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Bayern, noch in Süd- oder Nord-Deutschland ge-“unden
worden, müssen also als ein unserer oberayerischen
vorgeschichtlichen Bevölkerung ganz
zgenes Zier- und Schmuckstück betrachtet werden;
Jagegen kommen Nadeln mit grossen Spiraldiscen,
xenn bisher auch nicht im übrigen Bayern, doch
im Nordosten Deutschlands häufig vor, und in
atwas ähnlicher Form in Ungarn.
Zum ersten Male haben wir in den oberbayerischen
Grabhügeln dieser II, Periode der Jüngeren
Bronzezeit das Auftreten des Goldes zu verzeichnen,
Wenn auch verhältnissmässig selten, ist es doch
häufiger, als in der anschliessenden Hallstattzeit,
wo ich nur einmal, in mehr als 600 Grabhügeln.
eine kleine goldplattirte Fibel gefunden habe,
Wohl dem Ende der II. Periode der jüngeren
Bronzezeit gehört ein kleines, dünn gehämmer-‚es
Bronzeblech an, das mit kleinen und grossen
3Zuckelreihen verziert ist. Wir haben hier aller
Wahrscheinlichkeit nach den ersten Versuch vor
ıns, Bronzebleche durch Hämmern und nicht mehr
Jurch Giessen herzustellen. Diese Technik, die
n der Hallstattzeit ihre höchste Vollendung erreicht,
war sowohl in der älteren, als auch in der
üngeren Bronzezeit Bayerns unbekannt. Die Umvälzung,
welche sie hervorgerufen hat, wird alsjald
von ausserordentlicher Bedeutung, umsomehr,
ıls Hand in Hand mit ihr die Einführung eines
jeuen, bisher unbekannten Metalles: des Eisens
zeht, das nun die Herrschaft übernimmt und mehr
and mehr die Bronze verdrängt,
Unter den Grabgefässen, deren Zahl stets
Jieselbe bleibt, erscheinen, neben Formen der vorigen
Perioden, auch solche, die zu einer neuen Zeit
1inüberleiten. Die Formen bleiben elegant und
Jie Ausführung ist vortrefflich. Zu den Ornamenten
der vorigen Periode treten neue. Man
zersucht jetzt auch die Gefässe mit Graphit zu
schwärzen; immerhin aber unterscheiden sich die
30 bemalten oder überzogenen Gefässe wesentlich
ron den schwarz graphitirten der Hallstattzeit; es
‘st eben ein anderes Verfahren, das bei den früneren
Gefässen angewendet wurde.
Unter den Ornamenten, mit welchen die klei-1eren
Gefäüsse verziert werden, spielt jetzt das
zleine eingestempelte Dreieck eine Hauptrolle, daneben
erscheinen eingeschnittene kleine guirlandenartige
Linien und endlich einfach concentrische
Kreise, d. h. Kreise mit Centralpunkt. Dieses
Drnaument ist so recht als Uebergangsmotiv zur
Hallstattzeit zu bezeichnen, umsomehr, als es ge--ade
iu. dieser Kulturperiode eine so grosse und
amfassende Stelle bei der Dekoration der Zierstücke,
der Gefässe u. 8. w. einnimmt.
'n der älteren und jüngeren Bronzezeit Bayerns
ind sämmtliche Bronzegegenstände durch den Guss
jergestellt, ihre Form ist in der älteren Bronze-‚eit
einfach, doch geschmackvoll, die fein eingrairten
Verzierungen gehen über einen gewissen
Zreis nicht hinaus. Bei allen Zier- und Schmucktücken
herrscht das Flache vor. Von der Ge-Liegenheit
und Vollendung des Gusses legen die
'ünn gegossenen und stets offenen Armbänder und
lie convex-concaven runden Gürtelplatten rühmiche
Zeugnisse ab.
Unsere bayerischen Bronzen der älteren Zeit
eigen eine grosse Verwandtschaft mit anderen
}ebieten, was seine Erklärung in dem einfachen
ınd verhältnissmässig beschränkten Formen- und
)rnamentkreise findet.
Wichtig ist das häufige Vorkommen des Bern-;teins
in älteren Bronzezeitgrabhügeln Oberbayerns,
‚benso auch der Fund einer grossen blauen Glasjerle.
Wichtig desshalb, weil in den jüngeren
3ronzezeitgräbern der Bernstein nur höchst selten
r‚efunden worden ist, also eine Unterbrechung der
Verbindungen mit dem Norden voraussetzt. Für
lie Verbindung mit dem Norden sprechen dann
‚uch unsere fischblasenförmigen Bronzediademe, die
n etwas umgebildeter Form und mit anderen,
üngeren Ornamenten verziert, in den Grabhügeln
ler jüngeren Bronzezeit des nördlichen Deutschands
vorkommen. Der Verkehr muss demnach in
ier älteren Bronzezeit ein verhältnissmässig reger
ınd lebhafter gewesen sein, was auf eine lange
riedensdauer schliesen lässt, für welche wieder
{ie zahlreichen Hochäcker sprechen, welche in
ler Regel unsere oberbayerischen Grabhügel umıchliessen;
ja, wir können sogar konstatiren, dass
nehrere Grabhügel aus dieser frühen Kulturperiode
‚uf Hochäckern errichtet sind. Setzen nun diese
usgedehnten, zahlreichen Hochackerbeete einen geviss
schwungvoll betriebenen Ackerbau und eine
ich daran anschliessende grosse Viehzucht voraus,
ıo unterliegt es gewiss auch keinem Zweifel, dass
lie Hauptbeschäftigung der damaligen Siedler
\ckerbau und Viehzucht waren und dass diese
ıur im Frieden gedeihen konnten,
In den Gräbern der älteren Bronzezeit finden
vir ausnahmslos bestattete Leichen, die im vollen
;schmucke und mit liebevoller Pietät in den Schoos
ler Mutter Erde niedergelegt worden sind.
Das Bezeichnende der älteren Bronzezeit Bayerns
ässt sich also in die Worte zusammenfassen: das
linfache herrscht vor, ein eigentliches energisches
Drofil fehlt, dagegen kommt das Flache zur Geltung.
Schmuck, Walten und Geräthe. sind spärlich.
Schon durch die glänzend malachitgrüne Patina
‚eichnen sich die Bronzen dieser Zeit vor der
‚rossen Mehrzahl der späteren aus, SO dass auch