln
ıicht, dass uns dasselbe in ethnologischer und
ırgeschichtlicher Hinsicht wichtige Aufschlüsse
zewähren wird.
Herr L. H. Fischer: Ueber indischen Schmuck.
Ich habe eine kleine Kollektion. von indischen
Schmuckgegenständen hier, die ich. auf meiner
yorigen Reise gesammelt habe. Ich habe sie mitzebracht,
nicht um einen besonders schönen Schmuck
zeigen, sondern um die Typen von verschiedenen
Stämmen demonstriren zu können. Ich habe die
oharakteristischen Typen zwischen Hindus und
nuhamedanischen Stämmen herauszufinden gesucht,
ınd, was die Hauptsache ist beim Sammeln des
Schmuckes, Werth darauf legt, wie der Schmuck ge-‚ragen
wird. Es wäre gewiss wünschenswerth, wenn
in Museen und Sammlungen durch Figuren oder
Zeichnungen kenntlich gemacht würde, wie der
Schmuck getragen wird. Dadurch gewinnen die
inzelnen Schmuckgegenstände nur an Interesse.
ss komm’n Ringe vor, die man eher für Halsals
für Nasen-Ringe halten sollte. Manche dieser
äegenstände werden auch verschieden getragen,
ler eine braucht den Ring für die Nase, der
andere für's Ohr. Ueberhaupt haben in Indien
lie einzelnen Völker nur selten ausgesprochen charak-‚eristische
Schmucksachen; im Allgemeinen trägt
Jeder, was er besitzt und was ihm zugänglich ist.
Mittheilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien, Bd. XIX. 1889.
'm Grossen und Ganzen sind aber doch einzelne
;harakteristische Merkmale zu verzeichnen, namentich
charakteristisch für den Süden, welcher die
xgentlichen Indier beherbergt.
In Bezug auf das Material muss ich bemerken,
‚ass Gold sehr selten ist, nur im Norden und nur
‚ei reichen Leuten findet man einige wenige Gegentände,
die daraus verfertigt sind, am meisten findet
nan Bronze und Silber, selten, namentlich im
‘üden Elfenbein, an Schmuckgegenständen werden
ehr viele aus Harz imitirt, einer Masse, die dann
päter vergoldet wird. Elfenbein-Ringe, namentlich
armringe, die den ganzen Ober- und Unter-Arm
yedecken und nur die Gelenke frei lassen, kommen
m Süden Indiens auf den Hochebenen von Dekan
‚or. Ich bitte die geehrten Herrschaften, sich zu
jemühen, diese Zeichnungen anzusehen, auf welchen
ine solche weibliche Figur dargestellt ist. Das
st eine Art des Schmuckes, wie sie sonst nirgendvo
sich vorfiodet. Der ungeheure Reichthum des
jchmuckes der Indier ist wohl bekannt. Es gibt
vohl kaum eine Nation, welche so vielerlei Schmuck
rägt wie die indische. Es ist schwierig, anzuseben,
was ein einzelner Volksstamm trägt, die
ırabische Kunst hat offenbar ihren Einfluss vom
Vorden her auf Indien ausgeübt und ist bis ins
nnere gedrungen, hat sich auch mit der vorgeandenen
Kunst amalgamirt, woraus sich schliessıch
ein selbstständiger Stil entwickelte. Daher
:ommt es auch, dass die Schmuckgegenstände nach
Jorden zu immer mehr den arabischen Charakter
ınnehmen. Für Nordindien ist charakteristisch die
ırt und Weise der Fussringe, welche im Süden
ıur aus dünnen Reifen bestehen, im Norden aber
ron einer Stärke und Schwere sind, wovon man
ich keinen Begriff macht. Sie sind zumeist mit
;chellen versehen, so dass die Frauen, wenn sie
iber die Gassen gehen, sich immer bemerkbar
nachen. Dafür ist im Süden von Indien charakeristisch
der Ohrschmuck, Diese Reichhaltigkeit
:on Formen von Ohrringen ist wirklich auffallend.
Is gibt wohl kaum einen Fleck am Ohr, der nicht
lurch Verzierung bedeckt ist. Der ganze Rand
ıer Ohrmuschel ist eingefasst von solchen kleinen
lingen und das Öhrläppchen wird dann noch
zünstlich erweitert, denn es gehört dort, ich möchte
agen, zum guten Ton, eine grosse Oeffnung in
jem OUhrläppehen zu haben, welche dann auch
‚eichlich mit Ringen aller Formen behängt werden.
Diese Oeffnungen werden von Kindheit an erzeugt,
ndem man den Kindern bleierne Ohrringe einhängt,
Jie das Ohrläppchen herunterziehen. Dies scheint
»harakteristisch für Südindien zu sein und man
xann das auch an alten Skulpturen bemerken,
Budda wird stets so abgebildet. Es gibt aber
utzungsberichte