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zeheuren Menschenschlächtereien und Verwüstungen
menschenleer gewordenen Gebiete eingerückt. Es
muss daher daran festgehalten werden, dass das Zerstörungswerk
Granj’s den grossen Riss in den Völkerzusammenhang
Abessiniens gemacht habe und die darauf
gefolgte Oromö-Immigration eine Remigration der
Vertriebenen nicht mehr zuliess. Granj kämpfte mit
ainigen Unterbrechungen von 1526 bis 1543 n. Chr.
gegen Abessinien und hat den ersten Anprall gegen
Abessinien in Bali ausgeführt. Wenn nun die Galla
1537 n. Chr. zum erstenmal in Bali erschienen, so
muss in der Zeit von 1526—1537 n. Chr. auch das
vorerwähnte Zurückweichen der Sidima stattgefunden
haben.
Die Eroberungszüge Granj’s hatten indess Vorläufer
in den Kämpfen der Amhariner gegen ihre
westlichen heidnischen Nachbarn, die sogenannten
Mantschö, bei den Orom6 Wäta, um Gondar herum
Woito genannt. Diese waren zu Beginn des 14, Jahrhunderts,
wie Massaya berichtet ?%, vollständig in
Ruhe und über alle äthiopischen Länder des Südwestens
verbreitet, als sie plötzlich von den Abessiniern
von AÄntotto aus bekriegt wurden, die unter
ihnen viele Christen als Colonisten (also Amhariner)
ansiedelten. Als nun Gränj seine verheerenden
Kriegszüge unternahm, flüchteten die Amhariner zumeist
nach Gurage und Inarja. Die Mantschö musster
sich ihnen unterwerfen oder mussten auswandern,
Sie wandten sich zumeist nach Kafa. Ihre Nachkommen
sind bis heute als Parias über alle äthioschen
Lande verbreitet, in dichteren Massen am
Abbäj- und am Tana-See. Von echten Galla sind
diese Mantschö oft gar nicht zu unterscheiden.
Muhammed Gran) kämpfte aber nicht blos gegen die
Abessinier, sondern lieferte auch den Galla, die noch
an der Ost-Grenze des abessinischen Reiches lagerten,
mehrere Schlachten und trieb sie zurück, so dass
aın Theil derselben die bis jetzt innegehabten Wohnsitze
verliess und sich gegen Zanzibar wandte, eir
anderer sich über die Hochebenen des Ostens zerstreute,
Erst später kehrten sie zurück und rückten,
wie schon erwähnt, in die leer und wohl zum Theile
auch herrenlos gewordenen Gegenden im Süden von
Ankober ein ?’). Dies mag mit als Beweis gelten,
die die Völkertafel Abessiniens umgestaltende Bedeutung
der Züge Granj’s anzuerkennen und sie als
Hauptagens der Völkerverschiebungen anzusehen.
Blicken wir nach dem Westen gegen die Nilseite
zu, So ist hier eine Völkerströmung in der Richtung
von Nordosten von Abessinien aus nach Südwesten
zu beobachten. Das Hauptvolk von Uganda, die Wa-Iuma
(„Leute von Norden“), welche auch Ussoga,
Jddu, Karagwe und Unjoro bewohnen, auch Wa-Nitu
und Wa-Lindi genannt werden, kamen aus
Jordosten und erzeugten die heutige hellfarbige
zZasse. Der Zweig der Witschwesi zog weiter über
len Mwutan. Auch die Schuli (sie sind Wa-Witu)
rzählen, dass ihre Väter von Norden gekommen
seien, Dasselbe Schicksal hatten die Vorfahren der
Jehr oder Berri, die gleichfalls Schuli sind. Als eine
: on Norden, Osten oder Nordosten eingeschobene
inclave in ihrem Lande sind die Lattuka zu be-'rachten.
Die Obbo sind der am weitesten nach
Jorden vorgeschobene Schuli-District ?°). Wenige Tag-‚eisen
von Dufilg am Nil nach Osten erreicht man
»ereits bei den Umirö, einem Stamme der Lango,
las Gebiet der reinen Orom6. Die Wa-Njoro sind, wie
Zmın Pascha berichtet, mit Galla-Elementen durchsetzt.
Diese eigenthümliche, nach Südwest gerichtete
7ölkerströmung mag nun eine Wirkung jener Schläge
zewesen sein, welche Granj den Galla noch vor
leren Einbruch in Bali beigebracht hat. Der landschaftliche
Charakter der Gebiete, durch welche eine
Wanderung der Oromö nach dem Südwesten er-'olgt
sein muss, ist uns zwar nicht bekannt, weil
lie Landschaften noch zur terra incognita zählen,
Bei einem spontanen, natürlichen Vorrücken hätten
ch die Galla, wie sonst an ihnen beobachtet werden
sann, offenbar dem Stromlauf des Sobat in ihrer Wanlerung
angeschlossen und wären so nach dem Nordwesten
gelangt. Dies hat die Lagerung der Dinka
ınd das Hinabrücken der Schilluk nach Süden ver-‘indert.
Auf dem Südwest-Zuge haben die Galla wahr-‚cheinlich
auch den Zusammenhang der Massai mit den
Nilvölkern aufgelöst und in der Folgezeit den Massai
ınd Wa-Kuafi durch Kreuzung ihren physischen Typus
ıufgedrückt, während die Grundzüge der alten Sprache
len genannten Völkern erhalten blieben. Das Durcheissen
der Kette mochte dort geschehen sein, wo
1eute die Lango lagern, also an einer schmalen
Stelle des Gürtels, welcher vom indischen Ocean
ı1ach dem Nil hinzog ?°). Dort, wo die Massai und
Wa-Kuafi in dichtem breiten Striche wohnen und
ıoch Bantu-Stämme zu östlichen Nachbarn haben,
vie die Sagala, Kamba, Mbe, an der verhältnissnässig
schmalen Stelle zwischen dem Ukerewe und
ler Küste des indischen Oceans in der Gegend der
lesenvulcane, da war das Feld für eine Wanderung
‚erlegt.