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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 9=19.1889

13)

Gymnasial-Professors JoHANN HAvELKA (+ 20. October
1886), den man mit Recht die Seele des ganzen Unterı1ehmens
 nennen konnte,
Doch trotz dieses empfindlichen Schlages erholte
sich der Verein bald und zeigt auch heute dieselbe
rege Thätigkeit wie zu Beginn seiner Wirksamkeit.
Die Redaction übernahm nach Professor HAYvVELKA
trotz seines vorgeschrittenen Alters der Nestor der
mährischen Archäologen Dr. Heınrıcn WankKen und
führte sie bis zum Schlusse des IV, Jahrganges.
Der IM, Jahrgang brachte von Prof, HAVELKA eine
breit angelegte, leider infolge seines plötzlichen Ablebens
 unvollendet gebliebene Abhandlung „Ueber die
wichtigsten mährischen Alterthümer aus der Metallzeit“,
 Diese Abhandlung war als dritter Theil einer
beabsichtigten „Urgeschichte Mährens“ verfasst, deren
ersten Theil die in den Mittheilungen bereits besprochene
Abhandlung WAngEeL’s „Die ersten Spuren des Menschen
in Mähren“, I, Jahrgang, und deren zweiten Theil der
sbenfalls hier schon erwähnte Artikel HAvernga’s „Unser
Vaterland zur slavischen Vorzeit“ im II. Jahrgang der
Olmützer Musealzeitschrift bilden sollte. Nach einer
Einleitung über die Reihenfolge der Epochen der Metallzeit
 werden die einzelnen Funde von Metallsachen in
Mähren angeführt, leider kam HAvzLKA über die Funde
WankgeL’s in der ByCiskäla-Höhle nicht hinaus, und so
aarren die wichtigen Depotfunde von Nakel und Gross-‚atein
 noch heute ihrer wissenschaftlichen Behandlung
* Prof. K. J, MASkA veröffentlichte in diesem Jahryange
 den II, Theil seines ausführlichen Berichtes über
lie Funde in den Stramberger Höhlen, und zwar in
der sogenannten Certova dira (Teufelsloch). — JAROSLAV
PALLIARDI beschrieb das von ihm gefundene Jadeitbeil
von Ktipie in Mähren. — Frau ViAsrAa HAvELKovÄA
‚jefert in zwei Artikeln den Beweis, dass „die mährischen
 Stickereimuster orginell sind“, — Dr. J, WANKEL
veröffentlichte einen Artikel „Ueber die prähistorischen
Juellen“. — Kürzere Artikel erschienen in diesem Jahrgange:
 von J. St. UHLiR „Ueber die prähistorischen
Kinderklappern von TrSic“; von Prof. J. HAVELKA
‚Ueber interessante Urschichten in Charvät bei Olmütz“
and „Ueber den Fundort der paläolithischen Alterthümer
 in Pfredmost bei Prerau“, Denselben Fundort
aaben zum Gegenstande auch die kürzeren Artikel
‚Der menschliche Kiefer von Pfedmost“ von Professor
KK. J. MASskA und „Der Schädel des Moschusochsen“
von Prof, Kıvayna.
Zuschriften: Frau FrAnzısKa SrrRÄnkckA gibt Nachricht
 von einem älteren Funde von Metallgefässen und
ınderen metallenen Alterthümern in einem unterirdischen
Gange unter der Burg „Orlov“ bei Austerlitz. —
For. KovupkeLKaA berichtet über prähistorische Funde
bei Lipüvka, und Gerichts-Adjunet K, TyArtUZekK über
lie in Bohuslavice bei Gaya gemachten prähistorischen
Kunde.
Prof, K, J. MAsgKA macht ausführliche Mittheilung
iber den Bronze- und Münzenfund bei Politz (Bezirk
Wall. Mezetie). Frau Lucia BArkySovaA beschreibt das
;Aradist& bei Klein-Urhau (Bez. Brünn). — Fr. Myxkıix
zibt Nachricht von den in Bisenz gemachten prähistorischen

