durch SzomBATHY Tumuli der Hallstatt-Periode, sowie
zuch Fundstellen der La Töne- und der Römerzeit untersucht,
An diesen Arbeiten nahm auch das k. k. Hofmuseum,
sowie in hervorragender Weise das Krainer
Landesmuseum Antheil, In dem Höhlengebiete von
idamsthal in Mähren werden die Arbeiten seit Jahren
auf Kosten des regierenden FÜRSTEN JOHANN VON UND ZU
LIECHTENSTEIN unter der Leitung der Herren Kırr.,
Zırny und Hemrtz fortgesetzt,
Von Seite des Hofmuseums wurden ausser der oben
erwähnten Antheilnahme an den Grabungen in Unterxrain
und mehreren kleineren Arbeiten durch Herrn
SzoMBATHY Aufsammlungen auf der kaiserlichen Privatlomäne
Kronporitschen bei Pilsen !), ferner bei Laa
a, d. Thaya und bei Angern in Niederösterreich, endlich
durch Herrn Dr. Hozrnss am Mitterhof bei Laa an
ler Thaya unternommen. .
In Oberösterreich wurden durch das Museum
Francisco-Carolinum neue Hügelgräber auf dem Siedelberge
untersucht. Dieselben enthielten Pferdetrensen,
Knöpfe, Ringe, Dolchklingen, Lanzenspitzen, Pfeile u. s, w.,
\lles aus Eisen, Ausserdem massive, schön patinirte Bronze-\rmringe
und andere Gegenstände aus demselben Stoffe,
sowie verschieden geformte und theilweise ornamentirte
Chongefässe, Alle diese Gegenstände zeigen der Hauptsache
nach Formen, welche für die Hallstatt-Periode
in unserer Heimat charakteristisch sind.
In Kärnten wurde durch den Geschichtsverein
die Untersuchung der so wichtigen Localität Frögg
jei Rosegg fortgesetzt; so wurden 14 kleine Gräber
zeöffnet, von denen nur drei einen Steinsatz enthielten,
Die Ausbeute bestand in eisernen Waffen, welche nur
selten hier vorkommen, nämlich einem gekrümmten
Dolchmesser mit Spuren einer hölzernen Scheide, einem
xleinen Flachmeissel, einem schönen, grossen Paalstabe.
Ausserdem fand sich eine vorzüglich erhaltene, grosse
Bogenfibel aus Bronze mit eingehängten sechs Bronzereifen
und Ringen. Erfolglos war ein weiterer Grabungsversuch
in Gattersburg bei ÖObertrixen. .
Herr LvuIcı1 DE CAMmPI hat im italienischen Theile
von Südtirol folgende Localitäten systematisch untersucht:
1. die schwarzen Felder (campi neri) bei Cles
m Val di Non; 2. am Dos del Gianicol bei Zuenno;
3. Valemporga bei Mechel. Besonders glänzend waren
lie Resultate an der erstgenannten Localität. Die ganze
ıntersuchte Fläche des schwarzen Feldes besteht aus
ner meterhohen Schichte von schwarzer, fetter Erde,
zemischt mit verbrannten Knochensplittern, Kohlen,
Asche und mitunter mit unverbrannten thierischen und
nenschlichen Resten. Hier fanden sich acht Skelette aus
ler Völkerwanderungszeit, von denen sechs mit vollkommen
erhaltenen dolichocephalen Schädeln,
Auf der untersten Lage (Lehmboden) fanden sich
1eolithische Steinwerkzeuge, unzählige Fragmente von
yrossen und kleinen Vasen, Gefässscherben der ersten
Zisenzeit mit den für diese Epoche charakteristischen
1) Ueber diese hat SzomsATHyY in den Annalen des k, k.
Hofmuseums 1888, Heft III, Notizen p. 89, ausführlichere
Nachricht gegeben; es ist ein Depotfund aus der jüngeren
Bronzeperiode, der 16 Paalstäbe und 1 Hohleelt umfasst.
