Oo 7
bedeckt wurde. Im Verlauf der Zeiten wurden auch
die Aschenreste des Clan’s aufgeschichtet, dann wieder
bedeckt, bis endlich Hügel in der Höhe von 10—15 m
mit entsprechendem Umfang entstanden. Dass in späterer,
selbst recenter Zeit Ansiedlungen, Bollwerke, selbst
Friedhöfe angelegt wurden, liegt in Gesundheits- und
Vertheidigungs-Rücksichten.
Die Persien-Reisenden Herren Dr. Starr, Dr. RoDLErR
und General GASTEIGER CHAN haben auf meine Bitte
einige Aufzeichnungen gemacht, die ich dankend mittheile,
Dr. STAPF berichtet, dass er von Bendar Bushir
bis über Merdascht (Persepolis-Ebene) hinaus auf keinen
Tumulus gestossen sei, jedoch fand er einen nördlich
von Pasargadae bei dem Dorfe Dehbid, ferner einige
im Oberlauf des Kurflusses in der Asepäs-Hochwiese,
selbst der hübsche Ort Asepäs liegt auf einemTumulus 9).
Von dort über Jezdichäst‘ Isfahan bis Teheran-Rhages
hat er keinen gesehen. (Ein Isfahaner Perser erzählte
mir jedoch, dass in einem Thal Hezarderr& [Tausendthal]
%ei Isfahan. Tappas vorkommen sollen.)
Dr. RoDLEr berichtet, dass der erste Tumulus, auf
welchen er bei seiner ersten Reise stiess, der bei Marand
(Strasse vom Araxes nach Tabris) gewesen sei, der
bereits von Prof, FıLırrı beschrieben wurde. Uebrigens
erwähnt Staatsrath Azıcm in dieser Gegend mehrere
Tumuli, die zu Salpeter- und Düngerbereitung benützt
werden. Ferner sah Dr. RovLEr mehrere Tumuli nahe
lem Ostufer des Urumiehsees, vorzüglich beim Dorfe
Chäntän, von Maraghe NNW, — Durch einen Anwohner
des westlichen Ufers erfuhr ich, dass auch daselbst
Tumuli vorhanden sind, von denen manchmal
Bronzegegenstände gewonnen werden. Auf seiner letzten
Reise 1888 sah Dr. RovLer: a) den Tumulus beim
Eintritt in die Kasvin-Ebene bei Agha Baba; b) auf
der Route von Kosvin nach Karagan und Hamadan
zwei Tumuli zwischen Kasvin und Siadehen, einen
rechts, ziemlich entfernt vom Karavanenweg, bei Hisar
and ferner zwei andere, die gegen Ost sichtbar waren;
:) einen mächtigen Tumulus bei Mehrän am Ufer des
Karasti, Angeblich sollen in demselben Bronzegegenstände
gefunden worden sein, die in den Besitz eines früheren
Gouverneurs übergingen; d) einen grossen Tumulus
‚mit Ruinen junger Ansiedlung) zu Djuräb unmittelbar
vor dem Eintritt in’s Gebirge, auf dem Wege zwischen
Dawlet abäd und Burudjird. Zahlreiche Höhlen in seinen
Flanken werden von den Einwohnern benützt. Spuren
alter vermuthlicher Brandschichten; e) kleinere Tumuli
in dem Dorfe Tar (Weg von Dawlet abäd nach Sultan
abad vor dem Eintritt in’s Kezasgebiet); f) Tumulus
bei Asgerun im Thal des Flusses Tirun, östlich von
‚sfahan; gy) zwei Tumuli zwischen Kerim abad und
Teheran. Sichere Funde aus Tappes hat Dr. RoDLER
zu constatiren keine Gelegenheit gehabt.
Dr. Roprer macht ferner aufmerksam auf den Ort
Astäneh, etwa zwei Farsach von dem auf der Kiepert-Karte
angegebenen Orte Kadamgäh gelegen. Hier wird,
ähnlich wie im Hamadaner Weichbild, auf weitem
‘) Dieselben habe ich auch auf meiner Reise nach Schira:
1869 wahrgenommen.
Trümmerfeld, das von unzähligen Wassergräben und
„Ööchern durchfurcht ist, Gold gewaschen. Das Erträgniss
soll in manchen Jahren recht erheblich sein. Auch
Münzen und Kameen werden hie und da gefunden.
Zinige, die Dr. RonıLer erwarb, erwiesen sich von der
’räge des Terakina vom Interregnum des mongolischen
irosschanats zwischen 1241 und 1246 p. Ch. Ebenso
indet sich ein ähnliches Ruinenfeld einer alten Stadt,
‚us welcher ich auch anderseits Terakina-Münzen erıielt,
im NW, von Sultan abad. Obwohl beide
iuinenfelder relativ jüngeren Datums sind, so scheinen
sie doch auf .der Basis alter Städte sich zu befinden.
Ich muss noch beifügen, dass das gefundene Gold
in den drei Orten nicht etwa Waschgold im gewöhnlichen
Sinne sei, sondern Trümmer von Werkgold
s. Goldsand mit Demantoid vom alten Ekbatana,
\nnal. des k. k. naturh. Museums, Wien 1886).
Im Tiefland am Caspi-See fanden weder ich noch
Terr Dr. StArr und Dr. RonDLER irgend einen Tumulus,
loch sollen parallel am südlichen Rand des Elburz
ıuf dem Wege zwischen Teheran und Meschhed deren
3äinige vorkommen, und Herr General GASTEIGER CHAN
jerichtete mir mündlich, dass einige um Meschhed vorhanden
sind 1).
6. Herr Dr. Moriz Hoernes übergibt eine Mit-‘heilung
über
Gräber der La Tene-Periode bei Moräutsch in Krain.
Als HocHsTETTER in seiner Abhandlung über „Die
1euesten Gräberfunde von Watsch und St. Margarethen
ın Krain“ (Wien 1883, S. 42 des Sep.-Abdr.) die
ixistenz von Gräbern der La Tene-Periode in den
‚lpenländern Oesterreichs, speciell in Krain, in Abrede
;tellte, waren solche Gräber, welche bald nachher (in
Nassenfuss, Wallitschendorf) zahlreich aufgefunden
vurden, immerhin bereits bekannt. HOocHsSTETTER
selbst widmet einen Abschnitt seines mit DESCHMANN
nerausgegebenen ersten Berichtes über „Prähistorische
\nsiedlungen und Begräbnissstätten in Krain“ (Wien
‚879, S. 32 f. des Sep.-Abdr.) den „alten Gräbern
ei Moräutsch unweit Heiligenkreuz“ (Ger.-3ez.
Littai) und theilt mehrere Funde aus denselben
Fig. 11—13) in Abbildungen mit. Er bekam die
Nachricht von wiederholten Skeletgräberfunden bei
lieser Ortschaft von DESCHMANN (dem seinerseits die
„ocalität nur aus den schriftlichen Anzeigen der Finder
»ekannt war) und unternahm selbst unfern des Weilers
z0je eine Grabung, welche den Fund von 2 Skeletten
ınd mehreren Beigaben (2 Drehscheibengefässen mit
Norizontal- und Wellenfurchen, 2 Eisenmessern, 1 Beinxamm)
zur Folge hatte. Die Skeletreste aus dieser
Grabung sind im Anhang des citirten Berichtes,
5.45 f., von J. SzomsATHY beschrieben und die Schädel
Taf. XXI und XXII daselbst abgebildet, Auf Grund
des späten Charakters, welchen die beiden Thongefässe
1) Fast sämmtliche hier citirten Localitäten sind auf der
Kiepert’schen Karte eingetragen