 Funden. — Fr. Cicarxa beschreibt die
Erdställe in Klobouk bei Brünn.
Den IV, Jahrgang leitet ein „Aufruf an die Mitzlieder
 des vaterländischen Museal-Vereines in Olmütz“
iin, dem sich ein archäologisch-ethnographischer Frage-»ogen
 anschliesst. — In der Abhandlung „Ueber altlavische
 Burgen“ sucht V. HovpexK den Nachweis zu
rbringen, dass die meisten prähistorischen Burgwälle
n den slavischen Ländern städtische Ansiedlungen
varen. Bemerkenswerth ist die dieser Abhandlung bei-‚eschlossene
 Reproduction der wahrscheinlich ältesten
\bbildung (a. d. J. 1669) eines prähistorischen Burgvalles,
 nämlich jenes von Libic in Böhmen. — Frau
‚UCIA BAKESOVvA begann in diesem Jahrgange eine Serie
‚on Artikeln unter dem gemeinsamen Titel „Prähistoriche
 Denkwürdigkeiten“, wovon bisher zwei erschienen
ind, nämlich: I. „Die Halbinsel Krim“; II. „Slavische
Sinsiedeleien und Klöster, genannt Meteore“. — Prof.
{ROH entwickelt eine neue Hypothese über den Grund
ler Verehrung von Quellen, Steinen und Bäumen, —
ı. V, gibt auf Grund der im Archiv für Anthropologie
zum Abschluss gebrachten Polemik des Dr. WANnKEL
nit Dr. Beck wegen eines gegossenen hohlen Bronzeinges
 einen „Beitrag zur Würdigung der prähistoriichen
 Cultur der Slaven“, — Dr. WaAnkgeL berichtet
iber die neuesten interessanten Funde der „Olmützer
fahlbauten“.
J. SpörTL beschreibt das prächtige, bei Göding in
ılähren gefundene Kupferbeil, — Dr. WAngeL bespricht
schliesslich die Cultur der „griechischen Colonien am
Schwarzen Meere“ und deren Connex mit den slavischen
Völkern, — Von den in diesem Jahrgange veröffentichten
 Zuschriften sind zu erwähnen:
Fr. MykLikK gibt einen erschöpfenden Bericht über
ılle seine prähistorischen Funde in der Umgegend von
3isenz. JAROSLAV BeM berichtet über neuere Funde in
7rSic, F. HEIDENREICH über Erdställe in UrGic, Ingenieur
<. BızreL über eine prähistorische Ansiedlung bei
Cotojed (Bezirk Kremsier) und Ger,-Adj. K. TvArUZEK
iber prähistorische Denkwürdigkeiten in der Umgebung
ron Gaya.
Zahlreiche Einzeln-Illustrationen und mehrere Tafeln
nit Abbildungen begleiten den Text dieser Abhandungen.

Als am Schlusse des Jahres 1887 Dr. WANnKEL
vegen anderer wichtiger wissenschaftlicher Arbeiten die
ledaction dieser Zeitschrift zurücklegte, übernahm sie
in Schüler WaAnkeL’s und HaveLKa’s, der obangeführte
iedacteur, welcher die Zeitschrift in dem Geiste seiner
"orgänger ohne irgend eine Aenderung weiter leitet.
‚uch dieser Jahrgang steht den früheren in keiner Beiehung
 nach, wie aus der nachfolgenden Uebersicht
ler auf die Prähistorie bezughabenden Artikel erhellt,
Zingeleitet wird dieser Jahrgang mit einem Aufsatze
ıes Redacteurs über die prähistorische Wallburg am
Josteinerberge in Mähren, welch letzterer noch in
ıistorischen Zeiten durch die sagenhafte Niederlage
ler Mongolen berühmt wurde. Ein Grundriss und eine
\nsicht dieser Wallburg, welche zu den grössten präıistorischen
 Werken dieser Art in Mähren gehört. in-
            
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