)rnamenten; ferner ein Bronzehelm, eine vollkommen
ırYhaltene Lanze aus Bronze, sowie Schmuckgegenstände,
\rmringe mit interessanter Ornamentik, Halsringe,
3ronzediadem, altitalische und Certosa-Fibeln, eine
Monstre-Bogen-Fibel, Zierbleche, Fragmente von Bronzerasen,
wovon eines mit etruskischer Inschrift, Werk-;‚euge
aus Bronze und Eisen u. s. w.
Die Ausgrabungen am Dos del Gianicol haben eine
Jussform aus Glimmerschiefer, eine Thonschäle, Thonıylinder,
Gefässscherben, Knochen ergeben, Camprı stellt
liese Dinge in die Uebergangsperiode zwischen Bronzeınd
Eisenzeit. Näheres über diesen Fund enthält das
\rchivio Trentino 1888, in welchem auch die Ergebıisse
von CaAmpI’s lange fortgesetzten Untersuchungen
»ei Mechel niedergelegt sind,
Ausserdem verzeichnet Herr v, CAmpı, dem wir
lie vorstehende Mittheilung über seine Arbeiten verlanken,
noch eine stattliche Reihe von zufälligen Funden
us den verschiedenen Epochen. Ich hebe daraus vor
ıllem die Steinwerkzeuge am Loppis-See zwischen
Aori und Nago hervor, die mit der schon früher bezannten
neolithischen Station del Colombo in Verbindung
stehen dürften. Ferner Gräber bei Cles aus der Zeit
00—311 n, Chr.; römische Gegenstände von Borgo,
Salurns, Tajo im Val di Non, La Tene-Sachen bei
Mechel u, 8. w.
Herr C, MARCHESETTI setzte im Frühjahre die Durchorschung
der Nekropole von Karfreit fort, fand aber
\uf dem für dieses Jahr reservirten Stück Felde lauter
»berflächliche und daher meistens schon zerstörte
jräber, Er musste sich deshalb auf die noch nicht
lurchgegrabenen Wiesenränder beschränken, sowie auf
‚in nahes, wenig ergiebiges Feld, so dass nur 186
ı1eue Gräber geöffnet werden konnten, wodurch die Zahl
ler in diesem Friedhofe bisher aufgedeckten Gräber
uf 623 gebracht wurde. Die Funde ergaben nicht
iel neue Formen, obwohl mehrere Gräber ziemlich
eich an Beigaben waren. Es kamen zum Vorscheine
nehrere grosse Aschenurnen, worunter eine aus Bronze,
lann eine schöne Suite von Fibeln, Haarnadeln, Arm-,
Finger-, Ohr- und Halsringen ete. Unter den Fibeln
varen häufiger schöne Brillen-, Nachen-, Knopf- und
7aukenfibeln vertreten.
Viel reichhaltiger waren dagegen die auf dem
Podtenfelde von S. Lu cia durchgeführten Ausgrabungen,
iurch welche heuer von MARCHESETTI 1083 Gräber geöffnet
wurden, so dass deren Zahl gegenwärtig schon die
summe von 2111 erreicht. Wie zu erwarten, wiederıolen
die meisten der gefundenen Gegenstände bereits
n früheren Grabungen gesammelte Typen; dessenunrzeachtet
stiess man auf mehrere ganz neue Sachen,
ie Fibeln, von welchen man an 500 sammelte, zeigten,
vie sonst, die grösste Mannigfaltigkeit; es erwiesen sich
edoch (besonders im östlichen Theile der Nekropole)
lie Schlangen- und Certosafibeln vorherrschend, dazu
aicht selten Armbrustfibeln,
Von besonderem Interesse sind unter diesen letzteren
lie sogenannten Zwei-Rollen-Fibeln, wovon eine in
Torm eines zierlichen hundeähnlichen Thieres mit vor
hm sitzendem Vogel. Thierfibeln kamen überhaupt in