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Streifen devonischer Kalke. Fast an dem
ändsaume dieser Devonkalke liegt die Ortschaft
3loup mit den bekannten, weitverzweigten Slouperaöhlen.
Die Külna (Schopfen) ist ein Theil der-;elben.
Sie ist 85 m lang, durchschnittlich 20 m
reit, 5—8 m hoch und mit einem doppelten
Eingange versehen. Während des Tages herrscht
hier ein Halbdunkel. Im Firste nehmen wir
nehrere Schlote wahr, die dermalen verstopft
sind, ehemals aber mit dem Tage in Verbindung
standen. Durch diese Schlote nun und durch
Jen oberen Eingang, der ebenfalls einen Schlot
vestellt hat, gelangten in diese Höhle die be-Jeutenden
Ablagerungsmassen und nicht, wie bisher
angenommen wurde, durch die Gewässer des
Slouperbaches. Während in dem Slouperbache
die Ablagerung eine gemischte ist und aus Kalkolöcken,
Kalksteinfragmenten und Grauwackengerölle,
aus Syenitgrus, aus herabgeschwemmten
Jurasanden und Juraknollen besteht — erscheint
Jie Ablagerung in der Külna, sowie in den übrigen
3louperhöhlen genau nach Schichten getrennt und
zwar:
i. Die felsige Sohle bedeckt reines, taubes
4. h. knochenfreies, in einigen Strecken der Slouper-1öhlen
bis 20 m mächtiges Grauwackengerölle mit
Sand vermischt, das in der ersten Periode der
Diluvialzeit vor der Ankunft des Elephas primlzenius,
des Rhinoceros u. S. W. von den Abhängen
jes Slouperthales durch Gewässer hinabgespült und
Jurch die Schlote in die Höhlenräume herabzeschwemmt
wurde; es bedeckte nämlich das Grau-Sitzung
des anthropologischen Kongresses in Wien.
Vorlage von geschnitzten und gezeichneten, Funden
ıus diluvialen Schichten der Höhle Külna und Kostelik
n Mähren, — Begründung der Echtheit der auf diesen
Funden eingeritzten Zeichnungen. Mit Grundrissen
ınd dem Durchschnitt der Höhle Külna und Kostelik.
Brünn, 1889. Druck der mühr. Aktienbuchdruckerei.
Selbstverlag des Verfassers. 8° 41 5. und 2 Tafeln.“
— Herr Dr. KYi% schrieb an Herrn k. k. Kustos Heger
larüber folgenden Brief:
Steinitz am 25. IX. 1889. — Hochgeehrter Herr
Kustos! — Bei der am 7. August 1889 abgehaltenen
Sitzung des anthropologischen Kongresses habe ich
neinen Vortrag aus dem Steygreife gehalten und konnte
Ihnen deshalb das Manusceript nicht zurücklassen.
Nach Hause zurückgekehrt musste ich mit Rücksicht
auf die vom Herrn J. Szombuthy gegen die
auf einem Knochen eingeritzte Zeichnung erhobenen
Zweifel die Fundstücke genau untersuchen. Ks stellte
ch nun heraus, dass die zur Begründung der Echtheit
ler anyezweitelten Zeichnungen zusammenyestellten
Umstände eine förmliche Monographie umfassen werden.
‘ch habe demygemäss meinen Vortrag sammt diesen
Zeweggründen drucken lassen, und beehre mich denjelben
zur eventuellen Benützung bei der Zusammenstellung
des Berichtes über den anthropologischen Konzress
einzusenden. Hochachtend Dr. M. KriZ.
vackengebilde den Devonkalk auf den Abhängen
ınd kam daher zuerst an die Reihe bei der Ab-‚chwemmung,
und erst nachdem das Kalkmassiv
ıntblösst wurde, gelangten nach und nach die
‚erwitterten Kalktrümmer ebenfalls zur Abspülung;
‚xies Letztere geschah zur Zeit, als die Diluvialhiere
bei uns schon lebten.
2, So lagerte sich also auf die taube Grauvackenschichte
die reine, knochenführende Kalkchichte
auf. — Behufs Untersuchung der Abıgerungsmassen
und der in denselben vorkommenıen
Eioschlüsse in den mährischen Höhlen überıaupt
habe ich 106 Schächte mit der Gesammttiefe
‚on 496 m abteufen lassen, von denen 69 die
elsige Sohle erreichten; aus den Schächten, Stollen
ınd Feldern wurden 3368 m? Erde ausgehoben
ind untersucht. In der Külna selbst wurden
nachstehende Grabungsarbeiten vorgenommen und
„War:
a) wurden an verschiedenen Punkten des Höhlen--aumes
18 Schächte (Nr. I bis XVI1I])!) abgeteuft,
‚on denen 11 auf die felsige Sohle gingen. Die
jesammttiefe dieser Schächte betrug 86 m. Diese
Schächte gaben mir ein klares Bild über die
dächtigkeit und die Beschaffenheit der Ablagerung
n vertikaler Richtung; sie lieferten aber auch ein
eiches und höchst wichtiges paläontologisches
Jaterial; b) um die Ablagerung und deren Einehlüsse
in horizontaler Richtung wahrzunehmen,
yurden von der einen Felswand zur anderen fünf
Stollen getrieben; c) wurde schliesslich die Abagerung
in den durch die Stollen eingeschlossenen
4 Feldern auf 2 bis 4 Meter ausgehoben und genau
ıntersucht. Im Ganzen wurden in dieser Höhle
‚usgehoben und untersucht Ablagerungsmassen:
a) aus den Schächten . . . + - 105,20 m3
vb) aus den Stollen . ... 2. . 149.20 m?
2) aus den Feldern . . 0... . . 1707,00 m3
Summa 1961,40 m?
Die wichtigsten: Resultate dieser Grabungen
ind nachstehende:
i. Die Ablagerung erreicht unter dem Ein-‚ange
im ersten Felde die grösste Mächtigkeit
‚&mlich 16 m;
2. Dieselbe zerfällt in geologischer Beziehung
n zwei genau von einander charakterisirte Schichten
ınd zwar: a) die obere 1,20 m mächtige Schichte
‚esteht aus kleineren Kalksteinfragmenten vermengt
nit schwarzer Humuserde, die von Wurzelfasern
yuchernder Pflanzen durchsetzt ist; in dieser
Schichte ist keine Spur von diluvialen Thierresten,
lagegen kommen Reste von Hausthieren: bos taurus,
1) Durchschnitt und Grundriss der Höhle Külna
zurde unter die Anwesenden vertheilt.