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von einem nichtgebrannten Knochen unterscheiden
zönnen. In vielen Fällen haftet noch ganz unversehrter
Russ auf der Oberfläche des Knochens.
Abgesehen davon, dass viele Knochen calciniert
and zufolge der Gluthitze mit Sprüngen und Rissen
versehen sind, umschliesst dieselben eine zwar
Jünne, aber sehr feste Aschenkruste, welche meist
>hne Zertrümmerung des Knochens nicht abgelöst
werden kann. Ihre Bildung erklärt sich aus der Ein
wirkung des löslich gewordenen phosphorsauren Kalkes
Jes gebrannten Knochens auf die Alkalien der Asche
In nicht seltenen Fällen sind hier, wie in der
Lösstation bei Prerau von Dr. WaAnreL, Knochen
verschiedener Thiere, durch solche Aschenkrusten zu
/örmlichen Breccien fest verkittet, gefunden worden,
So stammt aus der Brandstätte der St. Thomas-Ziegelei
eine Knochenbreccie, bestehend aus dem
rechten Unterkieferaste des Pferdes mit einem Bruchstück
des Renthiergeweihes! Solche Thatsachen
zinem zufälligen Prairiebrande zuschreiben zu wollen,
bleibt wohl Jedermann unbegreiflich.
Ma&KA behauptet ferner, dass die von mir gesammelten.
Knochen aus dem Löss nur zufällig zertrümmert
und frei von unzweifelhaften Schlagmarken
seien. en
Nun sind aber nur die Knochen phytophager
Thiere, niemals die von Raubthieren wie Hyäne und
Ursus, in ganz charakteristischer Weise aufgeschlagen,
namentlich Röhrenknochen, und ihr Inneres häufig
nit Aschenkrusten und Holzkohlenstückchen erfüllt.
Letzteres zeigen auch die mit markhältigem Zellzewebe
versehenen Metacarpal- und Tarsalknochen
von Pferd und Rind und namentlich ein Cubitus des
Rhinoceros vom Rothen Berge.
Die Schlagmarken der Knochen aus den von mir
beschriebenen ‘drei Lösstationen zeigen charakteristische
Formen und stimmen ebenso unter einander
als mit jenen Formen überein, welche Grar Wurm-BRAND
aus Joslowitz beschrieben und abgebildet hat.
Sie entsprechen aber auch den Schlagmarken jener
vortrefflich erhaltenen Knochen diluvialer Säuge-‘hiere
von Rhinoceros und Bos, welche zugleich mit
Artefacten in den tiefen Abgründen der Kiriteiner
Höhle bei Brünn gefunden wurden,
Belegstücke solcher mit Schlagmarken versehener
Knochen aus dem Höhlengebiete und insbesondere
aus dem Löss von Brünn, gebrannt, berusst, mit
Kohlentheilchen erfüllt ‚und mit zweifellosen Schlagmarken
habe ich in mehr als 20 Exemplaren dem
anthropologischen Congresse in Wien zur Beurtheilung
rorgelegt. Nachdem ich durch eine schon früher festvesetzte
Studienreise nach Norwegen an der Theil-1ahme
am Congresse in Wien verhindert war, überı1ahm
Herr Custos SzomsAruy freundlichst die Demontrierung
meiner Objecte. Nach seiner Mittheilung
vurde von keiner Seite ein Zweifel über die richtige
Beurtheilung der vorgelegten diluvialen Säugethierznochen
ausgesprochen.
3. Artefacte im Löss von Brünn.
MasKa bezeichnet als negativen Grund für die
\nwesenheit des diluvialen Menschen bei Brünn
Jas vollständige Fehlen von Artefacten mit der auslrücklichen
Bemerkung, dass ein einziger unzweifelhafter
Fund eine ganze Reihe noch so sorgfältig
‚zusammengetragener“ Einwürfe beseitigen müsste.
Nun hat schon Grar WurRMBrRanD mit Recht hervorzehoben,
dass wir an Lagerplätzen, welche der Mensch
n der Diluvialperiode nur zeitweilig besucht hat,
zaum hoffen dürfen, viel brauchbares Geräth zu
inden, zumal Werkzeuge, welche, mühsam erzeugt,
’:ür den damaligen Menschen von grossem Werthe waren.
Thatsächlich sind bei vielen Lösstationen, so
z. B. bei Willendorf in Niederösterreich, keine Arteacte
zu finden gewesen, auch bei Joslowitz wies
jrar WurMmsRAnD nur wenige Flintmesser und Steinsplitter
nach, welche als Werkzeuge gedient haben
nochten; mir selbst gelang es nicht, in Joslowitz,
ıngeachtet zweimaliger sorgfältiger Nachforschungen,
lie eine grössere Zahl aufgeschlagener Knochen erzaben,
eine Spur eines Artefactes aufzufinden.
Von den drei bisher um Brünn aufgefundenen
"‚össtationen mit aufgeschlagenen Knochen diluvialer
Thiere ist die der Wrana-Mühle, nördlich von Brünn,
zur vollständigen Abräumung gelangt, und zwar geegentlich
der Herstellung eines tiefen Kisenbahnyinschnittes,
ohne dass ich selbst in der Lage gewesen
wäre, an Ort und Stelle genaue Nachforschungen
1ach Artefacten zu halten.
Auch die beiden anderen durch sichere Brand-‚este
ausgezeichneten Lösstationen am Rothen Berge
ınd in der St. Thomas-Ziegelei konnte ich nur einer
heilweisen Untersuchung unterziehen, weil ich zu
;pät von deren Auffindung in Kenntnis gesetzt wurde,
Es darf uns daher wohl nicht wundern, wenn
»twaige Artefacte an Ort und Stelle durch ihre
Xleinheit den Arbeitern entgingen.
Indess sind dennoch bei der neuerdings am Rothen
Berge aufgeschlossenen Brandstätte im August dieses
Jahres durch den von mir aufmerksam gemachten