der kaukasischen Juden ist ein iranischer Dialekt, gebraucht
von einem semitischen‘' Sprachorgan und
sowohl phonetisch wie syntaktisch durch‘ Türkisches
beeinflusst; die Sprache steht dem iranischen Dialekt
„Tati“ sehr nahe. Das Tati ist im. Gebiet von
Baku, auf der Halbinsel Apscheron im Bezirk von
Tabassarap und einigen Ansiedlungen des nördlichen
Persien verbreitet.
11. Herr S, Stuzgr, Ueber ‘Grabschriften im Gebiet
von Semiretschensk (verlesen durch Herrn M. W.
Nrxonsgr). Fünf Grabsteine und 305 Copien (Abdrücke)
von Grabsteinschriften wurden untersucht. Alle
stammen aus zwei für nestorianisch gehaltenen Bezräbnissstätten
in der Nähe der Stadt Pischensk
ınd der Ortschaft Tokmak, Die Inschriften sind
\usserst wichtig, weil sie als die einzigen literarischen
Juellen jener Zeit gelten müssen. Aus jenen In-:chriften
geht hervor, dass die alten Syrier nicht
ıorizontal, sondern vertical geschrieben haben.
Herr Barssow äussert seine Bedenken, dass jene
nschriften wirklich den Nestorianern ihre Entstehung
‚erdankten. Herr Nırxonser entgegnet, dass, wennzleich
die Nestorianer ausdrücklich nicht genannt
ind, dennoch hinreichende Gründe zur Annahme
ıöthigen, dass es sich dabei um Nestorianer handle.
50 sel aus der Grabinschrift zu ersehen, dass die
\ischöfe verheiratet waren. Uebrigens sei durch
“eugnisse damaliger Reisender erwiesen, dass es
lamals in Mittel- Asien wirklich Nestorianer geyeben
hat.
Die Baduwis auf Java,
Von Louis von Ende. )
Es ist vielleicht nur wenig bekannt, dass auf der
‚nsel Java noch Volksstämme leben, die in Sitten
and Gewohnheiten, sowie in ihrer Religion von den
übrigen. Bewohnern dieser Insel vollkommen abweichen.
e
{m östlichen Theil Javas, am Fusse des Vulcans
‚Bromo“ (Residentschaft Pasuruan), findet man die
Töngäresen; in den sogenannten Fürstenländern
Surakarta und Djokjakarta die Orang-Kalangs?),
N der Residentschaft Che&ribon (Tjirebon) die Birais
ınd im westlichen Theile, südwärts von Bantam, die
3aduwis oder B&Eduis.
Der Ursprung des Namens „Baduwi“ ist noch
alcht mit Sicherheit festgestellt. Während ihn Einige
von der Gottheit „Buddha“ ableiten, suchen Andere
Jenselben im arabischen Wort „Badawi“ (Beduinen,
Wüstenbewohner) und noch Andere führen ihn auf
den Namen des Flusses „Tjibadui“ zurück, welcher
zur Zeit des Falles vom Reiche »Bramaija-Maisa-')
Der Verfasser, k. niederländischer Capitän der Infanterie
a. D., der durch 30 Jahre in Niederländisch-Indien zubrachte,
hat der Redaction die Nachfolgende kleine Arbeit zur
Verfügung gestellt. Eine sorgfältige Durchsicht vermochte
nicht alle Mängel des mit der deutschen Sprache nur unvollkommen
vertrauten Autors zu beseitigen; bei den kleinen
Aenderungen wurde dem Sinne des Manuscriptes möglichst
Rechnung getragen. Die Redaction,
?) „Orang“ heisst so viel als „Mensch“.
’andraman“ existirte, welch letzteres auch wohl nach
seiner südöstlich von Buitenzorg (Bogor) gelegenen
Jauptstadt „das Reich von Pedjadaran“ genannt
vurde.
Die Baduwis nennen sich selbst jedoch „Djeläma“
ınd fügen dazu noch den Namen des Dorfes (Dössa
der Kampong), des Flusses oder der Gegend, wo
3ie wohnen; sprechen sie aber von sich als Volks-;tamm,
so gebrauchen sie den Namen „Djelema-Jangka“
und bezeichnen sich damit als „Menschen,
lie dem Glauben der Väter treu geblieben sind“,
Man sagt auch, ohne jedoch Beweise dafür beizuringen,
dass sie sich Orang-Parahiang nennen; uns
<onnte man jedoch nicht erklären, was das Wort
‚Parahiang“ bezeichnen soll. Die umwohnende,
nuhamedanische Bevölkerung nennt sie „Djelömaırei“,
während sie bei der niederländisch-indischen
tegierung und auch bei den Bewohnern der Resilentschaft
Bantam (Sundanesen) nur als „Orang-Baluwis“
bekannt sind.
Obgleich über die Baduwis schon Verschiedenes
geschrieben wurde, so ist der Ursprung und die
Aeschichte dieses Stammes noch keineswegs geıügend
bekannt und harrt noch sehr viel einer
ıäheren Erklärung, welche um so schwieriger zu
zeben ist, als das Einziehen von Erkundigungen an
lem Misstrauen der Baduwis und an der Scheu. mit