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Full Text : Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, N.F. 9=19.1889

„. 377

)anäkil sich durch Vermischung arabischer Elemente,
die wir natürlich auch nicht mehr kennen, die aber
zeineswegs die heutigen Araber gewesen sein müssen,
mit Oromös gebildet haben, ist sehr wahrscheinlich.
[m Süden nun und im Südwesten haben die Galla
len Umwohnern, wie schon angedeutet wurde, ihren
physischen Typus aufgedrückt. Wo sie dies nicht
zermochten, scheinen sie die Nachbarn zu Heloten gemacht
 zu haben (hie und da wohl auch selbst Heloten
zeworden zu sein), oder doch wenigstens einigen
Stämmen Ost-Afrikas ihre Sprache aufgezwungen zu
1aben (Wa-Boni)"“). Ich möchte den Vorschlag

machen, die Danäkil, Somäl, Massai, Wa-Kuafiı,
Na-Mbugu und Wa-Hüma-„,galla-artige“ Völker zu
ı1ennen. Das Studium der Kreuzungen der Galla mit
Nachbarn, sowie jenes der Paria-Rassen unter den
Somäl, Galla und Massai ist ein ebenso inter-;ssantes,
 als schwieriges, aber ein sehr wenig gepflegtes.

Im Zusammenhange mit.dem grossen Oromö-Zuge
scheinen die Bewegungen der Fundj und Djagga zu
stehen, namentlich die grossartigen Eroberungszüge
ler Letzteren, welche an anderer Stelle zu verfolgen
ch mir vorgenommen habe.

Anmerkungen.

1) Den Namen, welchen sich das Volk selbst beilegt, hat man
bislang als eine Galla-Bezeichnung angesehen und in der
Form Orma nach Krarr mit „die Starken“ übersetzt. Lxo
Remnison, Die Kafa-Sprache (I, Wien, 1888, p. 17, A. 3) führt
Ihn dagegen, auf eine Note Tuoursonrex’s in dessen Galla-Wörterbuch
 gestützt, auf das Amharische Ad. 0P:, Geez ad. PD:
zurück und übersetzt Orom-ö = Geez ch4-J" : mit deo sacraus,
 Czccmnr erinnert daran (Da Zeila ete. II, p. 472) ob nicht
bei dem Namen des Volkes horma (maschio, forte) verwechselt
werde mit orma (gente); beides sind Original-Worte der Galla-Sprache.

2) LErpsıus R., Nubische Grammatik (Berlin, 1880), pp.
LXXXV ff.
3) Stranonis Geographica (recogn, A. MEeınsKe, Lips., 1866)
769, 771, 772, 773, 774, 776, 784—786.
*) Coavpm Pronsmarı Geographica (ed, Nobbe, Lips., 1881)
‚V, 9, 1—7 und 7, 28—36.
5) Dass die Massai der Sprache nach den Nilvölkern
Dinka, Bari) beizuzählen seien, hat L=0 Rumıscn an der Hand
les von H. H. Jounsron gesammelten linguistischen Materials
»ewiesen. Vgl. die Wiener Zeitschrift für die Kunde des
Morgenlandes I, 1, pp. 64—69.
8) In den Abhandlungen der k. Akademie der Wissenschaften
 zu Berlin, 1878, pp. 195 ff.
7) Ost-Afrikanische Studien, 2. Ausgabe. (Basel, 1883) p. 283
3) Ausgabe von BaArrıer DE MeynarD und Paver De Cour-‚em,
 III, oc. XXI, p. 2 und 7,
9) Arabischer Text, p. 25 ff.
10) Arabischer Text des Isracnri, p. 36. — Inn Havqän,
‚rabischer Text v. GogJg, p. 41.
u) Ausgabe v. Reinaup, IL, p. 226.
2) A, a. O. pp. 1, 2 und 6.
18) Ost-Afrika bei den arabischen Geographen hat, mit
ausgezeichneten Sprachkenntnissen ausgerüstet, IL. MaArckır
Devic unter dem Titel: Le pays des Zendjs ou la cöte orientale
 d’Afrique (Geographie, Mocurs, Productions, Animaux
Ögendaires), un ouvrage couronne par l’Institut (Paris, 1883),
jearhbeitet, Auf den hohen Werth des Werkes gerade in
athnologischer Hinsicht sei hier neuerdings hingewiesen.

14) Vgl. Devıc a. a. 0. pp. 121—166.
15) Vgl. DırLmann 3a. a. 0. p. 208 mit der beachtenswerthen
 Bemerkung über das Fehlen der betreffenden Stelle
in der Pariser Ausgabe des Mas’üpf.
16) Geographie du moyen äge, (Bruxelles, 1850.) Atlas. Tab.
21 und 23.
17) Vgl. am besten das phetograph. Facsimile, welches
zelegentlich des III internationalen geographischen Congresses
zu Venedig von Fra Mavro’s Weltbild hergestelll wurde und
PrAcıDo ZurLa’s „Il mappamondo di Fra Mauro camoldolese“
Venezia, 1806) pp. 61 und 136.
18) Vgl. JomarD’s „Monuments“ Taf, 18 und 21, und
SAnrAReMm’S „Atlas“ 66 und 67 Tafel XXV.
19) Coimbra, 1660. pp. 59, 63 und die Advertencias zur
Karte.
20) Historia Aethiopica (Francofurti ad Moenum, 1681),
ap. XVI.
21) Vgl. Dr L’IsLe’s Atlas nouveau (Amsterdam, 1730) und
YANvıLLE’S Afrique, 1749.
22) Die Kunama-Sprache in Nord-Ost-Afrika (Wien, 1881),
»p. 13 f. (Sitzungsberichte der philos.-histor, Classe der kais.
Akademie der Wissenschaften, XCVIIL Bd., 1. Heft, p. 87).
23) Munzıneer, Nord-Ost-Afrikanische Studien (2. Auszabe,
 Basel, 1882), pp. 140 ff., 195 ff., 222 ff., 448 ff.
24) Munzinger a. a. O0. pp. 275 ff,
25) Nach dem Citate in Reimyisen’ Kafa-Sprache, I. p. 18,
las einem „Renseignements des indigenes“ betitelten Capitel
aines grösseren, eben zum Abschlusse gelangten Werkes AnToms
YAnnADıE'sS entnommen ist.
26) I miei trentacinque anni di missione nell’ alta Ethiopia
Roma, 1888), Bd. V, pp. 56 ff.
27) Massaya, a, a. O, p. 56.
28) Vgl. Emıx Pascnma. Eine Sammlung von Reisebriefen
ınd Berichten Dr. E. P. etc. Herausgegeben von ScHwzın-Urt
 und Rarzer (Leipzig, 1888), pp. 9; 17 ff; 77 ff.; 149 ff,;
228 ff; 251 ff; 293 ff.
29) Vgl. Die Kartenskizze in Jonyston’s Der Kilima-Njaro,
Leipzig, 1886), p. 425.
80) Historia Aethiopica, I, e. XVI
            
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