Anwesenheit. Diese Schichte dürfte also gleichalterig
sein mit der Schichte ce der Maszycka-Höhle,
war jedoch zur Zeit ihrer Ablagerung vom Menschen
nicht bewohnt. In der darauffolgenden
Schichte b kamen hier vor: Reste der postdiluvialen
Waldfauna (wie in b der Maszycka), mehrere
Reste vom Renthier und einige Reste von
Bos taurus; nur zugeschlagene Steinwerkzeuge,
einige primitive Topfscherben, eine Menge
X<nochenartefakte, die theilweise noch an jene ein-'achen
Formen der Diluvialzeit erinnern, meist jedoch
zugeglättet oder zugeschliffen sind, und endlich
jene bekannten, zugeschnitzten Artefakte und
Zierstücke, welche so viel Aufsehen erregten.
Diese alluviale Schichte b reiht sich also
mit ihren Resten naturgemäss an die Schichte €
ler Maszycka an und ist älter als die Schichte b
lieser letzteren Höhle; es tritt hier noch in alluvialer
Zeit das Renthier, wenn auch seltener, auf,
neben ihm bereits das Hausrind und primitive
Topfscherben; die Knochenartefakte erreichen einen
aochen Grad der Vollkommenheit beim Gebrauch
nur zugeschlagener Feuersteinwerkzeuge.
Während des Absatzes dieser Schichte b in der
Na Mitaszowce konnte die Höhle Maszycka nicht
vewohnt gewesen sein, denn der Inhalt der Schichte b
in der letzteren, den ich früher angeführt habe,
st jünger und reiht sich naturgemäss an die Reste
ler Schichte b in der Na Mitaszowce an, das
Renthier verschwindet, das Hausrind wird häuüger,
dazu treten Schaf, Ziege und Hausschwein,
ferner zugeschliffene, einfache Steinwerkzeuge
und weit durchbohrte Knochenartefakte. Wir beäinden
uns hier in typischer neolithischer Zeit,
‚u der wir Uebergangsstadien bereits in der Gudeıushöhle,
besonders aber in der untersten Schichte c
der Maszycka vorfanden.
Nicht nur die Faunen lösen sich hier, ohne
Sprung, naturgemäss ab, sondern auch die naturzemässe
Entwickelung in der Bearbeitung und
Verwendung der Stein- und Knochenartefakte
scheint hier klar vorzuliegen. Der neolithische
Meusch musste doch irgendwann und irgendwo seine
Stein- und Knochenartefakte zu verfertigen kennen
zelernt haben, — er hat sie einfach vom paläolithischen
Menschen, der sie von den Anfängen der einfach
ugeschlagenen Stein- und Knochenfragmente im
Laufe des Diluviums nach und nach vervollkommnete,
ibernommen. Bei dem Gebrauch der zugeschlagenen
Stein- und Knochenwerkzeuge (Splitter, Spitzen ete.)
nachte der Mensch die Erfahrung, dass sich die
Knochenartefakte abwetzen, glätten und hierdurch
für ihren Zweck geeigneter werden; er glättete und
schliff dieselben hierauf absichtlich zu und erst
ıachdem er hierin eine grosse Fertigkeit erlangt
99]
—
ınd eine grosse Erfahrung gesammelt hat, verfiel
ar, bereits im Besitze einiger gezähmter Thiere,
uf den Gedanken, auch die Steinartefakte zuzu-;chleifen.
Mit diesem Stadium b&ginnt ohne jegicher
Sprung in der Entwicklung die neolihische
Zeit, in welcher ich wieder drei Alterstufen
unterscheiden zu können glaube: die Stufe
nit einfachen, zugeschliffenen Steinwerkzeugen; die
Stufe mit zugeschliffenen und durchbohrten Steinyerkzeugen;
und die Stufe mit zugeschliffenen und
zeschweift geformten Steinwerkzeugen.
Herr Prof. Maska-Neutitschein.
Gestatten Sie mir, hochgeehrte Anwesende,
nit Bezug auf die Ausführungen des Herrn Voredners
die Bemerkung, dass ich nicht in der Lage
„un, mich denselben, soweit sie auf mährische
7orkommnisse Bezug haben oder Anwendung finden
ollten, anzuschliessen. Meinen diesbezüglichen
;tandpunkt werde ich gelegentlich näher begründen,
ler will ich nur eine kleine Richtigstellung vorıehmen.
Der Herr Vorredner sprach von polirten
Cnochenwerkzeugen von der mährischen Lössstation
>yedmost. Soweit meine Kenntnisse reichen,
ınd ich glaube alle einschlägigen Fundobjekte zu
cennen, wurde in Predmost kein einziges Knochenırtefakt
gefunden, welches auf einem Schleifstein
ugeschliffen worden wäre, vielmehr sind alle
ixemplare, die mir zu Gesichte kamen, mit Feuerteinen
geglättet, beziehungsweise zugeschnitten
ınd zugeschabt. Dafür gelang es mir aber im
‚aufe der vorigen Woche aus der unversehrten
liluvialen Kulturschichte in Predmost einzelne
teinwerkzeuge zu heben, deren Oberfläche zweifel-08
künstlich zugeschliffen erscheint. Wir haben
ılso in Predmost keine geschliffenen Knochenwerkzeuge,
wohl aber neben sehr zahlreichen
‚ugeschlagenen auch einzelne geschliffene Steinwerkzeuge.
Es ist dies meines Wissens der erste
Fund von geschliffenen Steinartefakten aus
ler echten Diluvialzeit.
Ich lege auf diese Umstände und namentlich
uf den Unterschied zwischen zugeschliffenen und
zugeschabten Knochenwerkzeugen einen gewissen
Werth, und nur aus diesem Grunde benutze ich
lie erste sich darbietende Gelegenheit, um den
wirklichen Sachverhalt darzulegen,
Herr Prof. Maska-Neutitschein: Ueber die
Heichzeitigkeit des Mammuths mit dem diluvialen
Menschen in Mähren.
Mit Rücksicht auf die sich mehrenden An-‚eichen
von der Existenz des tertiären Menschen
and angesichts der zahlreichen sicher gestellten
liluvialen Funde, welche in den letzten 20 Jahren