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Stämme (offenbar Bantu) bis an den Pangani vor
sich hergetrieben, im 15. Jahrhundert von den Massai
und Wa-Kuafi mit Gewalt nach dem Norden zurückzeschlagen
worden seien und in der Folge dann die
{ncursionen nach Abessinien gemacht hätten. Verzleicht
man damit, was ich über den Zug der Galla
vom Dschub an den W&bi und Hawasch ermittelt habe,
zo lässt sich, da die Angaben ausserordentlich consordiren,
im weiteren Verlaufe die Galla-Wanderung
Yis nach Abessinien verfolgen. Bemerkt mag noch
werden, dass an ein direct nord-südliches Vordringen
Jer Galla, etwa längs des Ostrandes der abessinischen
Berge, darum nicht gedacht werden kann, weil wir
zuf dem Gebiete des ehemaligen alten adelensischen
Reiches einen Keil von arabischen Einwanderern
vorgeschoben finden, ‘dessen Existenz im 11. oder
12. Jahrhundert aus Maqrizi’s Darstellung erhellt *?).
Die heute am weitesten nach Norden zu wohnenden
Jromö-Stämme (As6bo, Räja, Jedju) sind nicht etwa
zuf einem solchen westlichen Zuge im Westen von
Zabul sitzen geblieben, wie angenommen werden
zönnte, sondern vom Süden als Vorläufer der Wollo-Galla
nach Norden gerückt, wie ich zu erkunden
vermochte, und zwar in der Zeit, als Granj unnittelbar
vor seinem Tode seine grosse Invasion
nach Nordwest-Aethiopien gemacht hatte und die
feuchten Thalniederungen im Südosten des Aschangi-Sees
aus der Zeit der ersten Feldzüge Muhammed
Granj’s entvölkert waren.
Der Zeitpunkt des Erscheinens der Oromö an
den Grenzen Abessiniens zu Beginn des 16. Jahraunderts
ist durch p’AsBApıe’s und meine genealozischen
Reihen ®°) erhärtet worden. Der Umstand,
lass Dv’AssADıE in Gudru, ich in Harar, also Beide
an diametral entgegengesetzten Punkten, die Krıebungen
pflogen, erhöht den Werth der einschläsigen
Untersuchungen. Ueber die Identification der
von den Galla invadirten abessinischen Provinzen
ınd deren seinerzeitigen Umfang ist nur wenig zu
sagen. Es ist zunächst nicht anzunehmen, dass
LunoLr oder Trnuez chronologische oder geographische
Momente bei der Nennung der abessinischen Pro-‚inzen
im Auge gehabt haben. Lunosr beschreibt
lie Lage der abessinischen Landschaften °*) mit ziemlicher
Genauigkeit und Uebersicht. Bali umfasst
7eute noch den südlichen District von Schoa am
3,° 50‘ nördlicher Breite und 39.° 40‘ östlicher Länge
von Greenw. Ergänzt werden diese Angaben durch
Massasga’s Mittheilung, dass die von den Galla zu-‚etzt
eroberten Gebiete Inarja,‘ Gera und die Land-‚schaften
am Nil gewesen seien. Die von Granj am
‚äufigsten und empfindlichsten heimgesuchten Theile
\bessiniens, also gleich der Westen oder Schoa,
‚oten eben den Oromö6ö den meisten Spielraum für
inen unbehelligten Einzug, und so sind denn diese
‚unächst von diesem Volke besetzt worden, nachlem
sich die Reste der Amhariner in die Kuola zuückgezogen
hatten, wo sie von der gallanischen
Yavallerie nicht erreicht werden konnten.
Aus den ersten Sitzen im Süden Schoas ergossen
ich dann die Orom6 nach dem Süden und Westen.
Tach dem Westen zog an den Hawasch die Barantuma-Sippe
den Weg, der bereits bezeichnet worden ist,
ınd hat sich hier ausserordentlich vermehrt. Kin-‚elne
grosse Stämme, wie z. B. jener der Boräna
ınd Arussi, scheinen zwei Jahrhunderte später in
ene Gegend des Südens, wo die Galla nach dem
Vorden zurückgeschlagen worden sind, Ableger entsendet
zu haben, z. B. die Bararetta-Galla (Wora Däj,
Nardäj) *). Däj ist noch heute der Name einer der
‚rössten Familien unter den Arussi, wie ich zu Harar
ırfahren habe. Darum ist wohl nicht daran zu denken,
lass die heutigen sogen. „südlichen Gatla“, welche
Jie mörderischen Schläge der abwärts drängenden
Bere-Somäl zu erdulden haben, etwa Nachkommen
'ener Oromö seien, die nach Massaya’s Angabe
ron Granj geschlagen worden seien, bevor. dieser
‚Attila Ost-Afrikas“ seine Verheerungszüge gegen
\bessinien unternahm, und die sich nach der Zanzibar-(üste
gewendet haben sollen. In dem Kernlande der
jeutigen Oromö fanden die Kreuz- und Querzlige
{erselben mit einer gewissen, in Folge der Devastation
ler Gegenden ermöglichten Schnelligkeit statt. Gera,
‚imu, Djimma, Gomma sollen die Galla nach Ceccm **)
ıchon im Jahre 1548 in Besitz genommen haben,
Ja die Oromö schon lange die Akme ihrer politischen
Intwicklung überschritten haben und auch in Bezug
uf Beweglichkeit und Expansion keineswegs mehr
lie alten sind, wie man an der Nord- und Südostzrenze
ihres Verbreitungsbezirkes, wo man sie eben
‚rst erforscht hat, wahrnehmen kann, so ist der
Schluss wohl erlaubt, dass das Volk im Grossen
ınd Ganzen den Zustand des Stationären erreicht
habe und in demselben nunmehr verharre.
Es entsteht zum Schlusse noch die Frage, welchen
Zinfluss die Wanderzüge der Galla und die Fest-;etzung
derselben im Innern des afrikanischen Ost-10rns
auf die benachbarten afrikanischen Völker gehabt
1aben können. Dass die Somäl und wohl auch die