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Zeugniss des Herodot, dass man nach einer Schlacht
Jie Schädel der Perser weich, die der Aegypter
hart gefunden habe, was er durch die Kopfbe-Jeckung
der ersteren erklären will, findet noch
1eute seine Bestätigung, wenn wir den Mongolen
nit dem afrikanischen Neger vergleichen. Bei
Jem ersten ist die diploetische Substanz der Schädelknochen
mehr entwickelt; Mayer beschrieb einen
Mongolenschädel, bei dem sogar der Arcus zygomaticus
eine zellige Struktur hatte. Die Form
Jer Schüdelnähte, ob sie eine reichere Zahnung
and zahlreichere Nahtknochen zeigen, wie es bei
Jem Möongolen- und Malayenschädel der Fall ist,
Jarf gewiss auf ein langsameres Wachsthum und
auf geringere Zufuhr der Kalksalze bezogen werden,
Bei Schädeln der germanischen Vorzeit habe ich
lie Diploe nicht selten viel breiter gefunden, als
ag jetzt gewöhnlich ist, so habe ich es bei dem
3chädel von Nieder-Ingelheim aus der Steinzeit
jeschrieben. Beim Neger und den niederen Rassen
iberhaupt sind die Nähte mehr linienförmig, wie
ie beim Kinde sich zeigen, sie schliessen sich
’rüher wie beim Europäer. Die Länge der Naht-‚acken
ist ein Zeichen des verzögerten Schlusses
Jer Nähte, der durch verminderte Zufuhr der
Kalksalze veranlasst sein kann, aber auch durch
eine länger dauernde Grössenzunahme des Gehirns.
Eine reiche Zabnung der Nähte ist bei den Kulturvölkern
gewöhnlich. Wie bei den rohen Rassen, so
xurden auch bei den Schädeln der Vorzeit die Nähte
mehr geradlinig gefunden und sind früher geschlossen.
Am Thierschädel sind gezahnte Nähte
zelten, auch schliessen sie sich frühe. Broca war
Jer erste, der in seiner Vorschrift für die Schädelnessung
die Form der Nähte, ob sie kurz oder
angzackig seien, berücksichtigte. Gratiolet’s Ansicht,
dass die Schädelnähte bei wilden Rassen
in der Richtung von hinten nach vorn sich schlössen,
lie der Europäer umgekehrt, hat sich nicht be-;tätigt.
4. Betrachtet man den Schädel von vorne,
n der Norma facialis, so fallen uns zunächst
Jie Augenbrauenbogen auf, die bei rohen Rassen
stark entwickelt sind, beim Weibe fast fehlen.
Sie sind hauptsächlich durch grosse Stirnhöhlen
nervorgebracht, es tritt dann auch meist die
3abella vor und die Nasenwurzel ist tief eingeschnitten.
Beim Weibe ragen, weil dieser Kinschnitt
fehlt, die Nasenbeine im Vergleich zu den
Zieferfortsätzen häufig höher hinauf als beim
Maänne. Nicht selten steigen bei Mongolen, z. B.
den Kalmukken, die Augenbrauenbogen nach aussen
and oben, sie deuten auf eben so gerichtete Augennrauen
und Augenspalten. Die Nasenbeine niederer
Rassen liegen flach wie beim Kinde und den Affen,
ınd sind wie bei diesen nach oben oft zugespitzt.
Zin hoher Nasenrücken verräth starke Respiration,
‚gl. Archiv XIL S. 94. In Russland hat man
{en Menschen mit flacher Nase eine grössere Anlage
‚ur Lungenschwindsucht zugeschrieben , während
nan jüngst in Deutschland den Juden eine Imnunität
gegen diese Krankheit zuerkennen will. Der
ndex für die Erhebung der Nasenbeine wurde von
lerejkowsky mittelst eines Instrumentes genau
estimmt, vgl. Anthrop. Vers. in Frankfurt a, M.
882. S. 129. Bedeutsam ist die Breite der Nasenfuung,
sie nimmt ab mit der Kultur. Broca’s
ndex, der breitnasige, mittelnasige und engnasige
‘chäüdel bestimmt, wird durch das Verhältniss der
Jasenöffnung zur ganzen Nasenlänge berechnet.
ch halte meine Bestimmung für richtiger, die den
ndex nur aus der Länge und Breite der Nasenffnung
berechnet, freilich aber die Erhaltung der
{asenbeine voraussetzt. Ein Index von 70 bis 75
st mesorrhin, was darüber geht, ist platyrrhin,
as darunter bleibt, ist leptorrhin. Vgl. Anthrop.
Ters. in Berlin 1880 S. 36. Zur wohlgebildeten
Jase gehört der scharfe untere Rand ihrer Oeffnung,
lie Crista nasofacialis, vgl. Corresp. d. d. anthrop.
jes. 1882, Nr. 3. Dieselbe kann fehlen, das ist
xithekoid, oder es finden sich statt dessen, eine
‚der mehrere herabgezogene Knochenleisten, zwischen
lenen die Fossae praenasales sich bilden. C. von
3Zaer beobachtete, dass die Crista den Mongolenchädeln
häufig fehle, sie fehlt aber den niederen
Schüdeln überhaupt und auch oft den Schädeln
‚er Vorzeit. Die Grösse der beiden Orbitae ist
'on Mantegazza mit der der Schädelhöhle verlichen
worden. Wird jene == 100 gesetzt, So ist der
Sephaloorbital-Index beim Gibbon 4, beim Orang 7,
‚eim Mikrocephalen 11, beim Menschen im Mittel
17,9, beim Manne 27,3, beim Weibe 28,4. Die
nittlere Kapacität beider Orbitae ist beim Manne
‘0 ccm, beim Weibe 47. Jemehr das Hirnvolum
vächst, desto kleiner werden verhältnissmässig die
)rbitae. Die Form der Orbitalöffnung richtet sich
‚ach der Gesichtsform, sie sind hoch bei langem
tesicht und niedrig bei kurzem. An Mongolenchädeln
sieht man zuweilen eine Knickung des
„nern Orbitalrandes, die man auf die schiefe
\ugenspalte beziehen darf. Nur die jungen Anthro-‚oiden
zeigen sie, aber auch der menschliche Fötus
ind einige Säugethiere, wie die Katzen. Eigenhümlich
ist der Mongolenrasse die Stellung des
Vangenbeins, dessen Fläche wie bei den Anthro-‚oiden
mehr nach vorn gerichtet ist als bei dem
Suropäer.
5. In der Seitenansicht, Norma temporalis,
jegt die Ansatzfläche des Kaumuskels vor uns,
lie durch die Linea temporalis begrenzt ist. An