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leicht formbare Glieder einzufügen, so nahe auch
lie Verlockung liegen mag. Ich gedenke, sie voräufig
bei Seite zu lassen; sie mögen später, wenn
wir ein festmaschiges Netz von gut studirten
jrabfunden haben werden, sich willig einreihen,
An dieser Stelle will ich auch sogleich ein
Gebiet, welches bisher noch keinen genügenden
Stoff für unsere Betrachtung geliefert hat, namhaft
machen. Wenn wir die Pfahlbauten unserer Ostalpen,
sowohl des Salz-Kammergutes als auch des
Laibacher Moores betrachten, so finden wir in ihnen
ähnlich wie in den Pfahlbauten der Ostschweiz
die neolithische Periode vertreten. Erst am Südfusse
der Alpen und im Osten derselben, in
Ungarn, finden wir so wie in der Westschweiz
Pfahlbauten und Terramaren der Bronzezeit. Von
Metallgegenständen können wir aus unseren Pfahloauten
nicht mehr als beiläufig gegen 50 Stücke
aufzählen. Die meisten derselben sind aus Kupfer,
während einige gut verzierte Bronzewaffen (aus
jem Laibacher Moor) ganz den Charakter von ver-3inzelten
Importstücken an sich tragen. Im Anzschlusse
an die zuletzt von Gross formulirten
Ansichten sträube ich mich dagegen, jene Kupfer-‘unde,
welche die letzte Stufe der neolithischen
Periode charakterisiren und als Vorläufer der
wahren Metallzeit betrachtet werden können, nach
Much’s Vorschlag für die Errichtung einer eigenen
vollgültigen europäischen Kupferperiode heranzuziehen.
Von diesen einfachen Kupferfunden der
Pfahlbauten und den mit ihnen übereinstimmenlen
vereinzelt gefundenen einfachen Kupfermeisseln
müssen wir meiner Meinung nach auch jene in
JIngarn zahlreich vorkommenden Kupferbeile, welche
ainen ganz eigenthümlichen, von Pulszky trefflich
umschriebenen Formenkreis repräsentiren und
möglicher Weise jünger sind, wohl unterscheiden
und uns hüten, diese Zeugen der „ungarischen
Kupferzeit“ mit den aus Kupfer gemachten neoli-;hischen
Typen zusammen zu thun. Während die
spezifisch ungarischen Typen dem Formenkreise
ler Bronzezeit fremd gegenüber stehen, lassen sich
lie einfachen Kupfermeissel und Kupferdolche sehr
zut am Anfange der betreffenden Bronzeformenceihen
als deren Vorläufer anbringen.
Die zum Theil sehr schön verzierten Bronzen,
welche im Laibacher Moor, freilich zum Theil
zusserhalb der untersuchten Pfahlbauten gefunden
wurden, kommen für diesen Anschluss der Kupferzeit
an die Bronzeperiode nicht ın Betracht. Es
sind meines Wissens 3 Schmucknadeln, 2 Schwerter,
2 Dolche, 1 Paalstab und 2 Hohlkeite, im Ganzen
LO Stücke, welche nicht einem einheitlichen Formenkreise
angehören und welchen auch die Begleitung
les anderweitigen, ihnen ebenbürtigen Inventariums
mangelt. Ihre Deutung als Importwaare dürfte
daher ziemlich zutreffend sein.
Die Schweizer haben sich bezüglich des Mangels
zon Bronzezeitpfahlbauten in der Ostschweiz mit
ler Theorie geholfen, dass die Bewohner der be-‚reffenden
Kantone gleichzeitig mit der Bronzezultur
auch Wohnsitze auf dem festen Lande
ıngenommen hätten. Aber uns in den Ostalpen fehlt
“ür die Bestätigung dieser Hypothese noch jegiches
Material. Ich kenne aus diesem Gebiete
ıusser einem Depotfund von Flachmeisseln bei
Jochosterwitz in Kärnthen nur vereinzelt ge-‘andene
Bronzen, welche schon an und für sich
xu einer systematischen Betrachtung nicht aus-'eichen
und überdies vielfach (wie z. B. die Paalstäbe
mit kurzen, breiten Schaftlappen u. a.)
jereits in den Hallstätter Formenkreis gehören,
5o können wir also sagen, dass wir in unserem
Alpengebiete noch keine entsprechende Vertretung
ler Bronzeperiode gefunden haben,
Dieses Faktum hat bekanntlich Hochstetter
zeranlasst, für uns die Existenz einer eigenen
3ronzezeit in Abrede zu stellen und unsere Hallıtatt-Funde
der gesammten nordischen Bronzezultur
gegenüber zu stellen. Dieser Parallelisiung
widerstreiten aber die Funde aus den nördich
von den Alpen gelegenen Provinzen Oester-'eichs,
aus welchen wir Vertreter beider Perioden,
ypische Bronzealtersfunde und Hallstattfunde in
schöner Aufeinanderfolge kennen. Besonders ausichlaggebend
nach dieser Richtung sind die Funde
ıus der Gegend von Pilsen, von welchen wir in
ınserer temporären Ausstellung eine grosse und
;ehr schöne Auslese aus der Sammlung des Herrn
}rafen Ernst zu Waldstein sehen. Es sind
la im Uslava-Thale durch Herrn Franc in einer
inzahl von Bronzezeit-Grabhügeln Nachbestattungen
zus der Hallstatt-Periode nachgewiesen worden.
Das Gebiet, aus welchem wir bisher gute
3ronzezeitfunde — ich habe da vor allem Gräber
m Auge — kennen, erstreckt sich nicht bloss
ıuf die Länder im Norden der Donau, sondern
‚uch auf das am rechten Ufer der Donau sich
ılnziehende Voralpenland, aus welchem wir im
Tof-Museum Funde von Winklarn, Paudorf, Geneinlebarn
und Leobersdorf finden. Die Gräber
eigen sehr verschiedene Bestattungsgebräuche:
Cumuli, theils mit, theils ohne Steinsetzungen,
"lachgräber mit oder (viel häufiger) ohne Steinkiste;
in beiden Grabformen theils Leichen-, theils
3randbestattung, die Skelette häufig in der Seitenage
mit hoch aufgezogenen Beinen, manchmal
zuch hockend. Eine räumliche Gruppirung dieser
verschiedenen Bestattungsgebräuche führt noch zu
zeinem Resultat. Von den typischen Bronze-